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Wahl in der Türkei enttäuscht die Finanzmärkte

Enttäuschung an den Märkten: Opposition verfehlt Sieg in der Türkei, Lira unter Druck

Wahl in der Türkei enttäuscht die Finanzmärkte

Nach der Wahl in der Türkei verzeichneten die türkischen Aktien starke Verluste, während Analysten eine weitere Schwächung der Lira prognostizieren. Die Märkte hatten ebenso wie die Globalisten auf einen Sieg der Opposition gehofft.

Nach der Wahl in der Türkei waren die Finanzmärkte enttäuscht. Der türkische Leitindex ISE 100 fiel nach der Wahl um bis zu 6,4 Prozent und der Handel musste zeitweise ausgesetzt werden. Im Laufe des Tages stabilisierte sich die Lage am Aktienmarkt etwas, dennoch blieben die Verluste deutlich sichtbar. Besonders Bankaktien gerieten unter Druck.

Die in Dollar notierten Staatsanleihen fielen und die Kosten für Kreditausfallversicherungen des Landes stiegen deutlich an. Investoren waren enttäuscht, da sie auf einen Sieg des Oppositionskandidaten Kilicdaroglu und eine Rückkehr zu einer orthodoxen Wirtschaftspolitik gehofft hatten, wie Hasnain Malik, Chefanalyst beim Analysehaus Tellimer, betonte.

Präsident Recep Tayyip Erdogan liegt nach Auszählung fast aller Stimmen knapp vor seinem Herausforderer Kemal Kilicdaroglu. Da keiner der beiden Kandidaten im ersten Durchgang die absolute Mehrheit erreichen konnte, wird es in zwei Wochen zu einer Stichwahl kommen.

Während die Börsenkurse einbrachen, blieb die türkische Lira vergleichsweise stabil und erreichte den niedrigsten Stand seit zwei Monaten. Ein Dollar kostete 19,66 Lira. Insidern zufolge wurde die türkische Währung durch den Verkauf von Dollar durch staatliche Kreditinstitute gestützt.

Experten gehen jedoch davon aus, dass die türkische Währung weiter an Wert verlieren wird. Fachleute von JPMorgan prognostizieren einen Kurs von 24 bis 25 Lira gegenüber dem Dollar, während Goldman Sachs eine Abwertung um 50 Prozent innerhalb von zwölf Monaten für möglich hält.

Eine schwache Lira führt zu höheren Preisen für importierte Waren, was zu steigenden Lebenshaltungskosten für die Menschen in der Türkei führt. Obwohl die Inflation gesunken ist, liegt sie mit 44 Prozent immer noch dramatisch hoch.

Die meisten Ökonomen sind der Meinung, dass die Zentralbank die Leitzinsen erhöhen müsste, um der Inflation entgegenzuwirken. Präsident Erdogan lehnt dies jedoch vehement ab, was zu einem Vertrauensverlust bei Investoren führt.

Die bevorstehende Stichwahl wird auch darüber entscheiden, wie groß der Einfluss der Politik auf die Notenbank sein wird. Eine neue Regierung, die die Unabhängigkeit der Notenbank garantiert, könnte positive Auswirkungen auf die Lira haben und zur Dämpfung der Inflation beitragen, so Experten.

Die meisten Volkswirte erwarten jedoch nicht, dass Erdogan seinen Kurs ändern wird, falls er weitere fünf Jahre im Amt bleibt. Daher bleibt die Lira weiterhin unter Druck, und das Risiko eines Zahlungsausfalls bleibt bestehen.

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