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25.000 geknackt: DAX profitiert von US-Tech-Käufen

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25.000 geknackt: DAX profitiert von US-Tech-Käufen

Die 25.000-Punkte-Marke wirkte wochenlang wie ein Deckel auf dem DAX – am Mittwoch hat ihn der Markt kurzerhand abgesprengt. Am Ende standen 25.278 Punkte auf der Tafel, ein Tagesplus von 1,1 Prozent.

Der Index startete schon morgens freundlich, doch den entscheidenden Schub lieferte erst der Blick über den Atlantik: An der Wall Street setzte eine Schnäppchenjagd ein, besonders bei den sieben großen US-Techwerten, den „Magnificent 7“. Genau dieser Rückenwind gab dem DAX die Extra-Meter, die zuletzt fehlten. Für Chart-Experten ist die runde Marke nicht bloß Kosmetik, sondern eine psychologische Hürde – und die hatte gehalten, solange geopolitische Spannungen, Zinsunsicherheit, Sorgen über KI-bedingte Disruptionen und die Debatte um hohe Bewertungen im US-Technologiesektor die Stimmung ausbremsten. Jetzt wird der Bruch zum Signal: Analyst Andreas Lipkow (CMC Markets) spricht von einem deutlich verbesserten technischen Bild, seit der DAX das Vorwochenhoch bei knapp 25.250 Zählern überstiegen hat. Hält das Niveau, rückt für ihn auch das Allzeithoch wieder näher. Martin Utschneider (RoboMarkets) bleibt dagegen nüchterner: mittelfristig Konsolidierung – langfristig aber ein intakter Aufwärtstrend. Wer hat recht: der Impuls oder die Vorsicht?

Öl wird nervös – und das ist mehr als eine Randnotiz

Neben Aktien fiel der Blick auf den Energiemarkt: Brent stieg um rund drei Prozent auf 69,37 Dollar je Fass – nach abrupt beendeten Friedensgesprächen zwischen der Ukraine und Russland. Seit Wochen kommt es laut Bericht zu Unterbrechungen russischer Öllieferungen durch die Ukraine in die Slowakei und nach Ungarn; Kiew macht dafür einen russischen Angriff vom 27. Januar verantwortlich. Die unter US-Vermittlung geführten Gespräche in Genf endeten nach zwei Tagen ohne Aussicht auf einen Durchbruch. Dazu schürt der Konflikt zwischen Iran und den USA Sorgen, dass Teile der Straße von Hormus zeitweise gesperrt werden könnten – eine Meerenge, die zu den wichtigsten Routen für den Öltransport zählt. Einmal mehr zeigt sich: Politik bleibt der Funke, der Preise und Stimmung zugleich entzündet.

Rüstung gesucht, Bayer fällt – der DAX bleibt ein Flickenteppich

Die gute Laune kam nicht überall an. Im Rüstungssektor zogen Kurse an, nachdem BAE Systems mit einem überraschend starken Geschäftsbericht überzeugte; die Aktie lag zeitweise sechs Prozent vorn. Auch Rheinmetall, Hensoldt und Renk profitierten, der europäische Branchenindex gewann fast zwei Prozent.

Auf der anderen Seite stand Bayer als DAX-Schlusslicht: rund minus vier Prozent. Nach einem positiven Glyphosat-Urteil in den USA hatte die Aktie am Vortag noch kräftig zugelegt, doch der Schwung verpuffte – Gewinnmitnahmen treffen auf fortbestehende rechtliche Risiken. Ebenfalls schwach: Brenntag. Der Wert rutschte nach Bayer ab, nachdem der niederländische Chemikalienhändler IMCD schwache Geschäfte gemeldet hatte; ein Analyst sprach von einem Jahresende, das „noch etwas schlimmer“ ausgefallen sei als ohnehin befürchtet. IMCD brach um 15 Prozent ein.

Wall Street prüft die Nerven – Tech dreht wieder auf

In den USA lagen die Standardwerte zur Handelsmitte im Plus: Der Dow Jones stieg um 0,3 Prozent, blieb aber unter 50.000 Punkten. Gleichzeitig hängt das große KI-Thema wie ein Schatten über dem Parkett: Sorgen über Folgen für Geschäftsmodelle lasten laut Bericht, Axel Botte (Ostrum Asset Management) beschreibt eine Art Stresstest für die Widerstandsfähigkeit der Unternehmen – und wachsende Risikoscheu.

Unter den Tech-Schwergewichten wurde ausgerechnet der KI-Champion wieder gefeiert: Nvidia führte die Gewinne an, weil Meta in den nächsten Jahren eine Millionenzahl von Nvidia-Prozessoren einsetzen will. Ein Signal mit Wucht – aber auch eine Erinnerung daran, wie schnell sich die Marktlaune an einzelnen Schlagzeilen ausrichtet. Tragfähig ist das nur, wenn daraus mehr wird als der nächste kurze Sprint.

Bei Einzeltiteln sorgten weitere Nachrichten für Bewegung: Die New-York-Times-Aktie stieg, weil Berkshire Hathaway rund fünf Millionen Anteile kaufte – ein Einstieg, der im Markt als Ritterschlag gilt, auch nach dem Chefwechsel von Warren Buffett zu Greg Abel. In Italien trieben Fusionspläne die Kurse: Monte dei Paschi (MPS) will Mediobanca vollständig übernehmen und die Investmentbank von der Börse nehmen; beide Aktien kletterten, besonders Mediobanca.

Auch Moderna bekam Rückenwind: Die FDA will den Grippeimpfstoff nun doch prüfen. Zuvor hatte sie den Zulassungsantrag vorerst abgelehnt und die Wahl des Vergleichspräparats in der entscheidenden Studie kritisiert; den überarbeiteten Antrag nahm sie zur Prüfung an. Eine Entscheidung soll bis 5. August fallen – damit könnte der Impfstoff bereits in der Grippesaison 2026/27 verfügbar sein. Dagegen rutschte Palo Alto nach einer gesenkten Gewinnprognose: Höhere Kosten im Zusammenhang mit Firmenübernahmen im KI-Bereich drückten die Ziele; gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb im KI-Sicherheitsmarkt.

Zum Schluss bleibt die Notenbankbühne ein zusätzlicher Spannungstreiber: Berichte über einen möglichen vorzeitigen Rückzug von EZB-Präsidentin Christine Lagarde kursieren, offiziell ist nichts entschieden – bislang reagieren die Märkte verhalten. Neue Impulse erhoffen sich viele Anleger am Abend um 20 Uhr vom Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung: Nach robusten US-Arbeitsmarktdaten sind Zinssenkungshoffnungen gedämpft, umso genauer wird nun gelesen, was zwischen den Zeilen steht. Entscheidend wird, ob der DAX den Sprung über die Marke nicht nur schafft – sondern verteidigt.

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