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Amundi-Anleihefonds mit 16 Prozent Rendite: Geheimtipp oder Falle?

Ein Schwellenländer-Anleihefonds von Amundi verspricht über 16 Prozent Ausschüttungsrendite – doch wie realistisch ist das wirklich?

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Amundi-Anleihefonds mit 16 Prozent Rendite: Geheimtipp oder Falle?

Eine Ausschüttungsrendite von mehr als 16 Prozent klingt verlockend – und genau das macht Privatanleger zu Recht misstrauisch. Ein Leser der Wirtschaftswoche stieß auf einen Fonds des französischen Vermögensverwalters Amundi, der auf Schwellenländeranleihen setzt und eine solch ungewöhnlich hohe Rendite verspricht. Die entscheidende Frage: Steckt dahinter ein echtes Schnäppchen oder eine versteckte Falle?

Hohe Ausschüttungsrenditen bei Anleihefonds entstehen häufig nicht allein durch starke Zinserträge. Oft spielen Faktoren wie Währungsabwertungen, Kursrückgänge der im Fonds enthaltenen Anleihen oder eine bewusst hohe Ausschüttungsquote eine Rolle – die dann teilweise aus der Fondssubstanz selbst bezahlt wird. Das bedeutet: Was als Rendite erscheint, kann in Wirklichkeit eine Rückzahlung des eigenen investierten Kapitals sein.

Was steckt hinter Schwellenländeranleihen?

Schwellenländeranleihen – auch Emerging Market Bonds genannt – bieten grundsätzlich höhere Zinsen als Staatsanleihen aus Industrieländern wie Deutschland oder den USA. Der Grund: Das Risiko ist schlicht größer. Politische Instabilität, Währungsschwankungen und wirtschaftliche Unsicherheiten in Ländern wie Brasilien, der Türkei oder Südafrika schlagen sich direkt im Zinsniveau nieder.

Ein Fonds, der ausschließlich in solche Anleihen investiert, kann daher durchaus überdurchschnittliche Erträge erzielen. Doch die Kehrseite sind erhebliche Kursschwankungen und ein erhöhtes Ausfallrisiko. Gerade in Phasen globaler Risikoaversion – etwa bei steigenden US-Zinsen oder geopolitischen Spannungen – geraten Schwellenländeranleihen besonders stark unter Druck.

Rendite oder Kapitalverzehr?

Bei einem Ausschüttungsfonds mit 16 Prozent Rendite sollten Anleger genau hinschauen, wie diese Zahl berechnet wird. Maßgeblich ist die sogenannte Ausschüttungsrendite, die sich aus der jährlichen Ausschüttung dividiert durch den aktuellen Fondsanteilspreis ergibt. Sinkt der Anteilspreis – etwa durch Kursverluste im Portfolio – steigt die Ausschüttungsrendite rechnerisch, ohne dass sich die tatsächliche Ertragskraft verbessert.

Privatanleger sollten daher nicht nur auf die Ausschüttungsrendite schauen, sondern auch die Gesamtrendite (Total Return) im Blick behalten. Diese berücksichtigt sowohl Ausschüttungen als auch Kursveränderungen des Fonds. Nur so lässt sich beurteilen, ob ein Investment tatsächlich Wert schafft oder lediglich Kapital umschichtet.

Für risikobewusste Anleger mit einem langen Anlagehorizont können Schwellenländer-Anleihefonds durchaus eine sinnvolle Beimischung im Depot sein. Entscheidend ist jedoch, den Fonds genau zu analysieren: Welche Länder und Währungen sind vertreten? Wie hoch sind die laufenden Kosten? Und vor allem: Wie wurde die Ausschüttungsrendite in der Vergangenheit tatsächlich erwirtschaftet?

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