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Wall Street ohne Schwung vor Feiertag

Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

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Wall Street ohne Schwung vor Feiertag

Heute kann die Wall Street keinen Impuls geben (Unabhängigkeitstag in den USA) und sorgte somit gestern für einen unentschlossenen Start in das zweite Halbjahr an den Börsen. Dennoch sehen Experten die technische Lage weiterhin günstig.

Normalerweise ist am ersten Handelstag eines neuen Monats ein erhöhtes Kaufinteresse an den Aktienmärkten zu beobachten. Doch an diesem Montag war dies nicht der Fall. Die New Yorker Aktienmärkte verzeichneten nur leichte Zuwächse während ihrer verkürzten Sitzung vor dem amerikanischen Unabhängigkeitstag. Der Dow Jones konnte lediglich um zehn Punkte oder 0,03 Prozent zulegen, während der Technologieindex Nasdaq 100 ein Plus von 0,19 Prozent verzeichnete.

Im ersten Halbjahr konnte der Nasdaq 100 mit einem Plus von 39 Prozent deutlich besser abschneiden als der Dow, der lediglich um sechs Prozent zulegen konnte.

Der überraschend deutliche Stimmungsrückgang in der US-Industrie im Juni wirkte sich jedoch eher unterstützend aus, da er mögliche Auswirkungen auf die Geldpolitik hatte. Laut dem Institute for Supply Management (ISM) fiel der Einkaufsmanagerindex um 0,9 Punkte auf 46,0 Punkte. Dies war nicht nur der achte Rückgang in Folge, sondern auch der schlechteste Wert seit mehr als drei Jahren. Der Index entfernt sich somit weiter von der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Im Gegensatz dazu entwickelte sich die US-Baubranche trotz der hohen Zinsen etwas besser als erwartet. Die Bauausgaben stiegen im Mai um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat, während es im April nur ein Wachstum von 0,4 Prozent gab.

Aufgrund des bevorstehenden Independence Day blieben die US-Börsen am Dienstag vollständig geschlossen.

Der DAX startete kraftlos in das zweite Halbjahr, nachdem er in den letzten Wochen bereits Gewinne verzeichnet hatte. Nach einem Tageshoch bei 16.209 Punkten setzten bereits am Vormittag Gewinnmitnahmen ein. Da auch von der Wall Street keine Unterstützung kam, schloss der deutsche Leitindex bei 16.081 Punkten und damit 0,4 Prozent tiefer. Trotz der Kursrally von 16 Prozent im ersten Halbjahr sehen Experten jedoch Chancen auf weitere Kursgewinne.

Die Stimmung im Handelsverlauf wurde durch eine eingetrübte Stimmung in den Industrieunternehmen der Eurozone gedämpft. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global fiel im Juni im Vergleich zum Vormonat um 1,4 Punkte auf 43,4 Zähler. Dies ist der tiefste Stand des Indikators seit gut drei Jahren.

Aus charttechnischer Sicht hat sich das Bild im DAX zuletzt deutlich verbessert. Um der Kursrally neuen Schwung zu verleihen, wäre jedoch ein Sprung über das erst vor zwei Wochen aufgestellte Rekordhoch von 16.427 Zählern erforderlich. Positive Impulse für den DAX kommen auch aus der Statistik, da mit dem 1. Juli eine saisonale Erholungsphase am deutschen Aktienmarkt begonnen hat.

Im Fokus des Marktes stehen nach wie vor Konjunkturdaten und deren Auswirkungen auf die Geldpolitik der großen Zentralbanken sowohl in den USA als auch in Europa. Insbesondere in den USA dreht sich alles um die Frage, wann die Federal Reserve (Fed) ihren Zinsgipfel erreicht. Vor diesem Hintergrund wird der US-Arbeitsmarktbericht für den Juni, der am Freitag ansteht, wahrscheinlich der wichtigste Termin der aktuellen Börsenwoche sein.

In den USA war die Arbeitslosigkeit zuletzt niedrig und die Beschäftigung wuchs solide, während die Löhne deutlich stiegen. Dies stellt für die Fed eine Herausforderung dar, da die ohnehin hohe Inflation durch den engen Arbeitsmarkt weiter angeheizt wird.

Der Euro konnte seine zwischenzeitlichen Verluste im Verlauf des Tages wieder aufholen und notiert aktuell knapp über 1,09 Dollar.

Der Goldpreis stieg leicht an und eine Feinunze Gold kostete am späten Abend 1921 Dollar.

Die Ölpreise gaben am späten Abend ihre Tagesgewinne wieder ab. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September kostete 74,82 Dollar, was einem Rückgang von 0,15 Prozent im Vergleich zum Freitag entspricht. Die angekündigten Förderkürzungen von Saudi-Arabien und Russland zeigten vorerst keine Wirkung. Saudi-Arabien gab bekannt, dass die für Juli angekündigte Kürzung um eine Million Barrel pro Tag auch im August beibehalten wird. Russland kündigte hingegen an, im August zusätzlich 500.000 Barrel weniger zu fördern. Diese Entscheidungen wurden zusätzlich zu den bereits vereinbarten Kürzungen durch das Ölkartell OPEC und seine Verbündeten getroffen, die bis ins kommende Jahr andauern sollen.

Die Tesla-Aktie verzeichnete starke Gewinne, da der weltgrößte E-Autobauer im zweiten Quartal einen Auslieferungsrekord verzeichnete und damit die Erwartungen der Analysten übertraf. Im Berichtszeitraum wurden 466.140 Autos an Kunden übergeben. Tesla hatte zu Beginn des Jahres die Preise für seine Elektroautos weltweit gesenkt, um Druck auf die Konkurrenz auszuüben.

Die Apple-Aktie stand hingegen leicht unter Druck, da der Technologiekonzern aufgrund technischer Probleme die Produktionsziele für die neue Datenbrille "Vision Pro" von einer Million auf weniger als 400.000 Einheiten reduzierte. Als Grund für diese Prognosesenkung nannte die "Financial Times" die Komplexität des Produkts, was die Massenproduktion erschwert.

Im Tarifstreit zwischen der Lufthansa und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) steht ein möglicher Streik unmittelbar bevor, da die Friedenspflicht kurz vor dem Ablauf steht. Die Tarifverhandlungen für die rund 5200 Cockpit-Beschäftigten von Lufthansa und ihrer Frachttochter Lufthansa Cargo werden fortgesetzt, jedoch gibt es bisher keine Angaben zum aktuellen Verhandlungsstand.

Seit Beginn des Monats firmiert die "Deutsche Post DHL Group" nur noch als "DHL Group". Die Marke Deutsche Post bleibt weiterhin bestehen und steht für das nationale Briefgeschäft, das jedoch nur noch sieben Prozent des Konzernumsatzes ausmacht. Die verschiedenen DHL-Dienste, einschließlich des Paketversands, machen hingegen 93 Prozent aus. Die Umbenennung wurde mit dem Ziel durchgeführt, dass der Name dem Inhalt entspricht, wie Konzernchef Tobias Meyer erklärte.

Der Regensburger Autozulieferer Vitesco steigt in den Ersatzteilmarkt ein. Das Unternehmen plant, eigene Vertriebskanäle für Original-Ersatzteile aufzubauen. Zunächst sollen Stickoxid-Sensoren vertrieben werden, und später soll das Angebot ausgebaut werden, um letztendlich auch Ersatzteile für Elektroautos anzubieten.

Bei AstraZeneca haben enttäuschende Daten aus einer Phase-III-Studie zu einem neuen Medikament gegen Lungenkrebs die Anleger enttäuscht. Es wurden keine weiteren Details genannt, aber es wurden Bedenken hinsichtlich des Sicherheitsprofils des Medikaments geäußert, da auch Todesfälle gemeldet wurden.

Mehrere US-Banken haben nach dem bestandenen Stresstest der Federal Reserve höhere Dividenden angekündigt. Nachdem alle 23 untersuchten Geldhäuser erfolgreich waren, werden weitere Mitteilungen erwartet. JPMorgan plant, seine Quartalsausschüttung um fünf Prozent auf 1,05 Dollar je Aktie anzuheben. Goldman Sachs plant eine Erhöhung der bisherigen Dividende um 25 Cent auf 2,75 Dollar.

Die österreichische Bank Bawag hat erste Schätzungen zum zweiten Quartal präsentiert, nachdem sie Vorwürfen des Hedgefonds Petrus Advisers zu mutmaßlichen Mängeln im Kreditbuch ausgesetzt war. Demnach wird das Konzernergebnis in den drei Monaten von April bis Juni voraussichtlich mehr als 180 Millionen Euro betragen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte die Bank einen Überschuss von 134 Millionen Euro erwirtschaftet.

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