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Verlierer-Aktien 2023: Gewinnstrategie und langfristige Perspektive

Von erfolgreichen Kurssteigerungen bis zur langfristigen Performance: Chancen und Risiken des Verlierer-Ansatzes

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Verlierer-Aktien 2023: Gewinnstrategie und langfristige Perspektive

Das Jahr 2023 war ein Jahr der Gewinner an den Aktienmärkten. Sowohl internationale Unternehmen wie der US-amerikanische Chipkonzern Nvidia als auch deutsche Aktientitel verzeichneten erhebliche Kurssteigerungen. Unter den deutschen Aktien ragten die Online-Apotheke Redcare Pharmacy, das Biotech-Unternehmen Morphosys und der Immobilienkonzern TAG heraus, deren Kurse sich um beeindruckende 60 bis 80 Prozent erhöhten. Diese Entwicklung eröffnete Privatanlegern die Möglichkeit, von einer einfachen Anlagestrategie zu profitieren.

Interessanterweise gehörten Redcare, Morphosys und TAG im Vorjahr 2022 zu den größten Verlierern an den wichtigsten deutschen Börsenindizes Dax, MDax und SDax. Doch nicht nur diese drei Unternehmen erlebten 2023 einen bemerkenswerten Aufschwung. Auch die Kurse von Hypoport, Kion, Flatexdegiro und Evotec stiegen erheblich an. Nur drei Verlierer-Aktien aus dem Jahr 2022, nämlich Varta, Hellofresh und Auto1, konnten ihre Verluste nicht wettmachen.

Eine interessante Erkenntnis ergibt sich, wenn man die Kurse dieser zehn Verlierer-Aktien des Vorjahres zum Jahresbeginn gekauft hätte: Das durchschnittliche Plus hätte bei beeindruckenden 62 Prozent gelegen. Dies macht die Strategie, auf die Aktien zu setzen, die im Vorjahr Verluste verzeichneten, zu einer äußerst erfolgreichen Option im Jahr 2023. Mit einer anfänglichen Investition von 1.000 Euro in jeden dieser zehn Verlierer hätte ein Anleger vor Handelskosten jetzt etwa 16.200 Euro zur Verfügung (Stand: Schlusskurs vom 22. Dezember).

Dieser Erfolg des Verliererkorbs steht im krassen Gegensatz zur Gesamtentwicklung des deutschen Aktienmarktes, der durch den Index "CDax" repräsentiert wird. Dieser Kursindex, der keine Dividenden berücksichtigt, verzeichnete nur einen Anstieg von 13 Prozent. Damit hat der Verliererkorb den CDax um mehr als das Vierfache übertroffen.

Doch ist die Strategie, immer auf die Verlierer des Vorjahres zu setzen, wirklich langfristig erfolgversprechend? Schließlich steigt der breite Aktienmarkt im Allgemeinen. Wer auf Verlierer setzt, hofft auf einen günstigen Einstiegszeitpunkt vor einer möglichen Erholung. Das Handelsblatt hat diese Strategie über einen Zeitraum von zehn Jahren getestet und kommt zu einem gemischten Ergebnis.

Die Daten wurden für die vergangenen zehn Jahre analysiert. Dabei wurde angenommen, dass jeweils am ersten Handelstag des neuen Jahres die Verlierer des Vorjahres gekauft und mit dem letzten Kurs des Jahres verkauft wurden. Die Performance wurde mit dem CDax im selben Zeitraum verglichen.

Auf den ersten Blick zeigt sich ein positiver Trend: Anleger hätten mit dieser Strategie einen Gewinn von fast 5.900 Euro vor Handelskosten erzielt. Im Vergleich dazu hätte eine jährliche Investition in den CDax-Kursindex nur knapp 3.600 Euro eingebracht.

Tatsächlich gab es neben dem Jahr 2023 auch andere Jahre, in denen der Verliererkorb den CDax deutlich übertroffen hat. So lag das durchschnittliche Plus beispielsweise 2017 bei 25 Prozent gegenüber 12 Prozent im CDax, 2015 bei 19 Prozent gegenüber 9 Prozent und 2020 bei 3 Prozent gegenüber einer Seitwärtsbewegung im CDax.

Allerdings sollte beachtet werden, dass in den restlichen sechs Jahren der Verliererkorb schlechter abschnitt als der CDax, insbesondere in schwachen Börsenjahren wie 2018 und 2022. Und das Gesamtergebnis ist weniger ermutigend, wenn man nur die Jahre 2014 bis 2022 betrachtet. In diesem Zeitraum hätten Anleger mit der Strategie Verluste von 300 Euro verzeichnet, während sie mit dem breiten Markt knapp 2.300 Euro gewonnen hätten.

Dies liegt daran, dass nicht alle Aktien im Gesamtmarkt gleich verlaufen. Wer auf Verliereraktien setzt, läuft Gefahr, diese weiterhin auf dem Weg nach unten zu begleiten. In den letzten zehn Jahren finden sich in den Verliererrankings wiederholt Unternehmen wie Gerry Weber, Leoni und die Deutsche Bank, die erhebliche Kursverluste erlitten haben.

Trotz dieser Erkenntnisse bietet die Strategie, auf Verlierer-Aktien zu setzen, wichtige Lehren für Anleger:

Es ist riskant, blind Verlierer-Aktien zu kaufen, da ihre Performance in verschiedenen Marktphasen stark variieren kann.

Bei der Börsenanalyse ist es wichtig, mehrere Datenpunkte zu berücksichtigen und nicht nur auf das Ergebnis eines Jahres zu vertrauen.

Anleger sollten Verlierer-Aktien nicht vollständig aus ihrem Investmentuniversum ausschließen, da es immer wieder Überraschungen geben kann, wie die Comebacks von Redcare, Morphosys und TAG in diesem Jahr zeigen.

In Anbetracht dieser Erkenntnisse lohnt es sich für Anleger, einen genaueren Blick auf diejenigen Aktien zu werfen, die in diesem Jahr im Dax, MDax und SDax am schlechtesten abgeschnitten haben. Zu diesen gehören derzeit Adtran Holdings, Verbio, New Work, Delivery Hero, Stratec, Zalando, Prosiebensat1, PNE, Duerr und Siemens Energy.

AktienmarktAnalysen

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