Vanguard Information Technology ETF: Der größte Gewinner nach dem Börsen-Verkauf?
Der Tech-ETF VGT hat sich nach früheren Verkaufswellen stark erholt und liegt 2026 trotz Turbulenzen 28 Prozent im Plus.

Mit fast zehn Monaten des Jahres 2026 hinter sich fällt die Bilanz für Aktienanleger gemischt aus: Einfach war das Jahr nicht, doch Risikobereitschaft wurde belohnt. Der Nasdaq-100 und der S&P 500 liegen seit Jahresbeginn um 14,6 Prozent beziehungsweise 11,7 Prozent im Plus. Damit bestätigen die Datenpunkte, dass sich die breiten Indizes weder in einer Korrektur noch in einem Bärenmarkt befinden.
Dennoch bleiben Bärenmärkte und tiefe Rückgänge fester Bestandteil des Investitionslebens. Statt den Markt zu timen – eine oft mühsame und häufig ergebnislose Aufgabe – nutzen kluge Anleger Ausverkäufe, um Einkaufslisten zu erstellen oder bestehende Positionen aufzubauen, die möglicherweise übermäßig bestraft wurden.
Für Anleger, die einen Kandidaten für eine Erholung nach einem bislang nur theoretischen Marktverkauf suchen, rückt der Vanguard Information Technology ETF (VGT) in den Fokus. Der Fonds blickt auf eine Geschichte des Aufholens nach Verkaufswellen zurück.
Die Details
Der Vanguard Information Technology ETF verwaltet ein Volumen von 149 Milliarden Dollar und ist damit der größte dedizierte technologiebezogene börsengehandelte Fonds. Wie andere Sektoren stürzte auch der Technologiesektor unmittelbar nach Beginn des Krieges im Iran ab, doch der Rückgang war von kurzer Dauer, und der Tech-ETF erholte sich stark.
Im Juli kamen die Bären erneut auf den Technologiesektor zu und schickten den Philadelphia Semiconductor Index innerhalb weniger Wochen in einen Bärenmarkt sowie in seine schnellste Korrektur seit dem Platzen der Tech-Blase im Jahr 2026. Die Auswirkungen von Halbleiteraktien auf diesen Vanguard-ETF lassen sich kaum hoch genug einschätzen: Der Fonds konzentriert 43,6 Prozent seines Gewichts auf Chip-Hersteller und Ausrüstungshersteller.
Trotz einiger beunruhigender Tiefs in diesem Jahr liegt der Tech-ETF immer noch um 28 Prozent im Plus. Der Fonds hält 318 Aktien und bietet damit eine breite Platzierung im Technologiesektor. Die Kostenquote liegt bei 0,09 Prozent, was 9 Dollar auf einen 10.000-Dollar-Anteil entspricht – ein Wert im unteren Bereich bei sektorbezogenen ETFs.
Ein weiterer Punkt, den die Geschichte bestätigt: Aktien kehren unabhängig vom Sektor nicht einheitlich aus Verkaufswellen zurück. Im Technologiesektor verweist die Quelle auf das aktuelle Beispiel CoreWeave (CRWV), das sich in einem Bärenmarkt befindet, da die Renditen seiner Unternehmensanleihen aufgrund von Sorgen der Anleger bezüglich seiner Schuldenlast stark gestiegen sind.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 10.10.2026 berichtete aktien.news, dass der Vanguard Information Technology ETF seit Jahren als eine der meistdiskutierten Optionen für Anleger gilt, die breit gestreut in den Technologiesektor investieren möchten. Die Datenlage sprach damals eine klare Sprache: Im vergangenen Jahrzehnt hat der Fonds das eingesetzte Kapital seiner Anleger mehr als verneunfacht. Besonders attraktiv machte den Fonds seine Gesamtkostenquote von lediglich 0,09 Prozent – nur die Hälfte der Gebühren vergleichbarer Konkurrenz-ETFs.
Am 22.08.2026 berichtete aktien.news, dass der VGT im vergangenen Jahrzehnt eine annualisierte Rendite von 24 Prozent erzielt hat. Sollte dieses Tempo anhalten, könnte der Kurs von damals rund 120 Dollar pro Anteil auf mehr als 1.000 Dollar steigen. Die starke Gewichtung auf KI-Halbleiterriesen wie Nvidia und Broadcom sprach für das künftige Renditepotenzial. Seit seiner Gründung im Jahr 2004 war VGT ein starker Performer mit einer annualisierten Rendite von 14,6 Prozent; die annualisierten Renditen für ein, drei und fünf Jahre lagen zwischen 17,8 und 31,7 Prozent.
Am 04.06.2026 berichtete aktien.news über die besondere Eigentümerstruktur von Vanguard: Das Unternehmen wurde 1975 von John Bogle mit einem damals revolutionären Ansatz gegründet – niedrige Gebühren und breiter Marktzugang über Indexfonds. Vanguard ist nicht börsennotiert, sondern gehört seinen eigenen Fonds, die wiederum im Besitz ihrer Anteilseigner sind.
Am 18.05.2026 berichtete aktien.news, dass Anleger, die im Mai 2.000 Dollar investieren wollten, laut dem US-Finanzportal Motley Fool in einem bestimmten Vanguard-ETF eine besonders attraktive Option fanden – und das trotz aktueller Rekordstände.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die zentrale Botschaft des Berichts, dass ein Ausverkauf nicht zwangsläufig ein Verkaufssignal ist, sondern als Einstiegsgelegenheit dienen kann. Der Vanguard Information Technology ETF erleichtert diese Aufgabe nach Einschätzung der Quelle dadurch, dass er 318 Aktien hält und damit breit im Technologiesektor gestreut ist – er würde sich erholen, wenn sich die Gruppe nach Korrekturen erholt.
Gleichzeitig zeigt das Beispiel CoreWeave, dass einzelne Aktien nicht zwingend zurückkommen müssen. Die Quelle formuliert es klar: Kann die CoreWeave-Aktie sich erholen? Sicher. Muss sie das? Nein. Das Auffinden von Gewinnern nach Verkaufswellen ist also nicht einfach.
Ein weiterer Aspekt betrifft die Zinspolitik. Der Kampf der Federal Reserve gegen die Inflation wird durch höhere Zinsen geführt. Die Fed muss ein empfindliches Gleichgewicht finden zwischen der Dämpfung der Verbraucherpreise und der Wahrung des Wirtschaftswachstums. Höhere Zinsen könnten die wirtschaftliche Aktivität dämpfen und breite Aktienindizes deutlich sinken lassen; der Tech-ETF würde in der unmittelbaren Folge eines solchen Szenarios wahrscheinlich leiden.
Die Kosten bleiben ein Argument für langfristig orientierte Anleger: Die Kostenquote von 0,09 Prozent liegt im unteren Bereich bei sektorbezogenen ETFs. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Die Quelle nennt keine konkreten Termine für die nächste Korrektur oder einen Bärenmarkt – sie hält eine solche Vorhersage ausdrücklich für schwierig. Als mögliche Hinweise auf die Ursache der nächsten Korrektur gelten heute jedoch der Kampf der Federal Reserve gegen die Inflation und die damit verbundenen höheren Zinsen.
Für den Fall, dass höhere Zinsen die wirtschaftliche Aktivität dämpfen und die breiten Aktienindizes deutlich sinken, rechnet die Quelle damit, dass der Vanguard-Tech-ETF in der unmittelbaren Folge leiden würde. Sobald die Marktteilnehmer jedoch damit rechnen, dass das Wirtschaftswachstum für einen längeren Zeitraum schwach bleibt, dürften Wachstumswerte – darunter viele Komponenten dieses ETFs – wieder attraktiver werden. Der Bericht ist spekulativ angelegt und als solcher gekennzeichnet.
Kurz erklärt
- ETF: Ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Index nachbildet und wie eine Aktie gehandelt wird.
- Bärenmarkt: Ein länger anhaltender Kursrückgang an einem Markt oder in einem Sektor.
- Kostenquote: Die jährliche Gebühr eines Fonds, ausgedrückt als Prozentsatz des angelegten Kapitals.
