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Aktienmärkte verzeichnen bescheidene Gewinne

Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

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Aktienmärkte verzeichnen bescheidene Gewinne

Die Aktienmärkte konnten zum Wochenstart nur eine zaghafte Erholung verzeichnen. Insbesondere die US-Technologiewerte hinkten hinterher. An den US-Börsen wurde intensiv über die weitere Zinsentwicklung diskutiert, was zu einer verhaltenen Erholung der Standardwerte führte. Der Dow Jones startete mit einem Plus von 0,62 Prozent in die Woche. Die bevorstehende Berichtssaison der Unternehmen für das zweite Quartal sorgte jedoch für Zurückhaltung an der Wall Street. Anleger beobachten insbesondere die Auswirkungen der Zinserhöhungen und die drohende Konjunkturabschwächung.

Die Technologiewerte des Nasdaq 100 legten lediglich um 0,06 Prozent zu, da der robuste US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag diejenigen bestärkte, die weitere Zinserhöhungen durch die Federal Reserve (Fed) erwarten. Investoren warten gespannt auf die US-Inflationszahlen, die am Mittwoch veröffentlicht werden sollen und als wichtiger Faktor für den Zinsentscheid der US-Notenbank gelten. Ökonomen gehen davon aus, dass die Inflationsrate abnimmt, aber laut führenden Währungshütern wird die Fed voraussichtlich ihren derzeitigen Kurs beibehalten.

Loretta Mester, Präsidentin der Fed-Filiale von Cleveland, gab an, dass die US-Wirtschaft in diesem Jahr stärker als erwartet war und die Inflation hartnäckig hoch blieb. Mary Daly, Präsidentin des Notenbank-Bezirks San Francisco, betonte ebenfalls, dass die Fed noch nicht entspannen könne. Nach zehn aufeinanderfolgenden Zinserhöhungen im Juni legte die US-Notenbank eine Pause ein und beließ den Leitzins bei 5,0 bis 5,25 Prozent. Die nächste Zinssitzung ist für den 25. und 26. Juli geplant.

Auch der deutsche Leitindex DAX startete robust in die Woche. Nachdem er zunächst unter Druck stand, konnte er den Tag schließlich mit einem Plus von 0,45 Prozent abschließen. In der vergangenen Woche hatte der DAX rund 3,5 Prozent verloren. Experten sehen das heutige Plus jedoch noch nicht als überzeugend an. Eine echte Stabilisierung würde erst eintreten, wenn der Leitindex die Schlüssel-Unterstützungszone bei 15.600/15.700 Punkten schnell zurückerobern könnte. Andernfalls droht dem DAX laut HSBC-Charttechnik-Experte Jörg Scherer eine echte Sommerflaute. Jochen Stanzl, Chefanalyst bei CMC Markets, wies zudem auf die negative saisonale Entwicklung hin.

Die aktuellen Preisdaten aus China belasteten ebenfalls die Märkte. Während westliche Länder mit hartnäckig hoher Inflation zu kämpfen haben, wächst in China die Sorge vor Deflation. Im Juni blieb der Verbraucherpreisindex im Jahresvergleich unverändert und sank damit auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Die chinesischen Hersteller senkten zudem aufgrund der schwachen Nachfrage ihre Preise im Juni so stark wie seit siebeneinhalb Jahren nicht mehr. Die Erzeugerpreise fielen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,4 Prozent.

Um den angeschlagenen Immobilienmarkt zu unterstützen, plant China Maßnahmen wie die Stundung von Immobilienkrediten und Verhandlungen zwischen Banken und Immobiliengesellschaften zur Verlängerung von Kreditrückzahlungen. Der Immobilienmarkt spielt eine wichtige Rolle in Chinas Volkswirtschaft, und die Regierung versucht seit einiger Zeit, ihn anzukurbeln.

Die Ölpreise wurden vorübergehend durch die Bemühungen Chinas gestützt, den Immobilienmarkt anzukurbeln. Am Abend lag der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September bei 77,67 US-Dollar, ein Rückgang von 0,4 Prozent gegenüber Freitag.

Der Euro näherte sich am Abend der Marke von 1,10 US-Dollar, während eine Feinunze Gold 1925 US-Dollar kostete.

Unter den Einzelwerten hob sich Meta, die Muttergesellschaft von Facebook, von anderen Technologiewerten ab. Die Aktie profitierte weiterhin von dem Erfolg der Plattform "Threads", die kurz nach dem Start bereits über 100 Millionen Nutzer erreichte. Threads gilt als größte Bedrohung für den Kurznachrichtendienst Twitter, der von Tech-Milliardär Elon Musk gekauft wurde.

Am späten Abend stieg auch der Aktienkurs von Daimler Truck. Der Nutzfahrzeughersteller steigerte seinen Absatz im zweiten Quartal auf knapp 132.000 Fahrzeuge und erhöhte daraufhin seine Prognosen für das laufende Jahr sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn.

Des Weiteren erhielt Rheinmetall einen Großauftrag von den Armeen Deutschlands und der Niederlande zur Lieferung von mehreren Tausend Luftlandefahrzeugen. Der Auftrag hat ein Gesamtvolumen von 1,9 Milliarden Euro, wobei die ersten Einheiten im ersten Quartal 2024 ausgeliefert werden sollen.

Der Börsengang des Energiespeicher-Herstellers Intilion wurde vorerst abgesagt, da im aktuellen Kapitalmarktumfeld keine angemessene Bewertung des Unternehmens erzielt werden konnte. OMV, der österreichische Energiekonzern, kämpft mit stark gesunkenen Öl- und Gaspreisen. Im zweiten Quartal fielen der durchschnittlich realisierte Erdgaspreis auf 28,5 Euro je Megawattstunde und der durchschnittlich realisierte Rohölpreis auf 74,8 US-Dollar je Barrel.

Kering, die Muttergesellschaft von Gucci, hat angeblich 3,5 Milliarden Euro für die Übernahme des Parfüm-Herstellers Creed bezahlt. Die Akquisition soll Teil des Plans von Kering sein, ein eigenes Kosmetik-Geschäft aufzubauen.

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