ANZEIGE

Fast 7% Minus: Siemens schockt Anleger

Rekordgewinn, Healthineers-Spin-off und acht Prozent Kursverlust verunsichern Aktionäre deutlich an einem Handelstag

•• 3 Min
Fast 7% Minus: Siemens schockt Anleger

Siemens stellt den Markt derzeit vor ein widersprüchliches Bild: Auf der einen Seite meldet der Konzern einen historischen Nettogewinn von 10,4 Milliarden Euro und deutlich steigende Umsätze. Auf der anderen Seite sorgt eine tiefgreifende strategische Weichenstellung für Nervosität unter Anlegern. Die Folge: Die Aktie gerät massiv unter Druck. Vom Donnerstagmorgen bei 243,55 Euro bis zum Freitagmorgen um halb neun auf 227,00 Euro summiert sich das Minus auf knapp 6,8 Prozent.

Kern der Neuaufstellung ist der geplante Rückzug aus der Mehrheitskontrolle bei Siemens Healthineers. Rund 30 Prozent der Anteile an dem Medizintechnik-Spezialisten sollen im Wege eines Spin-off direkt an die Siemens-Aktionäre ausgeschüttet werden. Der Anteil der Mutter sinkt damit von derzeit 67 auf etwa 37 Prozent, die Mehrheitsmacht ist damit vorbei. Siemens-Chef Roland Busch bezeichnet diesen Schritt als logischen Bestandteil der Konzernstrategie, die Siemens stärker auf digitale Geschäftsmodelle, Software und industrielle künstliche Intelligenz ausrichten soll.

Mit dem Spin-off verfolgt der Konzern mehrere Ziele gleichzeitig. Durch die Abspaltung soll Kapital freigesetzt, die Transparenz im Konzern erhöht und das Portfolio klarer fokussiert werden. Siemens will sich auf Geschäftsbereiche konzentrieren, in denen sich digitale und industrielle Kompetenzen eng verzahnen und Synergien heben lassen. Analysten schätzen, dass durch die Abspaltung ein Wert von rund 10,5 Milliarden Euro sichtbar gemacht werden könnte. Zugleich sollen Siemens und Healthineers künftig eigenständiger agieren und strategische Flexibilität gewinnen.

Operativ liefert Siemens Zahlen, die den Umbau auf einer komfortablen Basis ermöglichen. Der Nettogewinn von 10,4 Milliarden Euro markiert bereits das dritte Rekordjahr in Folge. Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr auf rund 78,8 Milliarden Euro. Besonders positiv entwickelte sich die Sparte Smart Infrastructure, während sich die Digital Industries nach einer Phase der Belastung wieder erholt haben. Finanzvorstand Thomas betonte, dass Siemens trotz der angespannten weltwirtschaftlichen Lage zuversichtlich in das neue Geschäftsjahr geht.

Für 2026 formuliert das Management ambitionierte, aber klar umrissene Ziele. Das Gesamtunternehmen soll um 6 bis 8 Prozent wachsen. Die Digital-Industries-Sparte, die als Herzstück der technologischen Neuausrichtung gilt, soll ihren Umsatz um 5 bis 10 Prozent steigern. Gleichzeitig plant Siemens, die Profitabilität in diesem Bereich weiter nach oben zu schieben: Die Marge soll in einer Spanne von 15 bis 19 Prozent liegen. Vereinfacht gesagt: Der Konzern will nicht nur mehr umsetzen, sondern pro Euro Umsatz auch spürbar mehr Gewinn erzielen.

An der Börse überlagert derzeit jedoch der Schock über die neue Struktur die Freude über die Rekordzahlen. Die Siemens-Aktie hat zuletzt zentrale Unterstützungszonen unterschritten und notiert nun in einem Bereich, den viele Marktteilnehmer als Entscheidungszone sehen. Aus charttechnischer Sicht rücken die letzten Verlaufstiefs als nächste Bezugspunkte in den Blick. Eine besonders markante Unterstützung wird im Bereich um 188 Euro verortet. Erst dort könnte sich im Falle weiterer Kursverluste eine neue stabile Basis herausbilden.

Für Anleger bleibt die Lage damit zwiespältig. Auf der einen Seite steht ein Konzern, der operativ stark aufgestellt ist und seine Ertragskraft über mehrere Jahre hinweg gesteigert hat. Auf der anderen Seite steht der Verlust der Mehrheitskontrolle über eine wichtige Beteiligung, der zunächst für Unsicherheit sorgt. Der Spin-off von Healthineers kann aus Sicht vieler Investoren zwar Werte heben, bedeutet aber auch weniger Einfluss auf einen profitablen und strategisch relevanten Bereich.

Im Ergebnis entsteht das Bild eines Unternehmens im Übergang: Siemens verschlankt sein Portfolio, schärft den Fokus auf digitale, wachstumsstarke Aktivitäten und koppelt sich teilweise von einem etablierten Medizintechnik-Pfeiler ab. Ob die Kombination aus Rekordgewinnen, strategischem Umbau und temporärem Kursrückschlag am Ende als mutiger Schritt in die nächste Wachstumsphase oder als überzogener Eingriff in eine funktionierende Struktur bewertet wird, wird sich in den kommenden Monaten zeigen – entscheidend dürfte sein, wie konsequent und glaubwürdig Siemens den neuen Kurs umsetzt.

Siemens

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. SpaceX-Aktie: Könnte eine Investition von 5.000 Dollar Millionär machen?
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.