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Viele Deutsche verzichten auf Urlaub

Alleinerziehende besonders betroffen und viele werden im Urlaub krank

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Viele Deutsche verzichten auf Urlaub

Rund 17,4 Millionen Menschen in Deutschland konnten sich im Jahr 2024 nach eigenen Angaben keine einwöchige Urlaubsreise leisten. Das entspricht einem Fünftel der Bevölkerung. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil damit leicht gesunken: 2023 waren es noch 23 Prozent der Menschen, die aus finanziellen Gründen auf eine siebentägige Reise verzichten mussten. Die Zahlen stammen aus der Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen, die vom Statistischen Bundesamt durchgeführt wird.

Besonders betroffen von dieser Situation sind Alleinerziehende. 38 Prozent von ihnen und ihren Kindern gaben an, dass sie sich eine Woche Urlaub nicht leisten können. Auch alleinlebende Personen waren überdurchschnittlich häufig betroffen: 29 Prozent von ihnen verfügten laut Statistik nicht über die finanziellen Mittel für eine einwöchige Reise. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit unter dem Durchschnitt. EU-weit lebten 2024 etwa 27 Prozent der Menschen in Haushalten, die sich keine siebentägige Urlaubsreise leisten konnten.

Doch selbst wer es sich leisten kann, in den Urlaub zu fahren, erlebt nicht immer Erholung. Eine Studie der IU Internationalen Hochschule zeigt, dass rund jeder fünfte Arbeitnehmer in Deutschland im Urlaub oder an freien Tagen Krankheitssymptome verspürt. 19,3 Prozent der Befragten gaben an, regelmäßig oder häufig unter sogenannten "Leisure Sickness"-Symptomen zu leiden. Das Phänomen ist unter Arbeitnehmern durchaus bekannt: 71,9 Prozent hatten schon einmal davon gehört.

Zu den typischen Beschwerden zählen Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schnupfen oder Fieberschübe, die ausgerechnet dann auftreten, wenn der berufliche Stress nachlässt. Studienautorin Stefanie André nennt als möglichen Grund einen plötzlichen Abfall des Stresspegels, der sich körperlich bemerkbar machen kann. Insbesondere jüngere Arbeitnehmer seien hiervon betroffen.

Ein weiterer Faktor könnte das Freizeitverhalten sein. Laut der Studie verbringen viele Jüngere ihre freie Zeit mit passivem Medienkonsum – etwa durch das Scrollen auf Social-Media-Plattformen oder durch das Streamen von Serien. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Menschen mit aktiver und sinnvoller Freizeitgestaltung seltener von "Leisure Sickness" betroffen sind. Grundlage der Erhebung war eine Befragung von 2.004 berufstätigen Personen im Alter zwischen 16 und 65 Jahren in Deutschland.

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