US-Industrie-PMI steigt im Mai auf Vierjahreshoch
Der S&P Global Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe kletterte auf 55,3 – getrieben von Sicherheitslagerhaltung.

Die US-Industrieaktivität hat sich im Mai deutlich beschleunigt und den höchsten Stand seit vier Jahren erreicht. Der vorläufige Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe stieg laut S&P Global von 54,5 im April auf 55,3 – der höchste Wert seit Mai 2022. Ökonomen hatten lediglich einen Wert von 53,8 erwartet, womit das Ergebnis die Prognosen klar übertraf.
Ein PMI-Wert über 50 signalisiert Wachstum in der Industrie, die rund 9,4 Prozent der US-Wirtschaft ausmacht. Treiber des Anstiegs war vor allem der Aufbau von Sicherheitsbeständen in den Fabriken – Unternehmen reagierten damit auf Preis- und Lieferrisiken, die durch den anhaltenden US-israelischen Konflikt mit dem Iran entstanden sind.
Krieg stört globale Lieferketten
Der seit fast drei Monaten andauernde Konflikt hat den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus erheblich gestört. Die Folgen sind weitreichend: Energiepreise stiegen, globale Lieferketten gerieten unter Druck, und es kam zu Engpässen bei einer Vielzahl von Gütern – darunter Düngemittel, Aluminium und Konsumgüter. Hinzu kamen bereits bestehende Belastungen durch die umfassenden Zölle von Präsident Donald Trump, die Zulieferer vor dem Krieg eingeschränkt hatten.
Die Lieferzeiten der Zulieferer verlängerten sich auf ein Niveau, das zuletzt im August 2022 verzeichnet wurde. Gleichzeitig stiegen die Vorratsbestände auf ein Elfmonatshoch, was S&P Global ausdrücklich auf den „Aufbau von Sicherheitsbeständen angesichts von Preis- und Lieferbedenken" zurückführte.
Preisdruck erreicht Mehrjahreshochs
Der Preisdruck hat sich spürbar verschärft. Der Index für die von den Fabriken gezahlten Einkaufspreise sprang von 68,4 im April auf 79,5 – den höchsten Stand seit Juni 2022. Die Hersteller gaben die gestiegenen Kosten zudem an die Verbraucher weiter: Der Index für die Verkaufspreise kletterte von 61,7 auf 63,3, den höchsten Wert seit September 2022.
Das Gesamtmaß der von Unternehmen gezahlten Einkaufspreise stieg von 61,3 auf 64,0 – der höchste Stand seit November 2022. Dies passt zu den jüngsten Inflationsdaten: Die Erzeugerpreise legten im April so stark zu wie seit vier Jahren nicht mehr, und die Verbraucherpreise verzeichneten den größten Jahresanstieg seit Mai 2023.
Gesamtwirtschaft bleibt unter Druck
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Zur AktienanalyseTrotz des starken Industrie-PMI bleibt das Gesamtbild der US-Wirtschaft verhalten. Der vorläufige PMI für den Dienstleistungssektor sank leicht von 51,0 im April auf 50,9. Der US-Composite-PMI-Output-Index, der beide Sektoren zusammenfasst, blieb unverändert bei 51,7.
Chris Williamson, Chefvolkswirt bei S&P Global Market Intelligence, kommentierte den Wert mit den Worten, er deute darauf hin, „dass die Wirtschaft Mühe haben wird, im zweiten Quartal ein annualisiertes BIP-Wachstum von deutlich mehr als 1% zu erreichen." Williamson warnte zudem: „Im Durchschnitt hat sich das Wachstum der Auftragsbestände in den letzten drei Monaten auf den schwächsten Wert seit zwei Jahren verlangsamt, und der Impuls durch vorsorgliche Lagerhaltung aufgrund von Sorgen über weitere Preiserhöhungen und Lieferverzögerungen wird nicht ewig anhalten."
Auch am Arbeitsmarkt zeigen sich Schwächen. Während sich der Beschäftigungsindex im verarbeitenden Gewerbe erholte, schrumpfte die Beschäftigung im Dienstleistungssektor. Ein Gesamtmaß für die Beschäftigung im Privatsektor fiel auf ein 21-Monats-Tief – ein Signal, das Anleger und Ökonomen aufmerksam beobachten dürften.


