ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Waffenruhe am Golf: Märkte jubeln, Ölpreis bricht ein

Der Iran erklärt die Straße von Hormus für offen – Ölpreis fällt um 10%, Aktienmärkte weltweit legen kräftig zu.

Waffenruhe am Golf: Märkte jubeln, Ölpreis bricht ein

Die Nachricht schlug an den globalen Finanzmärkten wie eine Bombe ein: Der Iran erklärte die Straße von Hormus im Zuge einer Waffenruhe für wieder passierbar. Der Ölpreis reagierte unmittelbar und fiel um bis zu 10% auf unter 90 US-Dollar pro Barrel. Zuletzt notierte das schwarze Gold bei rund 86,50 Dollar – ein massiver Rückgang, der die gesamte Marktbewegung des Tages antrieb.

Gleichzeitig legten die europäischen Aktienmärkte (STOXX) deutlich zu. Anleger priesen die Wahrscheinlichkeit kurzfristiger Zinserhöhungen aus, was die Renditen kurzfristiger Staatsanleihen einbrechen ließ. Der US-Dollar, der seit Beginn des Konflikts Ende Februar als sicherer Hafen gefragt war, gab gegenüber Euro, Pfund und Yen spürbar nach.

Experte: „Alle Bewegungen gehen in die richtige Richtung"

Nick Kennedy, Währungsstratege bei Lloyds in London, ordnete die Marktreaktionen ein. „Aus Marktperspektive geht es um die Dauer der Unterbrechung; je schneller der Transit wieder möglich ist, desto besser, und die Märkte bewerten die Aussichten neu", sagte Kennedy. Er betonte jedoch auch die Unsicherheit: „Die Bewegungen gehen alle in die richtige Richtung. Es ist lediglich schwierig, sich für diese Nachrichten zu positionieren, und es ist schwer zu glauben."

Kennedy hob hervor, warum die Märkte so positiv reagierten: Während des bisherigen Waffenstillstands war die Straße von Hormus weiterhin unpassierbar gewesen, und die Bedingungen am Rohstoffmarkt hatten sich weiter verschärft. „Wenn wir nun in eine Situation kommen, in der der Weg tatsächlich in Richtung Deeskalation führt – wir aber nun den Bonus haben, dass die Rohstoffströme durch Hormus wieder ein Niveau erreichen, das dem vor dem Konflikt ähnelt –, dann fällt damit offensichtlich auch ein ziemlich massives Extremrisiko für die Wirtschaft weg."

Zinserhöhungsrisiko sinkt – EZB und Bank of England im Fokus

Besonders bedeutsam ist die Entwicklung für die Geldpolitik. Kennedy sieht die Möglichkeit einer Notfall-Zinserhöhung durch die Zentralbanken nun vom Tisch. „In der Zinskurve ist bereits eine Straffung eingepreist. Daher denke ich, dass sich das Narrativ vorerst eher in Richtung Abwarten und Beobachten verschiebt, anstatt die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen weiter zu schüren." Für deutsche und europäische Anleger bedeutet das: Der Druck auf die EZB, mit Notfallmaßnahmen zu reagieren, lässt nach.

Kennedy erwartet zudem eine Rotation innerhalb der Aktienmärkte. „Wir werden höchstwahrscheinlich eine Indexrotation sehen, beispielsweise eine Erholung bei Werten aus dem Freizeitsektor." Europa könnte dabei gegenüber den USA outperformen, auch eine Erholung in den Schwellenländern hält er für möglich.

Skepsis bleibt: Märkte trauen dem Frieden noch nicht vollständig

Trotz der positiven Reaktion mahnte Kennedy zur Vorsicht. „Niemand, der bei klarem Verstand ist, und schon gar nicht die Regierung, vertraut dem, was der Iran sagt, aber Taten zählen." Er verwies darauf, dass das Risiko bestehe, dass der Iran die Öffnung der Meerenge wieder zurücknehme. Ein zentraler Punkt für den Iran sei die Frage, wie künftige Angriffe verhindert werden könnten.

Dennoch überwiegt vorerst der Optimismus. „Vorerst betrachtet der Markt dies als einen Schritt nach vorn", so Kennedy. Für Anleger bleibt die Lage dynamisch – die Entwicklungen am Golf dürften die Märkte auch in den kommenden Tagen in Atem halten.

Straße Von HormusÖlpreisWaffenruhe IranAktienmärkteZinserhöhung EzbUs-DollarRohstoffmarkt

Disclaimer