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US-Umfrage: Mehrheit gegen Abschaffung des Geburtsortsprinzips

Eine Reuters/Ipsos-Umfrage zeigt: Die Mehrheit der Amerikaner will das automatische Geburtsrecht beibehalten – kurz vor dem Supreme-Court-Urteil.

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US-Umfrage: Mehrheit gegen Abschaffung des Geburtsortsprinzips

Eine aktuelle Reuters/Ipsos-Umfrage zeigt, dass eine Mehrheit der Amerikaner dafür ist, dass alle im Land geborenen Babys automatisch die US-Staatsbürgerschaft erhalten sollten. Das Ergebnis kommt zu einem politisch brisanten Zeitpunkt: Der Oberste Gerichtshof der USA bereitet sich darauf vor, in den kommenden Wochen über die Bemühungen von Präsident Donald Trump zu urteilen, diese langjährige Praxis zu beenden.

Das sogenannte Geburtsortsprinzip – auf Englisch „Birthright Citizenship" – ist im 14. Zusatzartikel der US-Verfassung verankert. Es garantiert seit dem Ende des Bürgerkriegs, dass jede Person, die auf amerikanischem Boden geboren wird, automatisch die Staatsbürgerschaft erhält. Trump hatte bereits zu Beginn seiner Amtszeit versucht, dieses Prinzip per Dekret einzuschränken, was zu einer Reihe von Klagen geführt hatte.

Supreme Court vor weitreichenden Entscheidungen

Der Supreme Court steht laut Reuters kurz davor, in den kommenden Wochen über eine Reihe polarisierender Themen zu entscheiden. Neben der Frage des Geburtsortsprinzips und der Einwanderungspolitik stehen auch Transgender-Rechte sowie Regeln für die Auszählung von Briefwahlunterlagen auf der Agenda des höchsten US-Gerichts.

Für deutsche Beobachter ist die Debatte besonders aufschlussreich: In Deutschland gilt ebenfalls ein – wenn auch eingeschränkteres – Geburtsortsprinzip, das seit der Reform des Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2000 unter bestimmten Voraussetzungen greift. In den USA hingegen ist das Recht traditionell umfassender und gilt unabhängig vom Aufenthaltsstatus der Eltern.

Die Umfrageergebnisse verdeutlichen die gesellschaftliche Spaltung in den USA rund um das Thema Einwanderung. Während Trumps Unterstützer argumentieren, das Geburtsortsprinzip ziehe sogenannte „Geburtstouristen" und illegale Einwanderer an, sehen Kritiker jede Einschränkung als Angriff auf ein verfassungsmäßig verbrieftes Grundrecht.

Politische Brisanz vor dem Urteil

Das bevorstehende Urteil des Supreme Court gilt als eines der bedeutendsten in der jüngeren US-Geschichte. Eine Entscheidung zugunsten von Trumps Position würde eine fundamentale Änderung der amerikanischen Staatsbürgerschaftspolitik bedeuten – mit weitreichenden Folgen für Hunderttausende von Menschen, die jährlich in den USA geboren werden.

Die Veröffentlichung der Reuters/Ipsos-Umfrage am 26. April 2026 fällt bewusst in die heiße Phase vor dem erwarteten Richterspruch. Sie liefert einen wichtigen Einblick in die öffentliche Meinung zu einem der umstrittensten Themen der amerikanischen Innenpolitik – und zeigt, dass Trumps Kurs in dieser Frage nicht von einer Mehrheit der Bevölkerung getragen wird.

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