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Wall Street-Rally endet abrupt

Überkaufter Markt und geopolitische Risiken schüren Unsicherheit - Einzelwerte reagieren unterschiedlich

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Wall Street-Rally endet abrupt

Die Börsenindizes an der Wall Street erlebten am Mittwoch einen turbulenten Handelstag, der mit einem negativen Vorzeichen endete. Nach einer beeindruckenden Serie von neun aufeinanderfolgenden Handelstagen im Plus kippten plötzlich alle wichtigen Indizes ins Minus. Dieses abrupte Ende der positiven Entwicklung war für viele Marktteilnehmer überraschend und wirft die Frage auf, ob die vorherige Rally nachhaltig war.

Der Dow Jones-Index, der zwischenzeitlich kurzzeitig im positiven Bereich lag, verlor letztendlich 0,8 Prozent und notiert nun bei 37.259 Punkten. Ebenso verzeichnete der S&P 500 einen Rückgang von 0,9 Prozent auf 4725 Punkte, während der technologielastige Nasdaq Composite ebenfalls 0,9 Prozent auf 14.865 Punkte verlor.

Diese unerwartete Entwicklung zeigt, dass der Dow-Jones-Index, das älteste Börsenbarometer der Welt, zu schnell und zu hoch gestiegen ist. Laut technischer Analyse weist der sogenannte "Relative-Stärke-Index" (RSI) auf eine Überkauft-Situation hin, da er einen Wert von 87 erreicht hat. Werte über 70 gelten als überkauft, was auf eine mögliche Korrektur hindeutet. Kapitalmarktexperte Thomas Altmann erinnert daran, dass eine ähnliche Situation zuletzt Anfang 2018 zu einem zweistelligen Rückgang führte.

Trotz dieses Rückgangs sind die Aussichten für das Gesamtjahr 2023 weiterhin positiv. Der S&P 500 verzeichnete in diesem Monat einen Anstieg um 4,4 Prozent und im bisherigen Jahresverlauf sogar um 24,2 Prozent. Der Dow legte im Dezember um 4,5 Prozent und im Jahr 2023 um 13,3 Prozent zu, während der Nasdaq im Dezember um 5,5 Prozent und im Jahr 2023 um beeindruckende 43,4 Prozent stieg.

Die Wall Street-Anleger stehen vor einer Herausforderung, da sie zwischen saisonalen Trends und den Auswirkungen massiver Kapitalzuflüsse auf einem überkauften Markt jonglieren. Die enttäuschenden Quartalszahlen und die Unsicherheit bezüglich der Zinssenkungen durch die US-Notenbank tragen ebenfalls zur Verunsicherung bei. Die Erwartungen hinsichtlich der Zinssenkungen könnten überzogen sein, da etwa 80 Prozent der Marktteilnehmer eine erste Zinssenkung im März erwarten.

Zusätzlich belasten geopolitische Risiken den Markt, insbesondere die verstärkten Angriffe der Huthi-Rebellen im Jemen auf Schiffe im Roten Meer, die die Ölpreise in die Höhe treiben. Trotzdem zeigen sich Experten zuversichtlich, dass der Markt sich an die veränderten Lieferwege anpassen wird, solange die Ölproduktion nicht gefährdet ist.

In Bezug auf Einzelwerte verzeichneten Unternehmen wie FedEx, General Mills, Winnebago und Marathon Digital unterschiedliche Entwicklungen. Während FedEx anfangs fast elf Prozent verlor, stabilisierte sich die Aktie später und schloss nur noch 0,9 Prozent im Minus. General Mills und Winnebago hingegen enttäuschten mit ihren Quartalszahlen und verloren jeweils drei Prozent beziehungsweise 3,8 Prozent. Im Gegensatz dazu verzeichnete Marathon Digital einen Anstieg von 3,6 Prozent, nachdem das Unternehmen bekannt gegeben hatte, Bitcoin-Mining-Sites zu erwerben.

Wall StreetIndizesBörse

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