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Volkswagen-Aufsichtsrat billigt Sanierungsplan: 50.000 Stellen vor Abbau

Aufsichtsrat stimmt „Zukunftsplan 2030“ zu: 50.000 Stellen weg, vier Werke ohne Perspektive.

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Volkswagen-Aufsichtsrat billigt Sanierungsplan: 50.000 Stellen vor Abbau

Der Volkswagen-Konzern steht vor der tiefgreifendsten Transformation seiner Geschichte. Der Aufsichtsrat hat dem umfassenden „Zukunftsplan 2030“ des Vorstands einstimmig zugestimmt – ein Sanierungskonzept, das den Autobauer langfristig wettbewerbsfähig machen soll, aber drastische Einschnitte vorsieht.

Das auf 147 Seiten ausgearbeitete Paket beendet eine monatelange Phase der Unsicherheit. Kern des Plans ist der weltweite Abbau von 50.000 Stellen. Zudem identifizierte das Unternehmen eine Produktionsüberkapazität von 500.000 Fahrzeugen in Europa. Die Einigung folgt auf wochenlange, hitzige Verhandlungen zwischen Vorstand, Arbeitnehmervertretern und dem Land Niedersachsen.

Die Lage der Werke

Für die Standorte in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm konnte das Management keine wettbewerbsfähige Folgebelegung für den Zeitraum ab 2031 bis 2034 garantieren. Für diese vier Werke sollen nun ergänzend alternative Verwendungsmöglichkeiten geprüft werden. Bis Ende Juni 2027 soll für alle europäischen Standorte ein Konzept für eine nachhaltige Produktionsstruktur entwickelt werden.

Konzernchef Oliver Blume bezeichnete den Beschluss als „starkes Signal“ für die Zukunft. Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch betonte, die Umsetzung sei zwingend erforderlich, um die dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies unterstrich die Notwendigkeit des gemeinsamen Weges angesichts der enormen Herausforderungen für die deutsche Automobilindustrie.

Erfolg für die Arbeitnehmerseite

Die Arbeitnehmerseite, vertreten durch die IG Metall und den Konzernbetriebsrat, bewertete den Kompromiss als Erfolg, der eine weitere Eskalation verhindert habe. Die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und IG-Metall-Chefin Christiane Benner sowie Betriebsratschefin Daniela Cavallo betonten, dass eine Ausgliederung der Kernmarke VW Pkw sowie der Komponentenfertigung vom Tisch sei. Zudem sei ein Angriff auf die Mitbestimmungsstrukturen abgewehrt worden.

„Kein Werk wurde aufgegeben, und entgegen mehreren Medienberichten ist keine Werksschließung besiegelt“, so Benner und Cavallo. Sie nahmen den Vorstand jedoch in die Pflicht, nun konkrete Lösungen für alle Standorte zu erarbeiten.

Harte Verhandlungen vorausgegangen

Der Einigung waren intensive Beratungen vorausgegangen. Noch vor zwei Monaten war ein ähnlicher Vorstoß des Vorstands am Widerstand der Arbeitnehmervertreter und des Landes Niedersachsen gescheitert. Insidern zufolge stand bei einem erneuten Scheitern des Pakets sogar die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung im Raum.

Mit der nun erfolgten Zustimmung des Aufsichtsrats endet eine Phase der Unsicherheit, die den Konzern über den gesamten Sommer hinweg geprägt hatte. Der Weg für die Umsetzung des „Zukunftsplans 2030“ ist nun frei – die eigentliche Arbeit für das Management beginnt jedoch erst. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die versprochenen Konzepte für die einzelnen Standorte tragfähig sind und ob der Spagat zwischen Kostensenkung und sozialverträglichem Stellenabbau gelingt.

Für die deutsche Automobilindustrie insgesamt ist der Vorgang richtungsweisend. Volkswagen als größter europäischer Autobauer steht exemplarisch für den Strukturwandel, dem die gesamte Branche angesichts der Elektromobilität und des zunehmenden Wettbewerbs aus Asien ausgesetzt ist. Der nun beschlossene Sanierungsplan könnte als Blaupause für weitere Restrukturierungen in der Industrie dienen.

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