Western Alliance schreibt 126 Mio. Dollar auf Jefferies-Darlehen ab
Die US-Regionalbank klagt gegen Jefferies wegen Vertragsbruchs und Betrugs – Aktie bricht ein.

Die Western Alliance Bancorporation (NYSE: WAL) hat am Freitag eine Abschreibung in Höhe von 126,4 Millionen US-Dollar bekanntgegeben. Auslöser ist der Zahlungsausfall einer Gegenpartei bei einem Handelsfinanzierungsdarlehen. Die Aktie der in Phoenix ansässigen Bank reagierte mit einem Kursrückgang von rund 6 Prozent.
Die Jefferies Financial Group hatte Western Alliance darüber informiert, dass die vereinbarten Zahlungen gemäß einer Stundungsvereinbarung nicht geleistet würden. Daraufhin reichte Western Alliance noch am Freitagmorgen beim New York Supreme Court Klage gegen Jefferies, Leucadia Asset Management (LAM) und verbundene Unternehmen ein. Die Klagegründe umfassen Vertragsbruch und Betrug im Zusammenhang mit einem durch Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besicherten Darlehen.
Hintergrund: First Brands und fehlerhafte UCC-Erklärungen
Der Ursprung des Streits liegt in einem Darlehen, das durch Forderungen der First Brands Group besichert war. LAMs Dienstleister hatte es versäumt, die erforderlichen UCC-Finanzierungserklärungen für diese Forderungen aufrechtzuerhalten – ein formaler Fehler, der zu Darlehensausfällen führte. First Brands hatte im September 2024 Insolvenz angemeldet, nachdem Prüfungen Unregelmäßigkeiten in der Finanzberichterstattung aufgedeckt hatten.
Im Oktober 2025 trat eine Stundungsvereinbarung in Kraft, in der sich die Beklagten zur vollständigen Vorabzahlung bis zum 31. März 2026 verpflichteten. Western Alliance erhielt Zahlungen bis zum 15. Januar 2026, darunter eine Zahlung von 42,125 Millionen US-Dollar. Die letzten beiden im ersten Quartal fälligen Raten blieben jedoch aus.
Bank plant Gegenmaßnahmen zur Ergebnissicherung
Western Alliance will die Folgen der Abschreibung durch zwei Maßnahmen abfedern: realisierte Wertpapiergewinne von rund 50 Millionen US-Dollar – davon bereits 45 Millionen im laufenden Quartal – sowie geplante Kostensenkungen von weiteren 50 Millionen Dollar. Diese Maßnahmen sollen laut Bank einen Gesamtausgleich von 100 Millionen US-Dollar liefern. CEO Kenneth Vecchione erklärte, man prüfe weitere Wege, um die verbleibende Lücke von 26 Millionen US-Dollar zu schließen.
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Zur AktienanalyseTrotz der Belastung erwartet Western Alliance ein profitables Quartal bei stabilen Kapitalquoten. Die harte Kernkapitalquote (CET1) würde nach der Abschreibung lediglich um 7 Basispunkte auf rund 10,93 Prozent sinken, ausgehend von 11,0 Prozent zum Jahresende 2025. Zum 5. März 2026 verfügte die Bank über 21,5 Milliarden US-Dollar an hochwertigen liquiden Mitteln sowie 20 Milliarden US-Dollar an außerbilanzieller Kreditaufnahmekapazität.
Jefferies wies die Klage als unbegründet zurück und kündigte eine entschiedene Verteidigung an. Das Unternehmen erklärte jedoch, die Verluste der Kreditgeber im Zusammenhang mit dem First-Brands-Betrug zu bedauern. Investoren verklagen Jefferies zudem separat wegen angeblicher Täuschung bei der Investition in einen mit First Brands verbundenen Fonds, dem Leucadia Asset Management rund 715 Millionen US-Dollar an Forderungen schuldete. Die Jefferies-Aktie verlor im vorbörslichen Handel zeitweise knapp 3 Prozent.


