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US-Aktien steigen nach schwächeren Inflationsdaten: Nasdaq, S&P und Dow im Plus

Der PCE-Index fiel im August niedriger aus als erwartet, die Zehnjahresrendite bleibt unter 5,25%, Ölpreise legen zu.

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US-Aktien steigen nach schwächeren Inflationsdaten: Nasdaq, S&P und Dow im Plus

Die großen US-Aktienindizes haben am Mittwoch im frühen Handel zugelegt. Auslöser war der von der Federal Reserve bevorzugte Inflationsindikator für den August, der schwächer ausfiel als von Ökonomen erwartet. Der technologieorientierte Nasdaq Composite, der Leitindex S&P 500 und der Dow Jones Industrial Average legten in der jüngeren Handelsphase jeweils um 0,3% zu. Gleichzeitig schwankten die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen, und die Ölpreise stiegen leicht an.

Der Preisindex für Personal Consumption Expenditures (PCE) stieg im August im Jahresvergleich um 3,4%. Prognostiker hatten laut einer Umfrage von Dow Jones Newswires und The Wall Street Journal mit einem Anstieg um 3,7% gerechnet. Die Kernrate, die volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausklammert, kletterte um 3% und lag damit ebenfalls unter den Schätzungen von 3,3% – aber weiterhin deutlich über dem Ziel der Federal Reserve von 2% jährlich.

Für deutsche Anleger ist der Bericht vor allem deshalb relevant, weil er die Erwartungen an die US-Geldpolitik verschiebt und damit auch die Kapitalmarktzinsen hierzulande beeinflusst. Der Indikator könnte allerdings leicht veraltet sein, da die Kraftstoffpreise in den letzten Wochen gestiegen sind und die Kosten für Güter in der gesamten Wirtschaft nach oben treiben könnten. Der Bericht wurde zudem nicht nur durch tatsächliche Preisveränderungen beeinflusst, sondern auch dadurch, wie das Amt den Index berechnet. Ökonomen erwarten, dass der Bericht den Druck auf die Fed-Beamten erhöhen könnte, den Leitzins in diesem Jahr mindestens einmal weiter anzuheben.

Zinserwartungen sinken deutlich

Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe, die als Benchmark für eine breite Palette von Zinssätzen dient – darunter Hypotheken, Unternehmensanleihen und andere Kredite –, lag zuletzt bei unter 5,25% und damit kaum verändert gegenüber dem Schlusskurs vom Dienstag. Am Vortag war die Zehnjahresrendite über 5,29% gestiegen, ihr höchstes Niveau seit 2007.

Die Händler sehen nun eine Wahrscheinlichkeit von 35% dafür, dass die Federal Reserve ihre Leitzinsen bei ihrer Sitzung Ende Oktober anhebt. Das ist ein Rückgang von 43% unmittelbar vor den Daten und deutlich unter der Wahrscheinlichkeit von 71%, die noch vor einer Woche gesehen wurde. Der starke Rückgang erfolgte nach Äußerungen des New Yorker Fed-Präsidenten John Williams, der andeutete, die Zentralbank könnte bis Dezember warten, bevor sie die Zinsen erneut anhebt.

„Der Aktienmarkt scheint auf einen neuen Katalysator zu warten – weder bricht er dramatisch ein noch erreicht er überzeugend neue Hochs – und wir glauben, dass eine starke Gewinnwarnungs-Saison und das Überstehen der Midterm-Wahlen den Markt aus seiner Handelsspanne herausführen und bis zum Jahresende zu neuen Höchstständen führen werden“, sagte Chris Zaccarelli, Chief Investment Officer bei Northlight Asset Management, in einer schriftlichen Stellungnahme.

Am Vortag hatten die großen US-Aktienindizes zum zweiten Tag in Folge niedriger geschlossen, während die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen ihren Aufwärtstrend fortsetzten. Mit Eintritt in den letzten Handelstag des Monats lagen der Dow und der S&P 500 im September jeweils um 3,5% beziehungsweise 0,2% im Minus, während der Nasdaq um 1,6% zulegte. Der Dow stand damit kurz davor, seine fünfmonatige Gewinnserie zu beenden.

Boeing gewinnt milliardenschweren Navy-Auftrag

Die Verteidigungssparte von Boeing hat einen wichtigen Erfolg erzielt. Das Unternehmen teilte nach dem Schlussglockenläuten am Vortag mit, dass es einen „multimilliardenschweren Vertrag“ gewonnen habe, um das F/A-XX-Flugzeug zu produzieren, eine neue Generation von Kampfflugzeugen für die US-Navy. Das Flugzeug soll die derzeit von der Navy eingesetzten F/A-18 Super Hornet ersetzen. Das Verteidigungsministerium erklärte, der Deal habe Werte von über 20 Milliarden Dollar, die Flugzeuge würden voraussichtlich ab den 2030er Jahren die älteren Modelle ablösen. Die Boeing-Aktien stiegen nach der Nachricht um 2,5%.

Anfang der Woche waren die Boeing-Papiere stark eingebrochen, nachdem berichtet worden war, dass das Unternehmen einen Softwarefehler in der Software der 737 MAX entdeckt hatte. FAA-Administrator Bryan Bedford sagte auf einer Pressekonferenz am Montag, die Agentur werde die Zertifizierung der 737 MAX 10 verzögern, bis sie untersuchen kann, ob der Softwarefehler ein Sicherheitsproblem verursachen könnte. Selbst mit den Gewinnen vom Mittwoch sind die Boeing-Aktien im Jahresverlauf um etwa 12% gefallen. Analysten von Morgan Stanley teilten Kunden mit, sie sähen den jüngsten Rückgang als „taktische Kaufchance“ vor einer wichtigen Gewerkschaftswahl, die die Aktie nach oben treiben könnte, wenn Boeing einen Streik vermeidet.

Einzelwerte: Cal-Maine bricht ein, Nike vor Zahlen

Die Aktien von Cal-Maine Foods gerieten unter Druck. Der größte Eierproduzent des Landes meldete für das erste Quartal des Geschäftsjahrs Einnahmen von 539,6 Millionen Dollar, rund 20 Millionen Dollar unter den Analystenerwartungen. Der Nettoverlust von 1,26 Dollar pro Aktie fiel ebenfalls breiter aus als prognostiziert. Das Unternehmen führte die Ergebnisse auf einen „reichlich versorgten Eiermarkt“ zurück: Der durchschnittliche Verkaufspreis für herkömmliche Eier fiel im Jahresvergleich um fast 60%, während das Verkaufsvolumen annähernd konstant blieb. Die Aktie lag im Vorhandel 8,5% im Minus.

Bei Nike erwarten Händler nach den am Donnerstag nachmittags anstehenden Zahlen einen Rücksetzer auf das niedrigste Niveau seit 13 Jahren. Basierend auf der aktuellen Optionspreiskalkulation könnte die Aktie bis Ende der Woche um bis zu 8% in beide Richtungen schwanken. Eine Bewegung dieser Größe vom Schlusskurs am Dienstag würde die Aktie auf 33 Dollar ziehen, ihr tiefstes Niveau seit September 2013; das obere Ende läge nahe bei 39 Dollar. Seit Jahresbeginn haben die Nike-Aktien mehr als 40% verloren. Bank of America hat die Aktie kürzlich abgewertet, Morgan Stanley hat die Berichterstattung mit einer bärischen Einschätzung wieder aufgenommen.

Weitere Einzelwerte: Die Aktien von Robinhood Markets gewannen 4%, nachdem das Unternehmen neue aktive Handelsprodukte angekündigt hatte, darunter „Robinhood Agents“. Die Cal-Maine-Papiere notierten nach starken Verlusten im Vorhandel zuletzt 1,5% im Plus, FactSet Research Systems legte um 1% zu und Conagra Brands kletterte um 0,5%, während Jabil nahezu unverändert blieb. Der Roundhill Memory ETF (DRAM) und der iShares Semiconductor ETF (SOXX) lagen mit 1% beziehungsweise leicht im Plus. Der Roundhill Magnificent Seven ETF (MAGS) stieg um 0,3%, Meta Platforms verlor 1,5%, Nvidia gewann 1,5% und Apple legte 1% zu.

Öl, Dollar und Gold

Die Ölpreise stiegen am Mittwoch leicht an, während die Händler die neuesten Entwicklungen im Nahen Osten verdauten, einschließlich der Ablehnung von Präsident Donald Trump, Sanktionen gegen den Iran zu lockern. Die US-Leitsorte West Texas Intermediate (WTI) notierte zuletzt 2,1% höher bei 91,25 Dollar pro Barrel, Brent-Rohöl als internationaler Benchmark stieg um 0,9% auf 103,50 Dollar.

Bitcoin handelte um 85.200 Dollar, entfernt von den nächtlichen Tiefs bei rund 82.900 Dollar. Der US-Dollar-Index, der den Wert des Greenback gegenüber einem Warenkorb ausländischer Währungen verfolgt, lag 0,2% niedriger bei 101,18. Goldfutures gewannen 1,1% auf 4.225 Dollar pro Unze. Die Aktien-Futures hatten vor den Inflationsdaten kaum verändert notiert: Dow-und-S&P-500-Kontrakte lagen jeweils 0,1% im Plus, Nasdaq-100-Futures 0,1% im Minus.

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