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USA verurteilen Chinas Angriff auf philippinischen Seemann am Südchinesischen Meer

Ein chinesischer Küstenwächter schlug mit einem Holzschlagstock auf einen philippinischen Seemann ein – Washington reagiert scharf.

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USA verurteilen Chinas Angriff auf philippinischen Seemann am Südchinesischen Meer

Die USA haben das Verhalten Chinas im Südchinesischen Meer als „gefährlich und aggressiv" verurteilt. Auslöser war ein Vorfall am Second Thomas Shoal, bei dem ein Beamter der chinesischen Küstenwache wiederholt mit einem Holzschlagstock auf den Kopf eines philippinischen Seemanns einschlug. Der Seemann wurde dabei verletzt, zudem wurde ein Schlauchboot der philippinischen Marine beschädigt.

„Wir stehen an der Seite unseres Verbündeten, den Philippinen", erklärte Tommy Pigott, Sprecher des US-Außenministeriums, am Montag. Er forderte Peking auf, sein „destabilisierendes Verhalten unverzüglich einzustellen", und bekräftigte das Schiedsurteil von 2016, wonach Chinas weitreichende Ansprüche im Südchinesischen Meer keine völkerrechtliche Grundlage haben.

Eskalation am Second Thomas Shoal

Der Vorfall ereignete sich in der Nähe der BRP Sierra Madre – einem philippinischen Kriegsschiff, das Manila vor fast 30 Jahren bewusst auf der Untiefe auf Grund gesetzt hatte, um seinen territorialen Anspruch zu untermauern. Die philippinischen Streitkräfte berichteten, ein chinesisches Schlauchboot mit acht Personen habe sich dem Außenposten aus nächster Nähe genähert und sei „gewalttätig und aggressiv" vorgegangen, als zwei philippinische Marineboote versuchten, das chinesische Fahrzeug zu vertreiben.

Peking wies diese Darstellung zurück. Die chinesische Küstenwache behauptete, philippinische Beiboote seien „illegal" von der Sierra Madre aus gestartet, hätten wiederholte Warnungen ignoriert und ein chinesisches Patrouillenschiff gerammt. Zudem soll philippinisches Personal chinesische Beamte mit Rudern und langen Stöcken angegriffen haben – zwei einander diametral entgegengesetzte Versionen desselben Vorfalls.

Der Second Thomas Shoal gilt als einer der volatilsten Brennpunkte im Südchinesischen Meer. Seit 2023 kommt es dort wiederholt zu Zusammenstößen, bei denen chinesische Schiffe Wasserkanonen, Laser und Rammmanöver einsetzten, um philippinische Versorgungsmissionen zu blockieren. Peking beansprucht nahezu das gesamte Südchinesische Meer, obwohl ein internationales Schiedsgericht 2016 feststellte, dass diese Ansprüche keine Grundlage im Völkerrecht haben.

ASEAN-Treffen in Manila als diplomatischer Hintergrund

Der Zeitpunkt des Vorfalls ist politisch brisant: US-Außenminister Marco Rubio reist diese Woche nach Manila, um an den Außenministertreffen des Verbandes Südostasiatischer Nationen (ASEAN) teilzunehmen. Auch der chinesische Außenminister Wang Yi wird anwesend sein – womit die Spannungen im Südchinesischen Meer die Gespräche unweigerlich dominieren dürften.

Rubio und Wang kennen sich bereits aus dem ASEAN-Treffen des Vorjahres in Malaysia. Zuletzt sprachen die beiden miteinander, nachdem US-Präsident Donald Trump Anfang dieses Jahres Peking besucht hatte. Rubios Reise findet zudem nur wenige Tage statt, nachdem Trump China eine erhebliche Einmischung in US-Wahlen vorgeworfen hat.

Für Manila ist die Eskalation besonders ungünstig: Die Philippinen hatten gehofft, die ASEAN-Woche würde ihren Vorsitz in der Staatengemeinschaft positiv in Szene setzen. Stattdessen steht nun der Konflikt im Südchinesischen Meer im Mittelpunkt. Wang Yi soll am Rande des Gipfels mit der philippinischen Außenministerin Theresa Lazaro zusammentreffen – das erste Treffen der Chefdiplomaten beider Länder seit 2024. Rubio wiederum wird voraussichtlich Präsident Ferdinand Marcos Jr. empfangen.

Verteidigungsbündnis mit den USA als strategischer Faktor

Für die geopolitische Einordnung ist ein zentrales Dokument entscheidend: der gegenseitige Verteidigungsvertrag zwischen den USA und den Philippinen aus dem Jahr 1951. Dieses Bündnis verpflichtet Washington im Falle einer ernsthaften Eskalation zur Unterstützung Manilas – ein Umstand, der die Lage im Südchinesischen Meer weit über einen regionalen Konflikt hinaus bedeutsam macht.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung relevant, weil das Südchinesische Meer eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt darstellt. Ein erheblicher Teil des globalen Warenverkehrs – darunter Rohstoffe und Industriegüter – passiert diese Gewässer täglich. Anhaltende Spannungen oder gar eine militärische Eskalation könnten globale Lieferketten und Energiemärkte empfindlich treffen.

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