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Anduril-CEO Schimpf: KI macht Waffen ethischer, nicht gefährlicher

Anduril-Chef Brian Schimpf erklärt, warum KI in Waffensystemen unvermeidlich ist und wie sein Start-up die Rüstungsindustrie revolutionieren will.

• 2 Min
Anduril-CEO Schimpf: KI macht Waffen ethischer, nicht gefährlicher

Die Rüstungsindustrie steht vor einem Umbruch. Seit Jahrzehnten dominiert eine kleine Gruppe etablierter Auftragnehmer den Verteidigungssektor – mit komplexen, teuren Systemen und Beschaffungsprogrammen, deren Umsetzung oft Jahrzehnte dauert. Eine neue Welle von Tech-Start-ups will das nun ändern, allen voran Anduril, gegründet mit dem Anspruch, Geschwindigkeit, Innovation und künstliche Intelligenz in die Verteidigungstechnologie zu bringen.

Brian Schimpf, CEO von Anduril, sprach in der neuesten Folge des Podcasts „The Tech Download" über die Strategie seines Unternehmens. Dabei räumte er mit einem weit verbreiteten Missverständnis auf: Autonome Waffen existieren bereits – und das seit Langem.

KI in Waffen: Ethisch geboten, nicht verboten

Schimpf verwies auf Torpedos und Anti-Radar-Raketen als Beispiele für Waffensysteme, die bereits heute spezifische Zielsignaturen identifizieren und bekämpfen können, ohne dass ein Mensch jede einzelne Mikro-Entscheidung treffen muss. Die Forderung, KI vollständig aus Waffensystemen herauszuhalten, bezeichnete er als grundlegend falsch. „Schlichtweg eine zutiefst unethische Sichtweise, bei der man im Grunde sagt: Oh, eigentlich sollten wir dümmeren Waffen den Vorzug geben", so Schimpf wörtlich.

Gleichzeitig betonte der Anduril-CEO, dass menschliche Beteiligung weiterhin zwingend erforderlich sei. Das Ziel von KI in diesem Kontext sei es, Menschen in die Lage zu versetzen, bessere Entscheidungen zu treffen – nicht, sie aus dem Prozess zu verdrängen. Damit positioniert sich Anduril bewusst zwischen den Extremen: weder vollständig autonome Systeme ohne menschliche Kontrolle, noch der Verzicht auf technologische Unterstützung.

Das Apple-Modell für die Rüstungsindustrie

Neben der KI-Debatte verfolgt Anduril auch einen revolutionären Ansatz in der Fertigung. Schimpfs These: Verteidigungsunternehmen sollten einen größeren Teil des Designprozesses selbst kontrollieren, kommerzielle Lieferketten nutzen und mit der Geschwindigkeit der Tech-Branche produzieren – statt auf die langsamen, hochspezialisierten Zuliefernetzwerke zu setzen, die den Sektor traditionell prägen.

Als Vergleich dient Apple. Der iPhone-Konzern kontrolliert weite Teile seiner eigenen Prozesse, vom Gerätedesign über die eigenen Chips bis hin zur Software. Anduril verfolgt einen ähnlichen integrierten Ansatz. Konkret hat das Unternehmen bereits einen Vertrag mit dem Pentagon über die Lieferung von 1.000 Raketen unterzeichnet – ein Auftrag, der faktisch einen Produktionsaufbau aus dem Stand erfordert.

Chip-Markt und KI-Infrastruktur im Fokus

Abseits von Anduril bewegt sich auch der breitere Tech- und Kapitalmarkt. Die laufende Berichtssaison lieferte den Megacap-Tech-Aktien gemischte Ergebnisse, darunter Apple, Amazon, Meta und Microsoft. Besonders turbulent verlief die Woche für den globalen Halbleitersektor: Zu Beginn verloren 20 der weltweit wertvollsten Chip-Aktien zusammen rund 1,3 Billionen US-Dollar an Marktwert.

Die südkoreanischen Schwergewichte SK Hynix und Samsung Electronics, die am Montag und Dienstag jeweils über 100 Milliarden US-Dollar eingebüßt hatten, erholten sich zum Ende der Woche deutlich. Auch US-Chip-Aktien zogen nach starken Quartalszahlen von Microsoft und Lam Research wieder an.

Parallel dazu führt OpenAI Gespräche mit Nvidia über eine Absicherung von bis zu 250 Milliarden US-Dollar, um die Finanzierung eines massiven neuen KI-Rechenzentrums zu ermöglichen. Elon Musks xAI wiederum hat den Generalstaatsanwalt von Minnesota verklagt, um ein Gesetz anzufechten, das sogenannte Nudify-Apps im Bundesstaat verbieten würde. Und China drohte mit Vergeltungsmaßnahmen gegen ein US-Verbot für humanoide Roboter und erklärte, dies „beschädige die Beziehungen schwer".

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