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USA verlängern Ausnahmeregelung für russische Ölsanktionen erneut

Das US-Finanzministerium gewährt weitere 30 Tage Aufschub – mehrere Länder hatten nach Iran-Krieg und Hormus-Schließung um Verlängerung gebeten.

USA verlängern Ausnahmeregelung für russische Ölsanktionen erneut

Das US-Finanzministerium verlängert die Ausnahmeregelung von den Sanktionen für russisches Öl auf dem Seeweg um weitere 30 Tage. Die Regelung war am Samstag ausgelaufen, bevor Washington sie erneut in Kraft setzte. Mehrere Länder hatten zuvor um mehr Zeit für den Kauf von russischem Öl gebeten. Die Quelle, die Reuters am Montag informierte, lehnte es ab, die betroffenen Länder namentlich zu nennen.

Hintergrund der Verlängerungsanträge ist die angespannte Versorgungslage in der Golfregion. Durch den Iran-Krieg und die Schließung der Straße von Hormus waren mehrere Länder von der Ölversorgung aus dem Persischen Golf abgeschnitten worden. Die Ausnahmeregelung soll helfen, Versorgungsengpässe zu überbrücken und Preisanstiege zu dämpfen.

Bereits zweite Verlängerung nach Ablauf

Es ist bereits das zweite Mal, dass das Finanzministerium die Sanktionsbefreiung zunächst auslaufen ließ, bevor es sie verlängerte. Erstmals wurde die Ausnahmeregelung im März erlassen, um auf die Folgen der US-israelischen Angriffe auf den Iran zu reagieren. Damals wurden sanktioniertes russisches Öl und Erdölprodukte aus Tankern freigegeben, um Engpässe zu bekämpfen und den Preisanstieg zu bremsen.

Besonders profitiert von der Regelung hat Indien. Das Land gehörte zu den größten Abnehmern von russischem Öl, bevor die USA Sanktionen gegen russische Ölgesellschaften verhängten, um Moskau wegen seines Krieges in der Ukraine unter Druck zu setzen. Für Indien bedeutet die Ausnahmeregelung eine wichtige Versorgungsbrücke in einer angespannten Marktlage.

Ölpreis steigt trotz Verlängerung

An den Märkten sorgte die Verlängerung der Ausnahmeregelung nicht für Entspannung. Am Montag stiegen die Brent-Rohöl-Futures um rund 1,5 Prozent auf etwa 111 US-Dollar pro Barrel. Die Sorgen um das globale Ölangebot überwogen dabei die Signalwirkung der russischen Ausnahmeregelung.

Zusätzlich berichtete eine iranische Nachrichtenagentur, dass die USA im Rahmen von Friedensverhandlungen eine vorübergehende Aufhebung der Sanktionen gegen iranisches Öl in Erwägung ziehen. US-Finanzminister Scott Bessent, der an einem Treffen der G7-Finanzminister in Paris teilnahm, äußerte sich dazu mit einer klaren Forderung: Er wolle, dass die G7 und andere Verbündete die Iran-Sanktionen konsequenter durchsetzen.

Die Entwicklungen zeigen, wie eng Geopolitik und Energiemärkte derzeit miteinander verknüpft sind. Für deutsche Anleger und Unternehmen, die auf stabile Energiepreise angewiesen sind, bleibt die Lage rund um den Persischen Golf und die globalen Ölsanktionen ein zentrales Beobachtungsfeld. Der Ölpreis auf dem aktuellen Niveau von über 110 US-Dollar je Barrel belastet Importeure und heizt die Inflationsdiskussion weiter an.

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