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Wall Street setzt auf Trumps Iran-Nachgeben – doch der TACO-Trade wackelt

Öl über 100 Dollar: Wall-Street-Indikator schlägt Alarm – doch die Aktienmärkte halten dagegen.

• 2 Min
Wall Street setzt auf Trumps Iran-Nachgeben – doch der TACO-Trade wackelt

Die Ölpreise haben die Marke von 100 Dollar pro Barrel überschritten, und an der Wall Street wächst die Nervosität. Ein etablierter Indikator, der mögliche Deeskalationssignale zwischen den USA und dem Iran anzeigen soll, hat zum ersten Mal seit Monaten ausgeschlagen. Dahinter steckt eine brisante Frage: Was passiert, wenn Präsident Donald Trump diesmal nicht auf Friedensgespräche setzt?

Bislang hatten Investoren nahezu den gesamten Frühling über auf eine bewährte Strategie gesetzt: Jeden Kursrücksetzer kaufen, in der festen Erwartung, Trump werde die diplomatischen Kanäle zum Iran wieder öffnen. Doch nun stellen sich Marktteilnehmer zunehmend die unbequeme Frage, ob diese Rechnung in diesem Zyklus noch aufgeht.

Der „TACO"-Trade und seine Achillesferse

An der Wall Street hat sich ein Indikator etabliert, der potenzielle Signale für eine Entspannung zwischen Washington und Teheran aufzeigen soll. Entwickelt wurde er von der Beratungsfirma Signum Global. Die zugrundeliegende These: Trump könnte von weiteren Angriffen gegen den Iran absehen oder die Wiederaufnahme von Waffenstillstandsgesprächen in Erwägung ziehen – allerdings nur unter einer bestimmten Bedingung.

Diese Bedingung ist ein steigender Ölpreis bei gleichzeitig unter Druck geratenen Aktienmärkten. Sobald beide Faktoren zusammentreffen, steigt der politische Druck auf den Präsidenten, deeskalierend zu wirken. Der Indikator hat nun zum ersten Mal seit Monaten ein entsprechendes Signal ausgesendet.

Doch die aktuelle Gemengelage ist komplizierter. Zwar sind die Ölpreise mit über 100 Dollar pro Barrel auf ein Niveau gestiegen, das historisch oft zu politischen Kurswechseln geführt hat. Gleichzeitig zeigen sich die Aktienmärkte jedoch weiterhin bemerkenswert robust. Genau hier liegt das Problem für den „TACO"-Trade, wie Händler die Strategie nennen.

Die Sorge der Investoren

Die Befürchtung an der Wall Street: Aufgrund der anhaltenden Stärke der Aktienmärkte könnte Trump weniger bereit sein, auf Friedensgespräche zu drängen. Solange die Börsen nicht signifikant nachgeben, fehlt der entscheidende innenpolitische Druck, der den Präsidenten zu einer diplomatischen Lösung bewegen würde.

Hinzu kommt eine politische Dimension: Das Repräsentantenhaus hat mittlerweile dreimal darüber abgestimmt, die Beteiligung der USA am Konflikt mit dem Iran zu beenden. Dies zeigt, dass es im Kongress durchaus Kräfte gibt, die auf eine Deeskalation drängen – bisher jedoch ohne durchschlagenden Erfolg.

Für Anleger bedeutet dies eine schwierige Abwägung. Wer weiterhin auf den „TACO"-Trade setzt, geht davon aus, dass Trump letztlich nachgeben wird. Sollte sich diese Erwartung jedoch nicht erfüllen, drohen erhebliche Verwerfungen an den Märkten. Die Ölpreise könnten weiter steigen, während Aktien unter Druck geraten – ein Szenario, das an die Ölkrisen vergangener Jahrzehnte erinnert.

Ausblick: Warten auf das Signal

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Indikator von Signum Global auch diesmal seine Treffsicherheit beweist. Entscheidend wird sein, ob die Aktienmärkte angesichts der hohen Ölpreise und der geopolitischen Unsicherheit nachgeben. Erst dann wäre die Konstellation erreicht, die Trump historisch zu Zugeständnissen bewegt hat.

Bis dahin bleibt die Lage angespannt. Die Wall Street hält den Atem an und beobachtet gespannt, ob der „TACO"-Trade diesmal aufgeht – oder ob er die Anleger in die Irre führt.

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