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US-Repräsentantenhaus blockiert FISA-Verlängerung – Programm läuft aus

Das US-Repräsentantenhaus scheiterte mit der Verlängerung des Auslandsüberwachungsprogramms FISA – wegen Streit um eine umstrittene Personalentscheidung Trumps.

US-Repräsentantenhaus blockiert FISA-Verlängerung – Programm läuft aus

Das US-Repräsentantenhaus hat am Donnerstag die kurzfristige Verlängerung des Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA) abgelehnt. Die Maßnahme scheiterte mit 198 zu 218 Stimmen. Das bedeutet: Das wichtige Auslandsüberwachungsprogramm läuft am Freitag planmäßig aus.

Auslöser des Scheiterns war die Entscheidung von Präsident Donald Trump, Bill Pulte als kommissarischen Geheimdienstkoordinator zu nominieren. Pulte leitet derzeit die Federal Housing Finance Agency und verfügt über keinerlei Erfahrung im Bereich der nationalen Sicherheit. Seine Nominierung hatte überparteiliche Kritik ausgelöst.

Die Führung der Demokraten im Repräsentantenhaus sprach sich vor der Abstimmung ausdrücklich gegen die kurzfristige Verlängerung aus – und besiegelte damit das Scheitern der Vorlage. Sprecher Mike Johnson hatte versucht, das Gesetz über ein parlamentarisches Schnellverfahren zu verabschieden, das normalerweise für unstrittige Gesetzentwürfe verwendet wird und eine Zweidrittelmehrheit erfordert. Auch 19 Republikaner stimmten gegen die Maßnahme.

Was ist FISA Artikel 702?

Artikel 702 des FISA-Gesetzes erlaubt es der US-Regierung, die Kommunikation von Personen außerhalb der USA zu erfassen – auch dann, wenn diese mit US-Bürgern interagieren. Das Programm ist seit Jahren umstritten. Datenschützer befürchten, dass dabei auch Daten von US-Bürgern miterfasst werden. Befürworter hingegen bezeichnen es als unverzichtbares Instrument der nationalen Sicherheit.

Die Dringlichkeit der Verlängerung ist besonders hoch, da die USA, Kanada und Mexiko sich auf die Ausrichtung der FIFA-Weltmeisterschaft der Männer vorbereiten, die am Donnerstag begann. Zudem stehen in den kommenden Wochen Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit an. Das Risiko, in dieser sensiblen Phase ohne qualifizierte Führung an der Spitze der nationalen Geheimdienste zu sein, wiegt nach Einschätzung von Experten schwer.

Trumps Personalentscheidung als Knackpunkt

Pulte hatte seine Position als Chef der Federal Housing Finance Agency genutzt, um Ermittlungen gegen mehrere politische Gegner Trumps wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Hypotheken einzuleiten. Genau das machte ihn für viele Gesetzgeber untragbar für den Posten des Geheimdienstkoordinators. Selbst einige Republikaner, wie der Abgeordnete Don Bacon aus Nebraska, forderten Trump auf, die Nominierung zurückzuziehen.

Trump hielt jedoch an Pulte fest und erklärte am Mittwoch auf Truth Social, dass Pulte das Amt am 19. Juni übernehmen werde. Erst nachdem das Repräsentantenhaus die Sitzungsperiode bereits beendet hatte, kündigte Trump an, Jay Clayton – den US-Bundesanwalt für den südlichen Distrikt von New York und ehemaligen SEC-Vorsitzenden – als dauerhaften Geheimdienstkoordinator zu nominieren. Diese Ankündigung kam zu spät, um die Abstimmung noch zu beeinflussen.

Senat hatte Verlängerung bereits gestoppt

Bereits in der vergangenen Woche hatten Gesetzgeber über eine mehrjährige Verlängerung des Programms verhandelt. Der Senat stoppte diese Bemühungen jedoch, nachdem Trump Pultes Nominierung bekanntgegeben hatte. Das Repräsentantenhaus vertagte sich nach der gescheiterten Abstimmung und wird erst am 23. Juni zurückerwartet.

Senator Mark Warner, der ranghöchste Demokrat im Geheimdienstausschuss des Senats, räumte ein, dass es „gefährlich" sei, die FISA-Verlängerung nicht rechtzeitig zu verabschieden. Er verwies jedoch auf mögliche Alternativen: So könnte Trumps ernannter Vize Aaron Lukas kommissarisch im Amt bleiben, anstatt Pulte einzusetzen. Auch ein Dekret Trumps zur Verlängerung von FISA steht im Raum – Warner zeigte sich jedoch skeptisch, da Telekommunikationsunternehmen ohne parlamentarische Genehmigung rechtliche Haftungsrisiken befürchten könnten.

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