US-Justizministerium genehmigt 110-Milliarden-Fusion von Paramount und Warner
Das US-Justizministerium hat grünes Licht für die Megafusion gegeben – trotz massivem Widerstand aus der Branche und der Politik.

Das US-Justizministerium hat die rund 110 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance genehmigt. Damit ebnet die Behörde den Weg für eine der größten Fusionen in der Geschichte der amerikanischen Unterhaltungsindustrie. Zwei der ältesten Hollywood-Studios der Welt sollen künftig unter einem Dach vereint werden.
In einer offiziellen Erklärung teilte das Ministerium mit, es sei zu dem Schluss gekommen, dass der Zusammenschluss „wahrscheinlich nicht zu einer Beeinträchtigung des Wettbewerbs oder der amerikanischen Verbraucher führen wird". Das Ergebnis basiere auf einer intensiven Prüfung: „Im Zuge einer strengen achtmonatigen Untersuchung, die von den festangestellten Mitarbeitern der Abteilung geleitet wurde, erhielt die Abteilung von den Parteien über zwei Millionen Dokumente", hieß es in der Mitteilung. Zudem habe man „umfangreiche" Stellungnahmen von Dritten eingeholt. Zuerst hatte das Nachrichtenportal Politico über die Entscheidung berichtet.
Zwei Hollywood-Giganten mit über 200 Jahren Geschichte
Die Dimension des Deals wird deutlich, wenn man die beteiligten Unternehmen betrachtet. Paramount besitzt ein 114 Jahre altes Filmstudio, den Streaming-Dienst Paramount+ sowie das Fernsehnetzwerk CBS. Warner bringt ein 116 Jahre altes Filmstudio, den Streaming-Dienst HBO Max sowie eine Reihe von Kabelsendern mit – darunter den Nachrichtensender CNN. Zusammen entstünde ein Medienriese mit einem enormen Portfolio an Inhalten, Marken und Distributionskanälen.
An der Spitze des neuen Unternehmens soll David Ellison stehen, CEO von Paramount Skydance. Der 43-Jährige ist der Sohn des Oracle-Mitgründers und Technologiemagnaten Larry Ellison, der als Verbündeter von US-Präsident Donald Trump gilt. David Ellison hat versprochen, „das Erbe zweier ikonischer Unternehmen zu ehren und gleichzeitig unsere Vision vom Aufbau eines Medien- und Unterhaltungsunternehmens der nächsten Generation voranzutreiben".
Breiter Widerstand aus Branche und Politik
Trotz der Freigabe durch das Justizministerium ist der Deal keineswegs unumstritten. In einem im April veröffentlichten offenen Brief erklärten mehr als 1.000 Fachkräfte aus der Unterhaltungsbranche, der Deal würde „eine bereits konzentrierte Medienlandschaft weiter konsolidieren und den Wettbewerb in einem Moment verringern, in dem unsere Branchen – und das Publikum, das wir bedienen – sich dies am wenigsten leisten können".
Auch auf politischer Ebene regt sich Widerstand. Senatorin Elizabeth Warren (Demokratin aus Massachusetts) bezeichnete das grüne Licht des Justizministeriums als „schreckliche Nachricht für jeden Amerikaner". „Dieser Kampf ist noch nicht vorbei", schrieb Warren in einem Post auf X. „Die Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten müssen diese Fusion blockieren." Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta erklärte, sein Büro untersuche den Zusammenschluss. Auch das Büro der New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James soll an der Untersuchung beteiligt sein.
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Zur AktienanalyseStaatsfonds aus dem Nahen Osten und EU-Prüfung
Zusätzliche Komplexität bringt die Finanzierungsstruktur des Deals. In einer bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC eingereichten Unterlage gab Paramount an, dass die Übernahme von Warner teilweise durch den Public Investment Fund Saudi-Arabiens, die L'IMAD Holding aus Abu Dhabi und die Qatar Investment Authority unterstützt wird. Wegen dieser Beteiligung dreier staatlicher Fonds aus dem Nahen Osten prüfen auch Behörden der Europäischen Union die Fusion.
Zuletzt stand Ellisons Paramount zudem wegen Umstrukturierungen bei CBS News unter Beobachtung. Die von ihm ernannte Chefredakteurin Bari Weiss entließ am Ende der letzten Saison mehrere Korrespondenten der renommierten Sendung „60 Minutes". Die endgültige Vollendung der Fusion hängt nun auch davon ab, ob staatliche Generalstaatsanwälte rechtliche Schritte einleiten werden.


