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US-Daten lindern Zinssorgen, SAP-Aktien belasten den Index

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US-Daten lindern Zinssorgen, SAP-Aktien belasten den Index

An Fronleichnam verzeichnete der DAX nach einem nervösen Start leichte Kursgewinne. Die Unsicherheit vor den neuen Inflationsdaten sowie die Furcht vor einer sich verzögernden Zinswende hemmten das Börsenbarometer. Viele Anleger nutzten den Brückentag für ein langes Wochenende, was zu geringen Umsätzen führte. Dennoch konnte der deutsche Leitindex seine anfänglichen Verluste rasch abschütteln und bereits am Vormittag ins Plus drehen. Am Nachmittag sorgten US-Konjunkturdaten für eine leichte Entspannung und minimale Gewinne, sodass der DAX letztlich 0,13 Prozent höher bei 18.497 Punkten schloss. Kräftige Kursverluste der SAP-Aktien verhinderten ein größeres Plus, da ein enttäuschender Ausblick des US-Konkurrenten Salesforce belastete.

Am Vortag war der DAX aufgrund der unklaren Zinsperspektive und der gestiegenen Inflationsrate in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit drei Wochen gefallen. Die Erwartung, dass die Federal Reserve in den USA erst im Herbst eine Zinswende einleitet, verfestigt sich. Trotz aggressiver Zinserhöhungen hält die Fed den Leitzins derzeit in einer Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent konstant. Das DAX-Rekordhoch von Mitte Mai bei knapp 18.900 Zählern scheint vorerst außer Reichweite, stattdessen tendiert der Index eher zur Marke von 18.000 Punkten. Eine technische Haltemarke liegt bei etwa 18.300 Punkten, wo die Durchschnittslinie der vergangenen 50 Handelstage verläuft.

Die US-Wirtschaft zeigt derweil deutliche Abkühlungstendenzen, bedingt durch die Hochzinspolitik der Fed. Das Bruttoinlandsprodukt legte im ersten Quartal auf das Jahr hochgerechnet nur noch um 1,3 Prozent zu, was den Erwartungen von Experten entsprach. Zunächst war ein Plus von 1,6 Prozent gemeldet worden. Zudem stiegen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stärker als erwartet. Diese Nachrichten dämpften die Zinssenkungserwartungen wieder etwas. Investoren hoffen nun auf neue Hinweise von dem anstehenden PCE-Index der privaten Konsumausgaben, einem wichtigen Inflationsmaß für die Fed.

In der Eurozone richtet sich der Fokus ebenfalls auf die Verbraucherpreise. Im Gegensatz zur Fed erwarten Investoren bei der Europäischen Zentralbank baldige Zinssenkungen. Ein höher als prognostizierter Inflationswert könnte jedoch den Zeitplan und das Ausmaß dieser Maßnahmen beeinflussen. Der Euro erholte sich von anfänglichen Verlusten und stieg wieder über die Marke von 1,08 Dollar, unterstützt durch schwache US-Wirtschaftsdaten und trübe Zahlen vom Immobilienmarkt.

An den Rohstoffmärkten sanken die Preise für Kupfer und Öl aufgrund der ungewissen US-Zinsaussichten. Kupfer verbilligte sich um 3,5 Prozent, während die Ölpreise für Brent und WTI jeweils um etwa ein halbes Prozent nachgaben. SAP-Papiere fielen nach einem enttäuschenden Ausblick von Salesforce um fast vier Prozent, während HP von einer steigenden PC-Nachfrage profitierte und auf ein Zwei-Jahres-Hoch kletterte. Ein möglicher staatlicher Zuschuss für einen Vogelgrippe-Impfstoff von Moderna beflügelte die Aktien des Unternehmens. Auch Foot Locker profitierte von positiven Quartalszahlen, während Sartorius und Merck KGaA aufgrund einer Gewinnwarnung von Agilent Technologies unter Druck standen. UBS kündigte unterdessen einen Umbau des Top-Managements an.

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