Merz stellt sich gegen Unicredit-Pläne zur Commerzbank
Kanzler kritisiert „unfreundliches Vorgehen“ und warnt vor Verlust der Eigenständigkeit

Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich klar gegen eine mögliche Übernahme der Commerzbank durch die italienische Großbank Unicredit positioniert. In einem Schreiben an den Vorsitzenden des Commerzbank-Konzernbetriebsrats, Sascha Uebel, sprach Merz von einem „nicht akzeptablen“ Vorgehen. Besonders kritisch bewertete der Kanzler das aus seiner Sicht „unabgestimmte und unfreundliche“ Verhalten der Unicredit Group. Seine Aussagen stehen im Zusammenhang mit dem Versuch der Italiener, Einfluss auf das zweitgrößte deutsche Privatbankhaus zu nehmen.
In dem Brief, der über das Netzwerk LinkedIn veröffentlicht wurde, betont Merz die Bedeutung der Commerzbank für den deutschen Finanzstandort. Er erklärte, dass die Bundesregierung auf eine starke und eigenständige Commerzbank setze. Die Befürchtungen über einen möglichen Verlust der Eigenständigkeit nehme man sehr ernst. Gleichzeitig verwies er auf die ambitionierten Ziele der Bank, die im Februar bekanntgegeben wurden, sowie auf das erfolgreiche Ergebnis im ersten Quartal, das auf eine positive Entwicklung hindeute.
Aktuell liegt die Beteiligung der Unicredit Group an der Commerzbank noch unter der Schwelle, ab der ein offizielles Übernahmeangebot notwendig wäre. Dennoch beobachte der Bundesminister der Finanzen, Lars Klingbeil, die weitere Entwicklung genau. Merz kündigte an, von Klingbeil über wesentliche Veränderungen informiert zu werden.
Die italienische Bank hatte im vergangenen Jahr die Gelegenheit genutzt, beim Teilausstieg des Bundes aus der seit der Finanzkrise teilverstaatlichten Commerzbank größere Anteile zu erwerben. Der italienische Unicredit-Chef Andrea Orcel wirbt seither für eine Integration der Commerzbank in den Unicredit-Konzern. Aktuell hält der deutsche Staat noch rund zwölf Prozent an dem Frankfurter Institut.
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Zur AktienanalyseIn Deutschland regt sich breiter Widerstand gegen die möglichen Übernahmepläne. Die Gewerkschaft Verdi warnt vor einem massiven Stellenabbau sowohl bei der Commerzbank als auch bei der Unicredit-Tochter Hypovereinsbank. Bereits im Mai hatte Finanzminister Klingbeil betont, dass die Bundesregierung an einer eigenständigen Commerzbank festhalten wolle, gerade wegen ihrer Einstufung als systemrelevantes Institut.


