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LVMH treibt Luxusaktien auf Rekordkurs

China-Erholung und starke Quartalszahlen beflügeln Europas Mode- und Luxuskonzerne

LVMH treibt Luxusaktien auf Rekordkurs

Ein starkes Comeback der Luxusbranche hat den europäischen Aktienmärkten rund 80 Milliarden Dollar an zusätzlicher Marktkapitalisierung beschert. Auslöser war der französische Luxuskonzern LVMH, dessen Aktien am Mittwoch den höchsten Tagesgewinn seit mehr als zwei Jahrzehnten verzeichneten. Der Konzern, der Marken wie Louis Vuitton, Moët & Chandon und Dior vereint, überraschte mit einem leichten Umsatzplus im dritten Quartal – das erste Wachstum des Jahres. Besonders die Erholung der Nachfrage in China sorgte für Auftrieb.

Die LVMH-Aktie stieg zeitweise um bis zu 14 Prozent und lag damit auf Kurs für den größten Tageszuwachs seit 2001. Das Ergebnis übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich und belebte auch die Kurse der Wettbewerber. Hermes, Kering, Richemont, Burberry und Moncler legten zwischen fünf und neun Prozent zu. Investoren reagierten erleichtert auf die Nachricht, dass sich die zweijährige Schwächephase der Branche zumindest vorübergehend zu entspannen scheint.

Analysten sehen die Entwicklung als positives Signal, mahnen jedoch zur Vorsicht. Es sei zu früh, um von einer nachhaltigen Trendwende zu sprechen, erklärten mehrere Experten. Während das Analysehaus Bernstein hervorhob, dass LVMH in allen Sparten – von Mode über Schmuck bis hin zu Parfüm und Spirituosen – besser abschnitt als erwartet, wies Jefferies darauf hin, dass die starken Zahlen des Marktführers nicht automatisch auf eine allgemeine Erholung des Sektors schließen lassen.

Nach Berechnungen von Reuters trieb die LVMH-Rally die Unternehmen im STOXX Europe Luxury 10 Index auf das höchste Niveau seit Anfang 2024. Bereits in den Wochen zuvor hatte sich eine leichte Aufwärtsbewegung abgezeichnet, befeuert durch Hoffnung auf positive Effekte umfassender Management- und Kreativwechsel in der Branche.

Vor allem die Geschäfte in China entwickelten sich wieder positiver. Nach langer Schwächephase zogen die Umsätze auf dem Festland an, auch dank neuer Einkaufserlebnisse wie der schiffsförmigen Louis-Vuitton-Boutique in Shanghai. Zwar blieb der Umsatz mit reisenden chinesischen Kunden noch rückläufig, die Tendenz zeigte aber nach oben. Insgesamt sind chinesische Käufer für rund ein Drittel der weltweiten Luxuseinnahmen verantwortlich.

Der Konzern profitierte zudem von markenspezifischen Impulsen. So trugen neue Initiativen von Louis Vuitton zur Stabilisierung bei, obwohl der Bereich Mode und Lederwaren im Jahresvergleich noch ein Minus von zwei Prozent verzeichnete. Finanzchefin Cécile Cabanis warnte allerdings vor anhaltenden Belastungen durch wirtschaftliche Unsicherheiten und ungünstige Wechselkurse im Schlussquartal. Analysten von UBS erwarten für 2026 eine nachhaltigere Belebung, wenn Kollektionen neuer Designer in die Geschäfte kommen.

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