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Unbefristete Streiks bei Lufthansa-Tochter Discover drohen

Gewerkschaften stellen sich gegen Verdi-Abschluss und fordern eigene Tarifverträge

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Unbefristete Streiks bei Lufthansa-Tochter Discover drohen

Beim Ferienflieger Discover Airlines, einer Tochtergesellschaft der Lufthansa, könnte es bald zu unbefristeten Streiks kommen. Grund dafür sind die Ergebnisse der Urabstimmungen der Gewerkschaften der Flugbegleiter, UFO, und der Piloten, Vereinigung Cockpit (VC). Beide Gewerkschaften hatten sich mit großen Mehrheiten dafür ausgesprochen, in den Arbeitskampf zu treten, um erstmals Tarifverträge für das Personal bei Discover durchzusetzen. Laut Aussage der VC sind unbefristete Arbeitskampfmaßnahmen ab sofort jederzeit möglich, auch wenn ein konkreter Streiktermin noch nicht festgelegt wurde.

Die beiden Gewerkschaften haben sich zusammengeschlossen, nachdem Discover Airlines überraschend einen Tarifabschluss mit der konkurrierenden Dienstleistungsgewerkschaft Verdi vorgezogen hatte. Dieser Schritt hatte bei UFO und VC für Unmut gesorgt, da sie befürchten, dass ihre Position innerhalb des Lufthansa-Konzerns geschwächt werden könnte. Discover Airlines, die mit einer Flotte von 27 Flugzeugen sowohl Europa- als auch Langstreckenflüge ab Frankfurt und München anbietet, reagierte auf die Streikdrohungen lediglich mit der Aussage, dass man das Ergebnis der Abstimmungen zur Kenntnis nehme.

Bereits zu Beginn des Jahres hatte es eine erste Streikwelle von VC und UFO gegeben, deren Auswirkungen auf die Kunden jedoch begrenzt waren. Dies war möglich, weil Discover als relativ kleine Fluggesellschaft noch in der Lage war, mit Unterstützung des Lufthansa-Netzwerks die Folgen des Streiks abzufedern. Allerdings plant das Lufthansa-Management, Discover in den kommenden Jahren auszubauen. So soll die Flotte bis 2027 auf 33 Flugzeuge anwachsen, darunter sechs Langstreckenmaschinen vom Typ Airbus A330 sowie drei Mittelstreckenjets der Baureihe Airbus A320. Gleichzeitig werden drei A330 im Jahr 2026 aus der Flotte genommen. Zudem plant Lufthansa, ab 2027 das Innenleben der Flugzeuge zu modernisieren, einschließlich einer neuen Business-Klasse mit direktem Zugang zum Gang für jeden Sitz.

Die geplanten Expansions- und Modernisierungsmaßnahmen könnten den Konflikt zwischen den Gewerkschaften und der Unternehmensführung weiter verschärfen. Besonders, da die Lufthansa-Führung deutlich gemacht hat, dass Discover künftig noch mehr Strecken von der Kernmarke Lufthansa übernehmen soll. Dies könnte das Engagement der Gewerkschaften befeuern, ihre Interessen vehement zu vertreten.

In der laufenden Abstimmung votierten fast 92 Prozent der Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter sowie 81 Prozent des Cockpit-Personals für den Arbeitskampf. Beide Gewerkschaften zeigten sich über die große Beteiligung erfreut. Rund 1000 der 1900 Beschäftigten sind in den beiden Fachgewerkschaften organisiert. UFO und VC werfen Verdi vor, dass die DGB-Gewerkschaft lediglich durch die Gunst des Arbeitgebers zum Zuge gekommen sei, obwohl sie weniger Mitglieder und weniger Fachwissen für die Belange der Mitarbeitenden habe. Verdi hingegen wies diese Vorwürfe zurück und beschuldigte VC und UFO, primär ihren eigenen Einfluss innerhalb des Lufthansa-Konzerns sichern zu wollen.

VC und UFO hatten bereits seit längerer Zeit mit dem Management von Discover verhandelt und waren zu Jahresbeginn sogar in den Streik getreten. Die Gewerkschaften vermuten, dass die fast fertigen Verträge bewusst verworfen wurden, um die Position von VC und UFO zu schwächen und letztlich die Personalkosten zu senken. UFO-Chef Joachim Vázquez Bürger erklärte, dass das Kabinenpersonal dem Arbeitgeber zeigen wolle, dass die Mitarbeitenden weiterhin selbst entscheiden sollten, wer ihre Tarifverträge verhandelt. VC-Tarifchef Marcel Gröls fügte hinzu, dass die Mitglieder der Vereinigung Cockpit nicht akzeptieren würden, dass Tarifverträge ohne ihre Zustimmung mit einer ihnen weniger genehmen Gewerkschaft abgeschlossen werden.

Discover AirlinesStreik ArbeitsrechtGewerkschaften

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