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Valterra Platinum: Gewinn steigt um über 1.388 Prozent

Höhere PGM-Absatzmengen und ein um 85% gestiegener Korbpreis treiben den Halbjahresgewinn von Valterra Platinum auf ein Rekordniveau.

• 4 Min
Valterra Platinum: Gewinn steigt um über 1.388 Prozent

Der südafrikanische Platinmetalle-Produzent (PGM) Valterra Platinum erwartet für das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres (bis 30. Juni) einen explosiven Anstieg des Headline-Gewinns um mehr als 1.388% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In einer Handelsmitteilung gibt das Unternehmen an, dass der Headline-Gewinn voraussichtlich zwischen 18,5 Milliarden und 22,2 Milliarden Rand liegen wird – nach lediglich 1,2 Milliarden Rand im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Der Headline-Gewinn je Aktie (HEPS) soll demnach zwischen 70,47 Rand und 84,56 Rand betragen, verglichen mit 4,73 Rand im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025. Noch deutlicher fällt der Anstieg beim Periodenergebnis aus: Dieses soll um mehr als 3.076% auf 18,6 bis 22,3 Milliarden Rand steigen, nach 600 Millionen Rand im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Aktie (EPS) wird mit 70,85 bis 84,94 Rand erwartet, gegenüber 2,23 Rand zuvor.

Preisanstieg und Volumenwachstum als Haupttreiber

Als Hauptursachen für die außergewöhnliche Gewinnentwicklung nennt Valterra zwei Faktoren: Zum einen stieg das PGM-Absatzvolumen um 18%, zum anderen legten die PGM-Preise massiv zu. Der PGM-Korbpreis in US-Dollar kletterte um 85% auf 2.801 US-Dollar je Unze, was in Rand einem Anstieg von 66% auf 45.993 Rand je Unze entspricht.

Das höhere Absatzvolumen ist laut Unternehmen auf eine gesteigerte Produktion von Metall-in-Konzentrat zurückzuführen. Hintergrund: Im ersten Halbjahr 2025 hatte die Amandelbult-Mine in der südafrikanischen Provinz Limpopo schwere Überschwemmungsschäden erlitten, die den Betrieb erheblich beeinträchtigten. Darüber hinaus ermöglichte eine proaktive Umplanung geplanter Wartungsarbeiten und Bestandsaufnahmen in das dritte Quartal eine gleichmäßigere Verteilung der raffinierten Produktion über das Jahr.

Produktion im zweiten Quartal weitgehend stabil

Im Produktionsbericht für das zweite Quartal (bis 30. Juni) meldet Valterra einen Anstieg der gesamten PGM-Produktion um 1% auf 775.400 Unzen gegenüber dem zweiten Quartal 2025. Treiber war ein Anstieg der Eigenförderung um 13% auf 525.700 Unzen, der durch einen Rückgang der zugekauften Konzentratmengen (PoC) um 18% auf 249.700 Unzen teilweise ausgeglichen wurde.

Die Amandelbult-Mine verzeichnete mit einem Produktionsanstieg von 116% auf 151.300 Unzen die stärkste Erholung – ein direktes Resultat der Normalisierung nach den Überschwemmungen des Vorjahres. Demgegenüber sank die Produktion der Flaggschiff-Mine Mogalakwena um 2% auf 228.900 Unzen, was auf den Auslauf eines Leasingvertrags für die Baobab-Aufbereitungsanlage Ende 2025 zurückzuführen ist. Die Mototolo-Mine verzeichnete einen Rückgang von 13% auf 58.700 Unzen, bedingt durch einen rund 14-tägigen Sicherheitsstopp nach einem tödlichen Vorfall am Borwa-Schacht im März sowie ein schrittweises Hochfahren nach der behördlich angeordneten Betriebseinstellung.

Die Produktion der Unki-Mine in Simbabwe sank um 4% auf 51.800 Unzen aufgrund eines erwarteten Übergangs in Bereiche des Erzkörpers mit geringerem Gehalt. Modikwa (50% Eigenförderung) verzeichnete einen Rückgang von 9% auf 35.000 Unzen infolge geringerer Mahlvolumina und eines niedrigeren effektiven Erzgehalts.

Nebenmetalle und Korbpreis

Bei den Nebenmetallen zeigt sich ein gemischtes Bild: Die Nickelproduktion lag mit 6.425 Tonnen weitgehend auf Vorjahresniveau. Die Kupferproduktion stieg um 18% auf 4.209 Tonnen, bedingt durch zeitliche Differenzen bei aus Lohnverarbeitungsvereinbarungen zurückgegebenen Mengen. Besonders stark legte die Chromproduktion zu: Sie stieg um 78% auf 294.000 Tonnen, getrieben von der Erholung bei Amandelbult und verbesserten Chromausbeuten.

Das PGM-Absatzvolumen im Quartal sank um 4% auf 945.600 Unzen – primär aufgrund zeitlicher Differenzen zwischen Produktion und Verkauf. Der durchschnittlich erzielte Korbpreis stieg jedoch kräftig auf 44.708 Rand je Unze bzw. 2.710 US-Dollar je Unze, was einem Anstieg von 63% in Rand und 80% in US-Dollar gegenüber dem Vorjahr entspricht. Laut Valterra blieben alle PGM-Preise deutlich über dem Vorjahresniveau, gestützt durch günstige fundamentale Angebots- und Nachfragefaktoren.

Sicherheit bleibt kritisches Thema

Trotz der starken Finanzergebnisse trüben zwei arbeitsbedingte Todesfälle im zweiten Quartal das Bild. CEO Craig Miller äußerte sich dazu mit tiefer Betroffenheit: „Die Sicherheit aller Mitarbeiter bei Valterra Platinum bleibt unsere höchste Priorität, und es ist daher mit tiefem Bedauern, dass wir im Laufe des Quartals zwei Kollegen bei zwei separaten arbeitsbedingten Vorfällen verloren haben." Miller sprach den Familien, Freunden und Kollegen der Verstorbenen das Beileid des gesamten Unternehmens aus.

Als Reaktion verstärkte Valterra seine Sicherheitsmaßnahmen auf mehreren Ebenen: Das Unternehmen führte betriebsweite Sicherheitsstopps für alle Mitarbeiter und Geschäftspartner ein, beschleunigte sein Programm für verhaltensbasierte Sicherheit und verbesserte die Kontrollen in Bezug auf kritische Risiken. Die Häufigkeitsrate der meldepflichtigen Verletzungen (TRIFR) stieg im Berichtszeitraum um 10% auf 1,41 pro Million Arbeitsstunden – auch bedingt durch die Rückkehr von Amandelbult zu einem normalisierten Betriebsniveau mit entsprechend mehr Arbeitsschichten.

Jahresprognose bestätigt

Die Produktionsprognose für das Gesamtjahr bleibt unverändert: Valterra erwartet eine Metall-in-Konzentrat- und raffinierte Produktion von 3,0 bis 3,4 Millionen Unzen. Die operativen Cash-Stückkosten werden weiterhin mit 19.000 bis 20.000 Rand je Unze prognostiziert, wobei das Unternehmen erwartet, am oberen Ende der Spanne zu landen. Die angestrebten All-in Sustaining Costs (AISC) von rund 1.050 US-Dollar je Unze Platin, Palladium und Rhodium bleiben ebenfalls unverändert. Valterra beobachtet nach eigenen Angaben weiterhin genau die potenziellen inflationären Entwicklungen im Marktumfeld.

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