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Ubisoft kündigt drastische Restrukturierung an

Der französische Spielekonzern Ubisoft reorganisiert sich grundlegend in fünf spezialisierte Einheiten. Sechs Spiele werden gestrichen, sieben verschoben – die Prognosen fallen deutlich schlechter aus als erwartet.

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Ubisoft kündigt drastische Restrukturierung an

Ubisoft steht vor einem der größten Umbrüche seiner Unternehmensgeschichte. Ab April gliedert sich der französische Videospiel-Publisher in fünf separate Einheiten, die jeweils auf spezifische Spielgenres fokussiert sind. Gleichzeitig streicht das Unternehmen sechs Projekte komplett und verschiebt sieben weitere – ein deutliches Signal für die angespannte Lage.

Neue Struktur mit fünf Creative Houses

Das Herzstück der Reorganisation bilden fünf sogenannte "Creative Houses", die künftig eigenständig für ihre Portfolios verantwortlich sein werden. Jede Einheit verwaltet ihr eigenes Budget und steuert den gesamten Prozess von der Markenentwicklung bis zum Vertrieb. Die Management-Teams werden künftig nach messbaren Kriterien wie Spieler-Engagement und Wertschöpfung vergütet.

Die erste und prominenteste Einheit ist Vantage Studios, die im November 2025 mit einer Kapitalspritze von 1,16 Milliarden Euro durch den chinesischen Tech-Riesen Tencent gegründet wurde. Vantage übernimmt die Verantwortung für Ubisofts wertvollste Franchises, allen voran die "Assassin's Creed"-Reihe. Die vier weiteren Einheiten konzentrieren sich auf Multiplayer-Shooter, Live-Service-Spiele, narrative Einzelspieler-Erlebnisse sowie Casual- und Familienspiele.

Drastische Projektstreichungen

Besonders schmerzhaft: Unter den gestrichenen Projekten befindet sich auch das mit Spannung erwartete Remake von "Prince of Persia" sowie drei bisher unangekündigte Titel. Diese Entscheidung unterstreicht den Spardruck, unter dem Ubisoft derzeit steht. Sieben weitere Spiele werden auf unbestimmte Zeit verschoben.

Düstere Finanzprognosen

Die finanziellen Aussichten fallen deutlich schlechter aus als ursprünglich kommuniziert. Für 2026 erwartet Ubisoft nun Netto-Buchungen von rund 1,5 Milliarden Euro – ein deutlicher Rückgang gegenüber der bisherigen Prognose von 1,9 Milliarden Euro. Statt der angestrebten operativen Gewinnschwelle rechnet das Unternehmen mit einem Betriebsverlust von etwa 1 Milliarde Euro.

Darin enthalten sind Belastungen von 650 Millionen Euro durch die Spielstreichungen und -verschiebungen. Der freie Cashflow wird voraussichtlich negativ 400 bis 500 Millionen Euro betragen. Die Nettoverschuldung soll bis Ende 2026 zwischen 150 und 250 Millionen Euro liegen, bei Barreserven von 1,25 bis 1,35 Milliarden Euro.

Kostensenkungsprogramm läuft

Das bereits laufende Kostensenkungsprogramm über 100 Millionen Euro soll bis März 2026 vollständig umgesetzt werden – ein Jahr später als ursprünglich geplant. Doch damit nicht genug: Ubisoft hat sich ein zusätzliches Sparziel von 200 Millionen Euro für die kommenden zwei Jahre gesetzt. Auch Vermögensverkäufe werden weiterhin geprüft.

Den bisherigen Ausblick für das Geschäftsjahr 2026/27 hat Ubisoft komplett zurückgezogen. Neue mittelfristige Prognosen will das Unternehmen erst im Mai 2026 vorlegen – dann dürfte klarer sein, ob die radikale Neuausrichtung greift.

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