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Anthropic legt US-Gesetzgebern konkreten Entwurf für KI-Sicherheitsregulierung vor

Der Vorschlag sieht staatliche Eingriffe nur bei unmittelbaren Risiken vor und setzt auf unabhängige Prüfer beim Handelsministerium.

• 2 Min
Anthropic legt US-Gesetzgebern konkreten Entwurf für KI-Sicherheitsregulierung vor

Das KI-Unternehmen Anthropic hat US-Gesetzgebern einen Entwurf für ein Gesetz zur Regulierung fortschrittlicher KI-Modelle vorgelegt. Wie unter anderem Politico und Reuters berichten, soll der Vorschlag einen regulatorischen Rahmen für die Sicherheit sogenannter „Frontier AI“-Modelle schaffen. Ein Sprecher von Anthropic bestätigte gegenüber Reuters, dass der Entwurf auf den Prinzipien des „Advanced AI Framework“ basiert, das das Unternehmen bereits Anfang des Jahres veröffentlicht hatte.

Der Entwurf sieht vor, dass staatliche Eingriffe in die Entwicklung oder den Einsatz von KI-Modellen nur unter sehr spezifischen und strengen Bedingungen zulässig wären. Eine behördliche Blockade oder Aussetzung dürfte demnach nur erfolgen, wenn ein vorhersehbares und unmittelbares Risiko besteht. Dieses müsste Schäden von mehr als einer Milliarde US-Dollar verursachen oder den Tod beziehungsweise schwere Verletzungen von mehr als 50 Personen zur Folge haben.

Die Risiken müssen explizit aus drei Bereichen stammen: der Entwicklung oder Freisetzung biologischer Waffen, großflächigen Cyberangriffen oder dem Umgehen der internen Sicherheitskontrollen durch das KI-Modell selbst. Damit zieht der Vorschlag bewusst enge Grenzen für staatliche Eingriffe und definiert klar, welche Gefährdungslagen überhaupt eine behördliche Reaktion rechtfertigen sollen.

Unabhängige Prüfer beim Handelsministerium

Ein zentraler Bestandteil des Vorschlags ist die Einführung unabhängiger Prüfer, die sich beim US-Handelsministerium registrieren müssen. Diese sollen die KI-Entwickler und ihre Modelle regelmäßig bewerten. Die Unternehmen dürften diese Prüfer zwar bezahlen, jedoch unter der strikten Auflage, dass die Vergütung in keiner Weise an das Ergebnis der Prüfung gekoppelt ist.

Sollten Prüfer ein „unmittelbares, aufgezähltes Risiko“ feststellen, sind sie verpflichtet, das Handelsministerium innerhalb von 72 Stunden nach Abschluss der Bewertung zu informieren. Das Handelsministerium könnte daraufhin beim zuständigen Bundesbezirksgericht für den District of Columbia eine gerichtliche Anordnung erwirken, um die Veröffentlichung oder Nutzung eines Modells zu stoppen. Die Frist von 72 Stunden soll sicherstellen, dass Behörden schnell, aber nicht unkontrolliert reagieren können.

Befugnis liegt allein bei einem Bundesrichter

Der Entwurf enthält zudem eine wichtige Einschränkung für die Exekutive: Andere US-Bundesbehörden oder Regierungsbeamte wären ausdrücklich davon ausgeschlossen, die Entwicklung, den Einsatz oder die interne Nutzung von KI-Modellen eigenständig auszusetzen. Die Befugnis hierfür läge ausschließlich bei einem Bundesrichter. Damit will Anthropic verhindern, dass einzelne Behörden ohne gerichtliche Prüfung in die Arbeit von KI-Unternehmen eingreifen.

Anthropic betont, dass das Gesetz dem Staat die notwendige Handhabe geben soll, gefährliche Einsätze der leistungsfähigsten Modelle zu verhindern, während gleichzeitig Transparenz und unabhängige Tests gefordert werden. Weder das Handelsministerium noch Anthropic reagierten unmittelbar auf Anfragen für eine offizielle Stellungnahme zu den Berichten.

Der Vorstoß unterstreicht die zunehmenden Bemühungen, eine föderale Aufsicht über die mächtige KI-Technologie zu etablieren, während gleichzeitig die regulatorischen Eingriffsmöglichkeiten begrenzt werden sollen. Für deutsche Beobachter ist die Debatte relevant, weil regulatorische Rahmenbedingungen in den USA regelmäßig die globalen Standards für KI-Anbieter prägen. Der Entwurf verbindet damit zwei Ziele, die häufig als Gegensatz gelten: staatliche Kontrolle bei extremen Risiken und Rechtssicherheit für die Unternehmen im Tagesgeschäft.

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