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Wirtschaftswachstum bricht drastisch ein

Institute warnen vor Strukturproblemen, US-Zöllen und Investitionszurückhaltung

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Wirtschaftswachstum bricht drastisch ein

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland haben ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum im Jahr 2025 deutlich gesenkt. Statt des ursprünglich erwarteten Anstiegs des Bruttoinlandsprodukts um 0,8 Prozent rechnen sie nun nur noch mit einem minimalen Wachstum von 0,1 Prozent. Diese Entwicklung führen die Fachleute auf eine Kombination aus strukturellen Schwächen und aktuellen internationalen Unsicherheiten zurück.

Ein zentrales Problem bleibt der anhaltende Fachkräftemangel, der ebenso wie die zunehmende Bürokratie als strukturelles Hemmnis für das Wirtschaftswachstum genannt wird. Darüber hinaus sorgt die derzeitige US-Handelspolitik für zusätzliche Unsicherheit. Die von den USA erhobenen Zölle auf Produkte wie Aluminium, Stahl und Autos sowie mögliche Gegenzölle der Europäischen Union könnten das Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts in diesem und im kommenden Jahr um jeweils 0,1 Prozentpunkte verringern. Die wirtschaftliche Lage werde durch die geopolitischen Spannungen zusätzlich verschärft, so die Einschätzung der Institute.

Die unklare Zukunft der US-Zölle erschwert die Planung für Unternehmen und Investoren. Die plötzliche Aussetzung der angekündigten Zölle für einen Zeitraum von 90 Tagen ist in den Berechnungen der Institute nicht berücksichtigt worden. Trotz dieser Pause bleibe die Unberechenbarkeit ein entscheidender Risikofaktor für die wirtschaftliche Entwicklung. Investitionen könnten dadurch verzögert werden, Produktionskosten steigen, und der Welthandel insgesamt an Dynamik verlieren.

Auch wenn die Bundesregierung mit einem schuldenfinanzierten Investitionsprogramm auf Verteidigung, Klimaschutz und Infrastruktur setzt, rechnen die Fachleute mit spürbaren Effekten erst ab dem kommenden Jahr. Für 2026 prognostizieren sie ein Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent. Im laufenden Jahr werde jedoch voraussichtlich nur ein geringer Teil der vorgesehenen Mittel abgerufen.

Neben der geopolitischen Lage belasten auch hohe Energiepreise und die Konkurrenz aus China die deutsche Wirtschaft. Einige Bereiche der energieintensiven Industrie scheinen dauerhaft an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt zu haben. Die Institute fordern eine Anpassung des Sozialsystems an den demografischen Wandel, um steigende Lohnnebenkosten zu vermeiden, sowie Maßnahmen zur Förderung qualifizierter Zuwanderung, Senkung der Energiepreise und eine durchgreifende Entbürokratisierung.

Trotz leicht sinkender Inflation blieb der private Konsum im Vorjahr verhalten. Viele Haushalte sparten, was sich in einer Sparquote von 11,4 Prozent widerspiegelte. Die Arbeitslosenquote stieg leicht auf 6,3 Prozent, wobei vor allem im produzierenden Gewerbe Stellen wegfielen. Im öffentlichen Dienst, im Bildungs- und Gesundheitswesen wurden hingegen neue Arbeitsplätze geschaffen.

DeutschlandWirtschaftFinanzenGeldpolitik

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