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Vivid übernimmt Joompay: Neobank stärkt Expansion in Europa

Durch die E-Geld-Lizenz und neue Kundenpotenziale treibt Vivid das Wachstum voran

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Vivid übernimmt Joompay: Neobank stärkt Expansion in Europa

Die Berliner Neobank Vivid hat einen bedeutenden Schritt in Richtung europäischer Expansion unternommen, indem sie das luxemburgische Fintech-Unternehmen Joompay übernommen hat. Dieser Deal, der als erster Fintech-Deal mit deutscher Beteiligung im Jahr 2024 gilt, könnte für Vivid von großer Bedeutung sein. Die Neobank plant, die E-Geld-Lizenz von Joompay zu nutzen, um ihre Präsenz in Europa zu erweitern und eine größere Kundenzahl anzuziehen.

Laut Alexander Emeshev, Mitgründer von Vivid, ist Joompay ein wichtiger Baustein für das Fintech-Unternehmen. Die Zahlungsdienstleistungen und die kundenfreundliche App von Joompay werden die Grundlage für zukünftige Produkte von Vivid bilden. Darüber hinaus verfügt Joompay über eine wertvolle E-Geld-Lizenz von der luxemburgischen Aufsichtsbehörde, die Vivid ermöglichen wird, schnell in weitere europäische Märkte zu expandieren. Bisher ist Vivid in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien aktiv, und dieser Schritt könnte den Weg für eine breitere internationale Präsenz ebnen.

Obwohl der genaue Kaufpreis nicht bekannt gegeben wurde, markiert diese Übernahme den Beginn einer voraussichtlichen Welle von Fintech-Deals in Deutschland im Jahr 2024. Die Fintech-Branche sieht sich mit Herausforderungen wie dem Ukrainekrieg, steigender Inflation und einer Zinswende konfrontiert, was Investoren wählerischer macht. Experten erwarten daher eine Konsolidierung in der Branche, da viele Fintech-Unternehmen auf der Suche nach neuen Mitteln sind.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Übernahme von Joompay durch Vivid auf unterschiedlichen Motiven basiert. Ilya Shirokov, CEO und Mitgründer des Joompay-Mutterkonzerns Joom, betont, dass das Unternehmen bereits im Vorjahr beschlossen hat, sich verstärkt auf den globalen Handel statt ausschließlich auf das europäische Ökosystem zu konzentrieren. Die Joom-Gruppe ist in verschiedenen Branchen aktiv, darunter der Online-Handel, der Großhandel und ein Apothekenmarktplatz.

Mit der Umbenennung von Joompay in Vivid Money S.A. erweitert Vivid sein Angebot, indem es neben Online-Zahlungen auch Ratenzahlungsoptionen („Buy now, pay later“) anbietet. Kunden können ihre eigene Karte und eine IBAN erhalten. Die E-Geld-Lizenz der luxemburgischen Aufsicht, die Joompay bereits besitzt, wird Vivid zukünftig ermöglichen, ihre Dienstleistungen in allen anderen EU-Ländern anzubieten.

Abgesehen von der E-Geld-Lizenz bietet Vivid seinen Kunden derzeit verschiedene Spar- und Anlageprodukte an, darunter Investitionsmöglichkeiten in Aktien, Fonds und sogar Kryptowährungen. Trotz dieser vielfältigen Angebote verzichtet das Fintech-Unternehmen immer noch auf eine eigene Banklizenz und arbeitet stattdessen mit der Berliner Solaris Bank zusammen.

Die Übernahme von Joompay durch Vivid kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Wachstum von Vivid stagniert. Das Unternehmen hat seit langem mit einer Kundenanzahl von rund 500.000 zu kämpfen, von denen nur etwa die Hälfte aktive Nutzer sind. Joompay bringt nun zusätzliche 500.000 potenzielle Kunden mit, von denen jedoch weniger als 100.000 als aktiv gelten. Vivid plant, verstärkt in Marketingaktivitäten zu investieren, um in ganz Europa und insbesondere in Deutschland zu wachsen. Trotz steigender Kosten strebt das Unternehmen an, bereits im kommenden Jahr auf Monatsbasis profitabel zu sein.

In Bezug auf Finanzierungsrunden gab Alexander Emeshev an, dass vorerst keine weiteren geplant sind. Vivid hat im Februar 2022 erfolgreich 100 Millionen Euro von Investoren eingesammelt und wurde zu diesem Zeitpunkt mit 775 Millionen Euro bewertet. Emeshev betonte, dass diese Finanzierung noch mehr als zwei Jahre ausreicht, einschließlich der jüngsten Übernahme von Joompay.

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