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Anta Sports übernimmt 29% an Puma für 1,5 Milliarden Euro

Der chinesische Sportartikelhersteller Anta Sports erwirbt einen Anteil von 29,06 Prozent an Puma von der französischen Pinault-Familie. Der Deal im Volumen von 1,5 Milliarden Euro macht Anta zum größten Einzelaktionär der angeschlagenen deutschen Sportma

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Anta Sports übernimmt 29% an Puma für 1,5 Milliarden Euro

Der chinesische Sportartikelhersteller Anta Sports hat den Kauf eines Anteils von 29,06 Prozent an der deutschen Sportmarke Puma bekanntgegeben. Die Aktien werden von der Beteiligungsgesellschaft Artémis, der Holdinggesellschaft der französischen Milliardärsfamilie Pinault, für 35 Euro pro Aktie in bar erworben. Das Gesamtvolumen der Transaktion beläuft sich auf 1,5 Milliarden Euro.

Kurssprung trotz schwieriger Lage

Die Puma-Aktie reagierte mit einem Kurssprung von zeitweise 20 Prozent auf die Nachricht, gab aber im Tagesverlauf wieder nach und schloss rund 9,4 Prozent höher. Trotz der positiven Reaktion bewegt sich der Kurs weiterhin nahe seinem Zehnjahrestief. Im vergangenen Jahr hatte die Aktie fast 50 Prozent an Wert verloren.

Puma befindet sich derzeit in einer schwierigen Phase mit stagnierenden Umsätzen und Marktanteilsverlusten an Konkurrenten wie Nike, Adidas und aufstrebende Marken wie On Running. Der neue CEO Arthur Hoeld, ein ehemaliger Adidas-Manager, treibt einen umfassenden Umbau voran, der Stellenkürzungen, die Straffung des Produktsortiments und verbesserte Marketingaktivitäten umfasst.

Anta wird größter Einzelaktionär

Mit dem Erwerb wird Anta zum größten Einzelaktionär von Puma. Das Unternehmen hat jedoch erklärt, derzeit keine Pläne für ein vollständiges Übernahmeangebot zu haben, das nach deutschem Wertpapierrecht ab einer Beteiligung von 30 Prozent erforderlich wäre. Anta strebt nach Abschluss der Transaktion Sitze im Puma-Verwaltungsrat an.

Strategische Synergien im Fokus

Für Anta bietet die Investition erhebliche Synergien zur Stärkung der globalen Präsenz. Das chinesische Unternehmen verfügt über Erfahrung bei der Akquisition und Revitalisierung westlicher Sport- und Lifestyle-Marken. 2019 führte Anta ein Konsortium zum Kauf von Amer Sports an, zu dessen Portfolio Marken wie Wilson, Arc'teryx, Salomon und Atomic gehören. Zudem besitzt Anta bereits Fila, Jack Wolfskin und Kolon Sport.

Laut Wei Lin, Global Vice-President bei Anta, bietet der chinesische Markt für Puma erhebliches Wachstumspotenzial. Derzeit werden dort nur sieben Prozent der globalen Umsätze generiert. Puma ist stark in Europa und Lateinamerika positioniert, aber schwach in China und Nordamerika vertreten. Analysten sehen darin minimale Überschneidungen und maximales Synergiepotenzial.

Bewertung und Marktreaktion

Melinda Hu, China Consumer Analystin bei Bernstein, bewertet die Transaktion angesichts des aktuellen verlustbringenden Status von Puma als angemessen im Vergleich zu Branchenkollegen. Die Investition könnte die laufenden Sanierungsbemühungen unter CEO Hoeld stärken, der 2025 als Jahr des Neuanfangs für Puma ausgerufen hat.

Marktbeobachter sehen die Transaktion auch als Herausforderung für Adidas. Anta gilt als starker Betreiber, der den Wettbewerbsdruck im Sportartikelmarkt erhöhen könnte. Die Adidas-Aktie zeigte sich im Vormittagshandel leicht schwächer.

Hintergründe des Verkaufs

Für die Investmentgesellschaft Artémis hilft der Verkauf, die Schuldenlast zu reduzieren. Dies verschafft auch dem Luxuskonzern Kering, dessen Hauptaktionär Artémis ist, mehr Spielraum. Artémis bezeichnete die Puma-Beteiligung, die 2018 von Kering übernommen wurde, als nicht mehr strategisch.

Antas Aufstieg zur globalen Nummer drei

Anta gehört seit 35 Jahren am Markt und hat sich hinter Nike und Adidas zur Nummer drei der Sportartikelhersteller weltweit entwickelt. In China soll Anta Berichten zufolge Nike im Jahr 2024 als Marktführer abgelöst haben. Dies geschah auch vor dem Hintergrund von Boykottaufrufen chinesischer Staatsmedien gegen ausländische Marken wegen deren Rückzug aus der Baumwollproduktion in Xinjiang.

Die Transaktion findet in einem Umfeld statt, in dem die globale Deal-Aktivität stark zugenommen hat. Laut Bain & Company stieg der Wert globaler Fusionen und Übernahmen um 40 Prozent auf 4,9 Billionen US-Dollar, den zweithöchsten Wert aller Zeiten.

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