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US-Automarkt 2030: Hybride boomen, chinesische Hersteller bleiben draußen

Ein neuer Bericht prognostiziert massive Marktverschiebungen: Hybride auf dem Vormarsch, chinesische Autos bleiben fern.

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US-Automarkt 2030: Hybride boomen, chinesische Hersteller bleiben draußen

Ein neuer Bericht zur Zukunft des US-Automarktes bis 2030 zeichnet ein klares Bild: Chinesische Pkw und SUV werden auf absehbare Zeit nicht in nennenswerter Zahl in den USA ankommen. Gleichzeitig erwartet der Marktexperte Murphy einen deutlichen Anstieg der Hybrid-Nachfrage und ein mögliches Verschwinden mehrerer etablierter Marken.

Trotz wachsender Spekulationen über einen baldigen Markteintritt chinesischer Hersteller sieht Murphy bei den US-Gesetzgebern kaum Interesse an einer Öffnung. Hauptgrund seien die befürchteten negativen Auswirkungen auf die heimische Automobilindustrie und die inländische Fahrzeugproduktion.

Zölle und Handelsbarrieren als Schutzschild

Bereits heute unterliegen in China gebaute und in die USA importierte Fahrzeuge einem 100-prozentigen Zoll, der unter den Handelsrichtlinien der Trump-Administration verhängt wurde. Dies hat praktisch alle chinesischen Marken vom US-Markt ferngehalten. Ab dem nächsten Jahr verschärft das US-Handelsministerium die Regeln weiter: Es wird Automobilherstellern verbieten, Fahrzeuge zu importieren und zu verkaufen, die Technologie enthalten, die von chinesischen Unternehmen entwickelt oder hergestellt wurde.

Interessant ist die Entwicklung im Nachbarland Kanada: Ab diesem Herbst wird erwartet, dass eine kleine Anzahl chinesischer Hersteller, darunter BYD und Geely, dort Fahrzeuge verkaufen werden. Die USA bleiben für sie jedoch vorerst versperrt.

Fünf Marken besonders gefährdet

Als Reaktion auf den wachsenden globalen Wettbewerb, insbesondere durch chinesische Hersteller, prognostiziert Murphy, dass zwischen fünf und zehn der derzeit 38 in den USA verkauften Automarken im nächsten Jahrzehnt verschwinden könnten. „Keine Marke ist 100 Prozent sicher“, so Murphy, doch einige seien einem deutlich höheren Risiko ausgesetzt.

Die neueste „Murphy Automotive Product Pipeline“ listet fünf Marken als besonders gefährdet auf:

  • Polestar (gehört zu Geely) – kann ab 2027 aufgrund der neuen Vorschriften für vernetzte Fahrzeuge keine Fahrzeuge mehr in den USA verkaufen
  • Maserati
  • Alfa Romeo
  • Jaguar
  • Fiat

Die vier letztgenannten Marken haben bislang keinen Rückzug aus dem US-Markt angedeutet.

Hybride auf dem Vormarsch, Elektroautos mit verhaltener Prognose

Ein zentraler Punkt des Berichts ist die erwartete Marktverschiebung bei den Antriebsarten. Murphy sagt voraus, dass die Nachfrage nach Benzin-Elektro-Hybriden in den nächsten vier Jahren stark ansteigen wird. Bis 2030 könnten Hybride bereits 34 Prozent des US-Marktes ausmachen. Zum Vergleich: In den ersten sieben Monaten dieses Jahres lag der Hybrid-Anteil laut J.D. Power bereits bei über 18 Prozent.

Bei reinen Elektrofahrzeugen (EV) fällt die Prognose verhaltener aus. Murphy erwartet nur ein leichtes Wachstum bis 2030. Die Branche leidet noch unter den Folgen einer dramatischen Kurskorrektur: Nachdem die Trump-Administration die bundesstaatlichen Steuerbefreiungen für EV-Verkäufe beendet hatte, wurden Milliarden an Investitionen in neue EV-Modelle verworfen.

„Produktwüste“ zwischen 2026 und 2028

Diese schnelle Kehrtwende hat laut Murphy zu einem deutlichen Rückgang der Fahrzeugvorstellungen zwischen 2026 und 2028 geführt. Er bezeichnet diesen Zeitraum als „die schlimmsten drei Jahre in der Aufzeichnung“ und spricht von einer regelrechten „Produktwüste“. Die Hersteller müssten sich erst neu sortieren, nachdem ihre ursprünglichen Elektroauto-Pläne über den Haufen geworfen wurden.

Der US-Automarkt steht damit vor einem tiefgreifenden Wandel: Während chinesische Hersteller draußen bleiben, kämpfen etablierte Marken ums Überleben, und die Antriebstechnologie verschiebt sich hin zu Hybriden – ein Trend, der auch für den deutschen Markt von großer Bedeutung sein dürfte.

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