Waffenstillstandshoffnungen treiben globale Aktienmärkte auf Rekordhochs
Trump kündigt direkte Israel-Libanon-Gespräche an – Märkte weltweit reagieren mit Kursgewinnen, Dollar auf Mehrwochentief.

Die globalen Aktienmärkte haben neue Rekordstände erreicht, während Händler verstärkt auf ein baldiges Ende des Konflikts im Nahen Osten setzen. US-Präsident Donald Trump befeuerte den Optimismus mit einem Post auf Truth Social, in dem er ankündigte, direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon würden „morgen stattfinden". Der MSCI All-Country World Index stieg daraufhin um 0,3 % auf ein Allzeithoch.
Besonders stark zogen die asiatischen Märkte an. Der japanische Nikkei 225 sprang um 2,2 % auf einen neuen Rekordwert, der breiteste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans legte um 1,2 % zu. Chinesische Aktien im CSI 300 gewannen 0,9 %, während der Yuan im Offshore-Handel in Hongkong stabil blieb. Im frühen europäischen Handel notierten überregionale Futures 0,3 % höher, DAX-Futures legten 0,2 % zu und FTSE-Futures stiegen um 0,1 %. Die E-Mini-Futures auf den S&P 500 notierten 0,2 % im Plus.
Chinas Wirtschaft übertrifft Erwartungen
Rückenwind lieferten auch starke Konjunkturdaten aus China. Die größte Volkswirtschaft Asiens wuchs im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 5,0 % – und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Die Zahlen wurden veröffentlicht, während sich die chinesische Politik gleichzeitig auf die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges vorbereitete.
Im Fokus der Anleger steht zudem der taiwanesische Chipriese TSMC, der am späteren Donnerstag seine Quartalszahlen vorlegt. Analysten erwarten einen Anstieg des Nettogewinns um 50 %, da die Nachfrage nach hochentwickelten Chips – insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz – sprunghaft gestiegen ist. TSMC gilt als Eckpfeiler des globalen KI-Sektors und ist ein Schwergewicht in den Schwellenländerindizes.
Dollar schwächelt – Fed-Unabhängigkeit in der Diskussion
An den Devisenmärkten gab der US-Dollar-Index um 0,1 % nach und erreichte damit den schwächsten Stand seit Beginn des Iran-Krieges – den neunten Rückgang in Folge. Neben nachlassenden geopolitischen Sorgen zogen Händler auch ihre Erwartungen für eine Lockerung der US-Geldpolitik durch die Federal Reserve zeitlich vor.
Für zusätzliche Unsicherheit sorgte eine neue Eskalation im Streit zwischen Trump und Fed-Chef Jerome Powell. Trump drohte am Mittwoch damit, Powell von seinem separaten Sitz im Gouverneursrat der US-Zentralbank zu entlassen, falls Powell diesen Posten nicht ebenfalls räumt, wenn seine Amtszeit als Fed-Vorsitzender am 15. Mai endet. Die sich zuspitzende Auseinandersetzung hat die üblicherweise reibungslose Machtübergabe bei der Fed gestört und neue Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der US-Notenbank geweckt.
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Zur AktienanalyseInvestorenlegende Mark Mobius verstorben
Das Ende einer Ära markiert der Tod von Mark Mobius, der am Mittwoch im Alter von 89 Jahren verstarb. Der erfahrene Schwellenländer-Investor war bis zuletzt aktiv: Noch im Januar spekulierte er öffentlich darüber, dass die Absetzung von Nicolas Maduro zu einer Wiederöffnung Venezuelas für internationale Investoren führen könnte.
Für den weiteren Handelsverlauf am Donnerstag stehen neben den TSMC-Zahlen auch Quartalsergebnisse von Netflix, PepsiCo, Tesco und Schroders auf der Agenda. Aus Großbritannien werden BIP-Schätzungen sowie Daten zu Industrieproduktion, Dienstleistungen und der Handelsbilanz für Februar erwartet. Aus der Eurozone steht der endgültige Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für März an.


