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US-Rohölpreise fallen nach neuen Handelszöllen

Chinas Gegenmaßnahmen und Marktreaktionen verschärfen die wirtschaftlichen Unsicherheiten

US-Rohölpreise fallen nach neuen Handelszöllen

Die Preise für US-Rohöl sind um fast zwei Prozent gefallen, nachdem neue US-Zölle auf chinesische Importe in Kraft getreten sind. Gleichzeitig pausierte US-Präsident Donald Trump für einen Monat eine Entscheidung über hohe Zölle auf Waren aus Kanada und Mexiko. Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) sank um 1,32 US-Dollar oder 1,8 Prozent auf 71,84 US-Dollar pro Barrel. Brent-Rohöl verzeichnete einen Rückgang um 87 Cent oder 1,2 Prozent auf 75,09 US-Dollar.

Die neuen US-Zölle in Höhe von zehn Prozent auf chinesische Importe traten am Dienstagmittag asiatischer Zeit in Kraft. Als Reaktion darauf erhob China ab dem 10. Februar Zölle von 15 Prozent auf US-Kohle und verflüssigtes Erdgas sowie zehn Prozent auf Rohöl. Diese Maßnahmen verstärkten die Sorgen der Märkte über eine weitere Eskalation des Handelskonflikts zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt.

Laut IG-Marktanayst Yeap Jun Rong könnten die chinesischen Gegenzölle als Zeichen einer Verschärfung der Auseinandersetzung gewertet werden. Dies würde die Wahrscheinlichkeit einer ähnlichen Einigung wie mit Mexiko und Kanada verringern. Er erklärte, dass die Marktteilnehmer erneut Risiken für das globale Wirtschaftswachstum einpreisen würden, falls weitere Vergeltungsmaßnahmen folgen.

Chinas Rohölimporte aus den USA machten im Jahr 2024 laut Zolldaten 1,7 Prozent der gesamten chinesischen Rohölimporte aus. Die Analystin June Goh von Sparta Commodities erklärte, dass die Zölle die WTI-Lieferungen nach China verteuern und die Nachfrage verringern könnten. Alternativen wie das kasachische CPC- oder das Abu-Dhabi-Murban-Öl würden dadurch für China attraktiver. Sie betonte jedoch, dass dies keinen erheblichen Einfluss auf den Gesamtpreis von WTI haben sollte, da das Öl weiterhin in andere Regionen exportiert werden könne.

Gleichzeitig hatten sich der kanadische Premierminister Justin Trudeau und die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum mit den USA darauf geeinigt, die Grenzkontrollen zu verstärken. Dieser Schritt folgte auf Forderungen von US-Präsident Trump, die illegale Migration und den Drogenschmuggel strenger zu bekämpfen. Dadurch wurden geplante Zölle von 25 Prozent sowie ein zehnprozentiger Zoll auf Energieimporte aus Kanada für 30 Tage ausgesetzt.

Analysten richten ihren Blick nun auf die jüngsten US-Ölbestandsdaten für die Woche bis zum 31. Januar. Laut einer Umfrage von Reuters wird erwartet, dass die Rohölvorräte gestiegen sind, während die Bestände an Benzin und Destillaten vermutlich zurückgegangen sind.

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