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Zentralbanken setzen verstärkt auf Goldreserven

Vertrauen in den US-Dollar schwindet – geopolitische Risiken fördern strategische Umschichtung

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Zentralbanken setzen verstärkt auf Goldreserven

Zentralbanken weltweit setzen in zunehmendem Maße auf Gold als Teil ihrer Währungsreserven – zulasten des US-Dollars. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage des World Gold Council hervor, an der 73 Zentralbanken zwischen Ende Februar und Mitte Mai teilgenommen haben. Demnach erwarten 76 Prozent der befragten Institutionen, dass ihr Goldanteil an den Reserven in den kommenden fünf Jahren steigen wird. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 69 Prozent.

Gleichzeitig gehen fast drei Viertel der Zentralbanken davon aus, dass ihre auf US-Dollar lautenden Reserven in den nächsten fünf Jahren abnehmen werden. Dieser Trend war bereits 2024 sichtbar, als 62 Prozent eine Abkehr vom Dollar erwarteten. Der World Gold Council nennt mehrere Gründe für die Neuausrichtung der Reserven: Gold habe sich in Krisenzeiten bewährt, trage zur Diversifikation von Portfolios bei und diene als Absicherung gegen Inflation.

In den vergangenen drei Jahren kauften Zentralbanken jährlich über 1.000 Tonnen Gold – mehr als doppelt so viel wie der Durchschnitt von 400 bis 500 Tonnen im Jahrzehnt davor. Diese Entwicklung fiel in eine Phase globaler geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten. Besonders auffällig: Ein Rekordwert von 95 Prozent der Umfrageteilnehmer geht davon aus, dass die Goldreserven der Zentralbanken in den nächsten zwölf Monaten weiter zunehmen werden. Im Vorjahr waren es noch 81 Prozent.

Trotz des kontinuierlichen Preisanstiegs – im April 2025 erreichte Gold mit 3.500,05 US-Dollar je Feinunze ein Allzeithoch – bleibt die Nachfrage hoch. Der Wert entspricht einem Anstieg von 95 Prozent seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022.

Als bevorzugter Lagerort für Goldreserven gilt weiterhin die Bank of England. Daneben spielt auch der geopolitische Kontext eine Rolle: 59 Prozent der Zentralbanken gaben an, dass potenzielle Handelskonflikte und Zölle Einfluss auf das Management ihrer Währungsreserven haben. Besonders häufig wurde dieser Zusammenhang von Notenbanken aus Schwellen- und Entwicklungsländern genannt – dort äußerten sich 69 Prozent entsprechend, während es unter den Zentralbanken fortgeschrittener Volkswirtschaften nur 40 Prozent waren.

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