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Webasto reduziert Produktion in China

Werksschließungen und Stellenabbau als Reaktion auf schwache Autokonjunktur und Konkurrenzdruck

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Webasto reduziert Produktion in China

Der Autozulieferer Webasto hat seine Produktion in China erheblich reduziert. Aufgrund rückläufiger Umsätze hat das Unternehmen zwei seiner Werke in China geschlossen und einen weiteren Standort verkleinert. Dies führte dazu, dass die Anzahl der Produktionswerke in China auf sieben sank und 500 Mitarbeiter betroffen sind. Diese Maßnahmen markieren eine Umkehrung nach fast zwei Jahrzehnten der Expansion in der Region, in denen Webasto als Weltmarktführer für Dachsysteme erheblich vom chinesischen Autoboom profitierte. Besonders beliebt waren die Glaspanoramadächer, die das Unternehmen dort produzierte.

Die aktuelle wirtschaftliche Lage in China, in Kombination mit der steigenden Konkurrenz durch chinesische Hersteller, hat zu einem Umsatzrückgang geführt. Im Jahr 2023 sank der Umsatz in China erstmals, was erheblich zur Reduktion der operativen Rendite auf ein Prozent beitrug. Dies ist ein wesentlicher Bestandteil des umfassenden Sparkurses, den Webasto seit Anfang des Jahres verfolgt. Insgesamt plant das Unternehmen den Abbau von 1600 Stellen, was rund zehn Prozent der Belegschaft entspricht. Der Abbau betrifft hauptsächlich die Verwaltung und soll durch Abfindungen und Vorruhestand realisiert werden.

Ziel der Sparmaßnahmen ist es, im laufenden Jahr einen dreistelligen Millionenbetrag einzusparen und mittelfristig eine operative Umsatzrendite zwischen fünf und sieben Prozent zu erreichen. Webasto hat auch seine Geschäftsfelder überprüft und versucht, durch neue Geschäftsfelder in der Elektromobilität unabhängiger vom Dachgeschäft zu werden. Allerdings verlief dies bisher nur teilweise erfolgreich. Verluste im neu aufgebauten Geschäft für Ladelösungen für Elektroautos führten dazu, dass Webasto im Februar die Mehrheit dieses defizitären Geschäfts an den Finanzinvestor Transom Capital Group verkaufte.

Trotz dieser Herausforderungen hält Webasto an seinem Geschäft mit der Montage von Batteriesystemen fest und erhöhte 2023 die Ausgaben für Forschung und Entwicklung erneut. Mit einer F&E-Quote von 7,4 Prozent liegt das Unternehmen deutlich über dem Durchschnitt der Autoindustrie. Zukünftig möchte sich Webasto auf Dachsysteme, Batterielösungen, Standheizungen und Kühlanlagen konzentrieren. Diese Maßnahmen sind auch eine Reaktion auf die gestiegenen Kosten für Rohstoffe und Energie sowie die sinkenden Stückzahlen der Autohersteller, die auch andere große Zulieferer wie Bosch, ZF Friedrichshafen und Continental zu Stellenstreichungen veranlasst haben.

Webasto-Chef Holger Engelmann betont, dass die bisherigen Vertragsgestaltungen mit den Autoherstellern nicht mehr tragfähig sind. Viele Verträge hätten fest vereinbarte Mengen und Preise mit Laufzeiten bis zu sieben Jahren, die bei sinkenden Stückzahlen nicht mehr kostendeckend sind. Engelmann fordert daher die Autohersteller auf, die Zulieferer stärker zu unterstützen und die Geschäftsbeziehungen neu zu justieren, um den aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen besser begegnen zu können.

WebastoChinaWirtschaft

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