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Vitol warnt: Ölmarkt unterschätzt Risiken im Iran-Krieg

Rohstoffhändler Vitol sieht den Markt blind gegenüber massiven Versorgungsrisiken – trotz historisch größter Ölkrise.

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Vitol warnt: Ölmarkt unterschätzt Risiken im Iran-Krieg

Der globale Rohstoffhandelsriese Vitol schlägt Alarm: Der Ölmarkt unterschätzt laut Tom Baker, Managing Director für Bahrain bei Vitol, die Risiken des laufenden Iran-Krieges erheblich. Baker äußerte sich am Dienstag auf der S&P Global Energy Middle East Petroleum and Gas Conference in London und zeichnete ein düsteres Bild der aktuellen Versorgungslage.

Die Schließung der Straße von Hormus durch den Iran sowie gezielte Angriffe auf Energieinfrastruktur – darunter Ölfelder und Raffinerien – haben dem globalen Markt rund 14 Millionen Barrel an Angebot aus dem Nahen Osten entzogen. Experten bezeichnen dies als die größte Ölversorgungskrise der Geschichte. Zum Vergleich: Während der Ölkrise von 1973 fehlten dem Markt lediglich etwa 4 bis 5 Millionen Barrel täglich.

Preisrückgang trotz historischer Krise

Die Ölpreise reagierten auf die Krise zunächst mit einem starken Anstieg auf 126 US-Dollar pro Barrel. Bis Dienstag sind die Notierungen jedoch wieder auf rund 95 US-Dollar gesunken – ein Rückgang, der laut Baker die tatsächliche Schwere der Lage nicht widerspiegelt.

Baker warnte insbesondere vor den Folgen für Endprodukte wie Benzin, Diesel und Kerosin. „Rohöl kann wieder auf den Markt kommen, aber aus Sicht der Endprodukte könnte es für das System sehr schwierig werden, den Rückstand für den Rest des Jahres aufzuholen", sagte Baker auf der Konferenz in London. Diese Aussage deutet darauf hin, dass selbst eine rasche Normalisierung der Rohölversorgung nicht ausreichen würde, um die Engpässe bei verarbeiteten Produkten kurzfristig zu beheben.

Straße von Hormus als strategischer Flaschenhals

Die Straße von Hormus gilt als einer der wichtigsten Energiekorridore der Welt. Durch diese enge Meerenge zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel fließt normalerweise ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels. Eine Blockade dieser Route trifft nicht nur die unmittelbaren Anrainerstaaten, sondern hat weitreichende Folgen für die globale Energieversorgung – und damit auch für Verbraucher und Industrie in Europa und Deutschland.

Für deutsche Privatanleger und Energieverbraucher ist die Entwicklung von besonderer Bedeutung: Steigende Energiepreise belasten Unternehmen und Haushalte gleichermaßen und können die Inflationsdynamik in der Eurozone erneut anheizen. Die Aussagen von Vitol legen nahe, dass die Märkte die strukturellen Risiken dieser Krise möglicherweise noch nicht vollständig eingepreist haben – und dass weitere Preisvolatilität nicht ausgeschlossen werden kann.

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