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Bahn-Pünktlichkeit erreicht neuen Tiefstand

Fernverkehr stark betroffen, Ursachen sind Baustellen, Vandalismus und Sabotageaktionen

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Bahn-Pünktlichkeit erreicht neuen Tiefstand

Die Deutsche Bahn hat im September einen neuen Tiefpunkt bei der Pünktlichkeit erreicht und verfehlt damit deutlich ihre eigenen Ziele für das laufende Jahr. Nur noch rund 55 Prozent der Fernzüge kamen mit weniger als sechs Minuten Verspätung ans Ziel. Bauarbeiten, Vandalismus und Sabotageaktionen verschärfen die Probleme im Bahnverkehr und machen Reisen für viele Fahrgäste zur Geduldsprobe. Der Staatskonzern rechnet inzwischen damit, die angestrebte Jahrespünktlichkeit von 65 bis 70 Prozent nicht mehr zu erreichen.

Im Fernverkehr erreichte die Bahn im September eine Pünktlichkeitsquote von 61,9 Prozent. Das ist ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat, als noch 67,9 Prozent der Züge pünktlich unterwegs waren. Besonders betroffen waren ICE- und IC-Verbindungen, deren Pünktlichkeitswert mit 55,3 Prozent rund sieben Prozentpunkte niedriger lag als im September des Vorjahres. Im Regionalverkehr blieb die Lage dagegen stabiler: 87,2 Prozent der Züge erreichten ihr Ziel planmäßig, nach 89,2 Prozent im gleichen Monat des Vorjahres.

Als verspätet gilt ein Zug ab einer Verzögerung von sechs Minuten. Zugausfälle werden dabei nicht berücksichtigt, fließen jedoch in die sogenannte Reisendenpünktlichkeit ein. Diese misst, wie viele Fahrgäste innerhalb von maximal 14 Minuten und 59 Sekunden Verspätung an ihrem Ziel ankamen. Im September lag dieser Wert bei 61,9 Prozent und damit sechs Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Die Bahn führt die schlechten Zahlen auf eine hohe Zahl von Baustellen sowie auf Vandalismus und mutmaßliche Sabotageakte zurück. Betroffen waren unter anderem Strecken bei Hannover und in Nordrhein-Westfalen.

Der Konzern steht vor der Aufgabe, seine Infrastruktur besser zu schützen und gleichzeitig die Modernisierung des Netzes voranzutreiben. Wiederholte Sabotageaktionen hatten in der Vergangenheit mehrfach den Zugverkehr gestört. Diese Vorfälle verschärfen die ohnehin schwierige Situation, da die umfangreichen Bauarbeiten zur Sanierung des Schienennetzes den Betrieb zusätzlich belasten.

Mehr Pünktlichkeit und damit eine höhere Kundenzufriedenheit sind zentrale Ziele des umfassenden Umbaus der Bahn. Die neue Vorstandschefin Evelyn Palla soll den Staatskonzern stabilisieren und fit für die Zukunft machen. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder betonte, dass im Fernverkehr bis 2029 eine Pünktlichkeitsquote von mindestens 70 Prozent erreicht werden soll. Mittelfristig seien 80 Prozent vorgesehen, langfristig 90 Prozent. Er sprach von einem langen Weg, um das Niveau anderer europäischer Länder wie Österreich oder die Niederlande zu erreichen. Im Nahverkehr soll die Quote dauerhaft bei 90 Prozent liegen, nachdem bisher bis 2027 ein Zielwert von 75 bis 80 Prozent vorgesehen war.

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