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US-Sanktionen drosseln iranische Rohölexporte im Oktober auf null

Eine US-Blockade hat den physischen Abtransport iranischen Rohöls aus dem Golf gestoppt, wie die Plattform Vortexa meldet.

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US-Sanktionen drosseln iranische Rohölexporte im Oktober auf null

Die iranischen Rohölexporte sind im Oktober auf null gesunken. Grund dafür ist eine US-Blockade, die sämtliche Schiffsfrachten gestoppt hat. Das teilte die Energie-Intelligence-Plattform Vortexa mit. Die seegestützten Rohölexporte des Landes fielen in der zweiten Septemberwoche von einem 14-Tage-Durchschnitt von 230.000 Barrel pro Tag zu Monatsbeginn auf null und blieben bis zum 5. Oktober auf diesem Niveau.

Der drastische Rückgang markiert einen Wendepunkt in der jahrelangen Auseinandersetzung um den iranischen Ölhandel. Bislang hatten Sanktionen den Export zwar erschwert, aber nie vollständig unterbunden. Nun greift offenbar eine Blockade, die den physischen Transport der Ware selbst verhindert. Das auf Tankern im Meer befindliche iranische Rohöl ist auf 83 Millionen Barrel zurückgegangen. Davon sind 43 Millionen Barrel westlich der Straße von Hormus gefangen – jener strategisch entscheidenden Meerenge, durch die ein Großteil des weltweiten Ölhandels läuft.

Vortexa-Expertin: Blockade erreicht, was Sanktionen nicht schafften

„Die Blockade erreicht, was Sanktionen über Jahre nicht schafften: Sie hat den physischen Abtransport iranischen Rohöls aus dem Golf gestoppt", sagte Claire Jungman, Direktorin für maritime Risiken und Intelligence bei Vortexa. Die Expertin verwies zugleich auf eine veränderte Nachfragelage. China benötige iranische Barrel nicht mehr so dringend, da russisches Rohöl die Lücke geschlossen habe. Diese Verschiebung erklärt, warum der Wegfall der iranischen Lieferungen bislang offenbar keine größeren Versorgungsschwierigkeiten ausgelöst hat.

Auch bei anderen Energieträgern zeigen sich die Folgen deutlich. Die Exporte iranischen verflüssigten Petroleumgases (LPG) sanken laut Vortexa im Vergleich zum Vormonat um 48 Prozent auf ihr niedrigstes Niveau seit mindestens Januar 2023. LPG wird unter anderem als Brennstoff und in der Petrochemie eingesetzt. Der Einbruch unterstreicht, wie umfassend die Blockade den iranischen Energiehandel trifft.

Russisches Öl rückt in den Fokus

Während Iran ausfällt, gewinnen andere Akteure an Gewicht. Die Ölflüsse aus dem Golf ohne Iran stiegen im September auf über 81 Prozent des Niveaus vor dem Krieg. Getrieben wurde diese Erholung durch eine Erholung der saudischen Exporte. Saudi-Arabien, traditionell einer der größten Ölproduzenten der Welt, füllt damit einen Teil der entstandenen Lücke.

Mit dem Rückgang der iranischen Exporte stellt russisches Rohöl nun 80 Prozent dessen dar, was Vortexa als „Exporte mit hohem Risiko" aus Iran, Russland und Venezuela bezeichnet. Die kombinierten Exporte dieser drei Länder erreichten im September 4,73 Millionen Barrel pro Tag. Im gleichen Monat des Vorjahres waren es noch 6,39 Millionen Barrel pro Tag gewesen. Der Rückgang fällt damit deutlich aus.

Russische Exporte, abzüglich Rohöl des Kaspiischen Pipeline-Konsortiums (CPC) und KEBCO, stiegen laut Bericht im Vergleich zum Vormonat um 6 Prozent auf 3,79 Millionen Barrel pro Tag. Russland baut seine Rolle als zentraler Lieferant für Abnehmer in Asien damit weiter aus.

Für deutsche Anleger sind die Entwicklungen vor allem mit Blick auf die globale Ölversorgung und die Preisentwicklung relevant. Fällt ein großer Exporteur wie Iran praktisch vollständig aus, verschieben sich die Handelsströme – mit Folgen für Frachtraten, Raffinerie-Margen und die Preise an den Rohölmärkten. Zugleich zeigt sich, wie stark sich die Struktur des weltweiten Ölhandels seit Beginn der Sanktionen gegen Russland und Iran verändert hat. Beobachter dürften nun genau verfolgen, ob die Blockade dauerhaft Bestand hat und wie Russland und Saudi-Arabien auf die verschobenen Nachfrageströme reagieren.

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