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Anthropic überholt OpenAI: Umsatzsprung und IPO als KI-Test

Anthropic meldet 16,8 Milliarden Dollar Quartalsumsatz, während OpenAI seine Umsatzprognose senkt und den Börsengang verschiebt.

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Anthropic überholt OpenAI: Umsatzsprung und IPO als KI-Test

Im Rennen um die Börsengänge im KI-Sektor zeichnet sich ein klares Bild ab: Ein Unternehmen ist auf dem Vormarsch, während das andere an Boden verliert. Wie die Financial Times berichtet, hat das KI-Labor Anthropic vor seinem erwarteten Börsengang im nächsten Monat in einem geschlossenen Treffen mit Investoren seine jüngsten Quartalszahlen offengelegt. Demnach erzielte das Unternehmen im dritten Quartal einen Umsatz von 16,8 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg von 45 Prozent gegenüber 11,6 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal.

Anthropic hatte im Vorjahr keine quartalsweisen Umsatzzahlen veröffentlicht. Basierend auf seinem Gesamtumsatz von 4,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 ist jedoch davon auszugehen, dass der Umsatz im Jahresvergleich im Bereich von 1.000 Prozent gewachsen ist. Zudem teilte Anthropic den Investoren mit, dass es im dritten Quartal bereinigt profitabel war – ein wichtiger Meilenstein für ein Unternehmen, das sich auf dem Weg an die Börse befindet.

OpenAI verschiebt IPO und kürzt Prognose

OpenAI hingegen scheint sich in die entgegengesetzte Richtung zu bewegen. Das konkurrierende KI-Labor hat seinen Börsengang auf das Jahr 2027 verschoben und strebt nun Berichten zufolge die Aufnahme von 30 Milliarden US-Dollar bei einer Bewertung von 1,2 bis 1,5 Billionen US-Dollar an. Im Gegensatz zu Anthropic ist OpenAI weit von der Profitabilität entfernt.

Kürzlich teilte das Unternehmen den Investoren mit, dass es in diesem Jahr mit einem Umsatz von 50 Milliarden US-Dollar rechnet – ein Wert, der deutlich unter den früheren Prognosen von 70 Milliarden US-Dollar liegt. Die Differenz von 20 Milliarden US-Dollar markiert eine spürbare Korrektur der Erwartungen. Die gemeldeten operativen Verluste von OpenAI beliefen sich 2025 auf 20,9 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von 13,1 Milliarden US-Dollar. Berichten zufolge erreichten die Quartalsverluste im zweiten Quartal 12,3 Milliarden US-Dollar.

Was bedeutet dies für Anleger?

Der Erfolg des gesamten KI-Sektors hängt vom Schicksal von Anthropic und OpenAI ab. Mindestens eines dieser Unternehmen muss langfristig profitabel sein, damit der Ausbau der KI-Infrastruktur fortgesetzt werden kann. Derzeit deutet alles darauf hin, dass dies Anthropic sein wird, das bereits über Verpflichtungen in Höhe von mindestens 518 Milliarden US-Dollar für Infrastruktur und damit verbundene Projekte für die kommenden zehn Jahre verfügt.

Anleger sollten jedoch bedenken, dass sich das Wettbewerbsumfeld schnell ändern kann, sobald neue Modelle auf den Markt kommen. OpenAI hat nach dem Führungswechsel zugunsten von Anthropic Anfang dieses Jahres mit neuen Produkten wie Claude Code zurückgeschlagen. KI-Investoren sollten daher auf den langfristigen Erfolg beider Unternehmen hoffen, und ihre enormen Bewertungen zeigen, dass Anleger weiterhin daran glauben.

Der Börsengang als entscheidender Test

Der Börsengang von Anthropic wird zu einem entscheidenden Test für den KI-Handel, da eine Bewertung von 2 Billionen US-Dollar angestrebt wird. Wenn die Nachfrage stark ist und die Aktie nach ihrem Debüt steigt, ist wahrscheinlich zu erwarten, dass der breitere KI-Sektor nachzieht. Sollte sich das Gegenteil ereignen, könnte es zu einem scharfen Ausverkauf im Sektor kommen, wodurch der IPO von OpenAI möglicherweise bis zu günstigeren Marktbedingungen verzögert wird.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung besonders relevant, weil der KI-Sektor über ETFs, Technologiefonds und Zulieferer stark in vielen Depots vertreten ist. Die Zahlen zeigen, wie eng die Bewertungen der Branche mit dem tatsächlichen Geschäftserfolg einzelner Anbieter verknüpft sind. Eines ist klar: Der Börsengang von Anthropic wird eine Schlüsselrolle für die Entwicklung der KI-Aktien spielen.

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