United Airlines: A350-Bestellung wegen Triebwerks-Streit mit Rolls-Royce auf der Kippe
Rechtsstreit um 175 Millionen Dollar verzögert Auslieferung der Langstreckenflugzeuge seit 2009

United Airlines hat einen schwerwiegenden Rechtsstreit mit dem britischen Triebwerkshersteller Rolls-Royce offengelegt, der die seit 2009 geplante Bestellung von 45 Airbus A350-Langstreckenflugzeugen gefährdet. Die US-Fluggesellschaft wirft Rolls-Royce Vertragsbruch vor und fordert 175 Millionen Dollar zurück, die sie 2017 als Vorauszahlung geleistet hatte.
In einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht erklärte United, dass Rolls-Royce im Dezember 2024 gegen die Vertragsbedingungen verstoßen habe. Der ursprüngliche Vertrag über den Kauf von Triebwerken und Wartungsdienstleistungen war bereits 2010 unterzeichnet worden. United nannte in der aktuellen Mitteilung keinen konkreten Zeitplan mehr für die Auslieferung der Flugzeuge.
Rolls-Royce weist die Vorwürfe entschieden zurück. Ein Sprecher des Unternehmens betonte, man sei allen Verpflichtungen aus den seit 2010 bestehenden Vereinbarungen nachgekommen. Das britische Unternehmen bezeichnete United als "geschätzten Kunden" und äußerte die Hoffnung, das "historische Problem" lösen zu können. Aufgrund laufender Gerichtsverfahren könne man sich jedoch nicht weiter äußern.
Komplexe Ausgangslage
Die Situation ist besonders heikel, da Rolls-Royce der einzige Hersteller von Triebwerken für die A350 ist. Ohne Einigung mit dem britischen Konzern kann United die bestellten Jets nicht in Betrieb nehmen. Die Fluggesellschaft prüft nach eigenen Angaben, welche Auswirkungen der Streit auf andere beteiligte Parteien haben könnte – eine mutmaßliche Anspielung auf Airbus.
Der europäische Flugzeughersteller Airbus lehnte eine Stellungnahme ab, führt die Bestellung aber weiterhin in seinem offiziellen Auftragsbestand. Branchenkenner bezeichnen dies als Standardverfahren zur Wahrung vertraglicher Rechte.
Jahrelange Verzögerungen
Die A350-Bestellung geht auf das Jahr 2009 zurück, noch vor der Fusion von United mit Continental Airlines im Jahr 2010. Continental galt als treuer Boeing-Kunde mit exklusiven Bindungen zum US-Flugzeugbauer. Der Airbus-Auftrag wurde in den Folgejahren mehrfach umstrukturiert, verschoben und geändert.
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Zur AktienanalyseIm September 2024 hatte United-Chef Scott Kirby noch erklärt, man werde die Entscheidung über die A350-Bestellung später im Jahr bekanntgeben. Die Fluggesellschaft hatte betont, dass die Entscheidung an den langfristigen Bedarf für den Ersatz von Großraumflugzeugen gebunden sei, insbesondere ältere Boeing 767 und 777.
Die wiederholten Aufschübe haben in der Branche Spekulationen ausgelöst, dass United den Auftrag möglicherweise stornieren oder in andere Airbus-Modelle umwandeln könnte. Als Alternative gilt die A321neo-Familie, von der United bereits große Stückzahlen bestellt hat. United Airlines ist einer der bedeutendsten Flugzeugkäufer weltweit und war über Jahre hinweg ein Schauplatz des intensiven Wettbewerbs zwischen Airbus und Boeing.


