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Wall Street startet fester: Chip-Aktien erholen sich vor Megacap-Zahlen

Halbleiterwerte legen vorbörslich zu, während Anleger auf Quartalszahlen von Alphabet, Tesla, Intel und IBM warten.

Wall Street startet fester: Chip-Aktien erholen sich vor Megacap-Zahlen

Die US-Börsen steuerten am Montag auf eine freundliche Eröffnung zu. Chip-Aktien erholten sich von ihrem scharfen Rücksetzer der Vorwoche, und die Aufmerksamkeit der Anleger richtete sich auf eine Reihe wichtiger Quartalsergebnisse großer Technologiekonzerne. Um 08:44 Uhr ET notierten die Dow E-Minis 73 Punkte oder 0,14% höher, die S&P 500 E-Minis stiegen um 27,75 Punkte oder 0,37%, und die Nasdaq 100 E-Minis legten um 235 Punkte oder 0,82% zu.

Im Mittelpunkt der Berichtssaison für das zweite Quartal stehen in dieser Woche Alphabet, Tesla, Intel und IBM. Besonders die Ergebnisse von Intel und Texas Instruments werden von Investoren genau unter die Lupe genommen – sie gelten als Gradmesser dafür, ob der Halbleitersektor nach seiner jüngsten Schwächephase wieder an Fahrt aufnehmen kann.

Halbleitersektor im Bärenmarkt – aber noch deutlich im Plus

Der Philadelphia SE Semiconductor Index hatte den Freitag mehr als 20% unter seinem Rekordhoch von Ende Juni beendet und damit offiziell einen Rückgang in den Bärenmarkt bestätigt. Seit Jahresbeginn liegt der Index jedoch immer noch rund 65% im Plus – ein Zeichen dafür, wie stark die KI-getriebene Rallye den Sektor in den vergangenen Monaten beflügelt hatte.

Am Montag führten Speicherchiphersteller die Erholung an. Western Digital, Seagate Technology, Micron Technology und SanDisk legten im vorbörslichen Handel zwischen 3,7% und 4,7% zu. Ein sprunghafter Anstieg der KI-Investitionen durch sogenannte Hyperscaler – also große Cloud-Anbieter wie Amazon, Microsoft und Google – war ein wesentlicher Treiber für die diesjährigen Marktgewinne und hatte technologielastige US-Indizes auf Rekordhöhen getrieben.

„Der Spielraum für Fehler am Markt ist zum jetzigen Zeitpunkt einfach geringer geworden. Jede Art von Ereignissen oder Gewinnnachrichten könnte den Markt wahrscheinlich nach unten bewegen", warnte Jack Herr, Senior Investment Analyst bei GuideStone Funds. „Mit dem Übergang in die zweite Jahreshälfte sind die Markterwartungen höher als zuvor."

Hohe Gewinnerwartungen für den S&P 500

Die Märkte erwarten für das zweite Quartal ein Gewinnwachstum im S&P 500 von 26% im Vergleich zum Vorjahr – eine deutliche Aufwärtsrevision gegenüber der früheren Schätzung von 23,7%, wie aus von LSEG zusammengestellten Daten hervorgeht. Diese hohe Messlatte erhöht den Druck auf die berichtenden Unternehmen, die Erwartungen zu erfüllen oder zu übertreffen.

Die Rückgänge der vergangenen Woche hatten die Märkte trotz moderater Inflationsdaten erfasst, die Sorgen über eine baldige Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve teilweise zerstreut hatten. Auch ein solider Start der Berichtssaison durch große US-Banken hatte die Verluste nicht verhindern können. Laut dem FedWatch-Tool der CME preisen die Märkte derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 12% für eine Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt auf der Juli-Sitzung der Fed ein, sowie eine Wahrscheinlichkeit von etwa 53% für eine weitere Erhöhung im September.

Geopolitische Spannungen und Ölpreisanstieg

Zusätzlichen Gesprächsstoff lieferten geopolitische Entwicklungen im Nahen Osten. Rohöl der Sorte Brent kletterte zum ersten Mal seit Anfang Juni kurzzeitig über 90 US-Dollar pro Barrel, nachdem es erneut zu Störungen der Schifffahrt durch die Straße von Hormus gekommen war. Das iranische Außenministerium hatte mitgeteilt, dass Vermittler Teheran kürzlich Vorschläge unterbreitet hätten – ein Signal, das die Märkte aufmerksam verfolgten.

Abseits des Technologiesektors sorgte Domino's Pizza für positive Schlagzeilen: Die Aktie der Pizzakette legte vorbörslich um 6,2% zu, nachdem der Quartalsumsatz die Schätzungen der Wall Street knapp übertroffen hatte. Für deutsche Anleger bleibt die laufende US-Berichtssaison ein wichtiger Stimmungsindikator – insbesondere die Ergebnisse der KI-nahen Technologiekonzerne dürften auch hierzulande die Richtung für Tech-Investments vorgeben.

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