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Wall Street auf Rekordhoch: Ölpreiseinbruch nach Hormus-Öffnung

Hoffnung auf Iran-Friedensabkommen beflügelt US-Börsen – Nasdaq verzeichnet längste Gewinnserie seit 1992.

Wall Street auf Rekordhoch: Ölpreiseinbruch nach Hormus-Öffnung

Die Wall Street hat am Freitag neue Rekordhochs erreicht, nachdem der iranische Außenminister Abbas Araghchi die Straße von Hormus für alle Handelsschiffe für „vollständig offen" erklärt hatte. Gleichzeitig kündigte US-Präsident Donald Trump an, dass an diesem Wochenende Gespräche zwischen Teheran und Washington stattfinden könnten. Die Aussicht auf ein baldiges Friedensabkommen zur Beendigung des Iran-Krieges – der seit dem 28. Februar Tausende Todesopfer gefordert hat – trieb die Märkte kräftig nach oben.

Der technologielastige Nasdaq Composite legte um 365,78 Punkte oder 1,52 % auf 24.468,48 Zähler zu. Es war der 13. Anstieg in Folge – die längste Gewinnserie des Index seit 1992. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 868,71 Punkte oder 1,79 % auf 49.447,43 Punkte, während der S&P 500 um 84,78 Punkte oder 1,20 % auf 7.126,06 Zähler zulegte.

Im Wochenverlauf fiel die Bilanz noch beeindruckender aus: Der S&P 500 gewann inoffiziellen Daten zufolge 4,53 %, der Nasdaq kletterte um 6,84 % und der Dow Jones um 3,2 %. Der Small-Cap-Index Russell 2000 übertraf die Large Caps mit einem Tagesplus von 2,1 % und markierte sowohl ein neues Intraday-Rekordhoch als auch ein Rekordhoch auf Schlusskursbasis.

Ölpreise brechen ein – Inflationssorgen nehmen ab

Der entscheidende Katalysator für die Kursrally war der Einbruch der US-Rohölpreise um mehr als 11 %. Die Straße von Hormus gilt als einer der wichtigsten Energietransportwege der Welt, und ihre Öffnung linderte die Sorgen um steigende Energiepreise und damit verbundene Inflationsrisiken. „Die Sorge, dass Öl die Welt in einen Abschwung stürzt, nimmt ab, während es in Richtung eines möglichen endgültigen Abkommens vorangeht", sagte Bob Doll, CEO von Crossmark. Er betonte jedoch, dass es noch kein unterzeichnetes Abkommen gebe, es aber „so aussieht, als ob es sich in eine Richtung bewegt, die ausreicht, um den Markt steigen zu lassen."

Besonders profitieren konnten Unternehmen, die stark von Energiekosten abhängig sind. Nick Johnson, CEO und CIO von Willis Johnson & Associates, erklärte: „Sinkende Energiepreise haben eine größere Auswirkung auf Small Caps, da diese über geringere Margen verfügen." Er fügte hinzu: „Es wird allmählich klar, dass sowohl die USA als auch der Iran dieses Thema hinter sich lassen wollen."

Kreuzfahrt- und Fluggesellschaften als große Gewinner

Unter den elf Sektoren des S&P 500 führte der Bereich zyklische Konsumgüter mit einem Plus von knapp 2 % die Gewinnerliste an. Kreuzfahrtunternehmen profitierten besonders stark: Royal Caribbean sprang um 7,3 % nach oben, Carnival legte um 7,0 % zu. Auch der Industriesektor gewann 1,8 %, angeführt von United Airlines mit einem Kursplus von 7,0 %.

Dennoch mahnten Experten zur Vorsicht. „Schiffsbetreiber sehen sich immer noch mit astronomischen Kriegsrisiko-Versicherungsprämien, potenziellen Gefahren durch Minen und Unsicherheit bei der Durchsetzung konfrontiert", warnte Erik Bethel, General Partner bei der auf Schifffahrt spezialisierten Investmentfirma Mare Liberum. Die logistischen Herausforderungen für Reedereien bleiben damit trotz der positiven Signale bestehen.

Energiesektor und Netflix als Verlierer des Tages

Auf der Verliererseite stand erwartungsgemäß der Energiesektor, der mit einem Minus von 2,9 % den größten Rückgang unter den S&P-500-Sektoren verzeichnete. Exxon Mobil verlor 3,6 %, Chevron gab 2,2 % nach. Beide Ölmultis belasteten den Benchmark-Index am zweit- und drittstärksten.

Die größte Einzelbelastung für den S&P 500 kam jedoch von Netflix: Die Aktie brach um 9,7 % ein, nachdem der Streaming-Konzern für das laufende Quartal einen Gewinn unter den Erwartungen prognostiziert hatte. Zudem gab Netflix das Ausscheiden von Mitbegründer und langjährigem Chairman Reed Hastings bekannt – nach einer 29-jährigen Amtszeit. Auch Alcoa verlor 6,8 %, da der Aluminiumproduzent im ersten Quartal sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz die Analystenerwartungen verfehlte. Als Gründe nannte das Unternehmen gestiegene Kosten und nachlassende Nachfrage.

Das Handelsvolumen an den US-Börsen war mit 20,29 Milliarden gehandelten Aktien überdurchschnittlich hoch – der gleitende 20-Tage-Durchschnitt liegt bei 19,12 Milliarden. An der New York Stock Exchange überwogen die Gewinner gegenüber den Verlierern im Verhältnis von 4,03 zu 1, an der Nasdaq im Verhältnis von 3,11 zu 1.

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