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TikTok-Deal: Oracle-Gründer Ellison baut Medienimperium aus

Der Verkauf von TikToks US-Geschäft markiert den Aufstieg eines neuen Medien-Moguls: Larry Ellison kontrolliert künftig eine der wichtigsten Social-Media-Plattformen der USA. Seine Nähe zu Donald Trump wirft Fragen auf.

TikTok-Deal: Oracle-Gründer Ellison baut Medienimperium aus

Am 22. Januar 2025 vollzieht sich ein historischer Deal in der US-Medienlandschaft: Das US-Geschäft von TikTok wechselt die Besitzverhältnisse. Im Zentrum steht Oracle-Gründer Larry Ellison, der mit diesem Schritt sein Medienimperium massiv ausbaut.

Ellison übernimmt Kontrolle über TikTok-Inhalte

Das von Ellison angeführte Joint-Venture "TikTok USDS" sichert sich 45 Prozent der Anteile am US-Geschäft. Partner sind neben Oracle die Private-Equity-Firma Silver Lake und das emiratische Unternehmen MGX. Der chinesische Mutterkonzern ByteDance behält knapp 20 Prozent, bestehende Investoren halten 35 Prozent.

Entscheidend ist die Machtverteilung: "TikTok USDS" übernimmt Datenschutz und Inhaltsmoderation. Das Konsortium bestimmt künftig, welche Inhalte auf der Plattform erlaubt sind. Oracle hostet die Nutzerdaten, überwacht Sicherheitsstandards und passt den Algorithmus an.

Oracle-Aktie profitiert vom KI-Boom

Der TikTok-Deal ist nur ein Baustein in Ellisons Expansionsstrategie. Seit Beginn des KI-Booms hat sich der Oracle-Aktienkurs mehr als verdoppelt. Ellisons Vermögen kletterte auf aktuell 240 Milliarden Dollar – Platz fünf im Forbes-Ranking der reichsten Menschen weltweit.

Im September 2025 überholte er sogar kurzzeitig Tesla-Chef Elon Musk als reichster Mensch der Welt. Ein ehemaliger Oracle-Manager attestiert dem 81-Jährigen ein "unglaubliches Machtstreben".

Familie Ellison dominiert Medienbranche

Parallel zum TikTok-Deal expandiert die Familie in traditionelle Medien. Sohn David Ellison führt als CEO Paramount Skydance, zu dem CBS News, Paramount Pictures und der Streamingdienst Paramount+ gehören.

Das nächste Ziel: Warner Bros. Discovery (WBD). Paramount Skydance hat eine feindliche Übernahme im Volumen von 108 Milliarden Dollar lanciert. Larry Ellison unterlegte das Angebot persönlich mit einer Finanzgarantie über 40,4 Milliarden Dollar. Der WBD-Vorstand favorisiert allerdings ein Konkurrenzangebot von Netflix.

Medienhistoriker warnen vor Machtkonzentration

Sollte die Übernahme gelingen, würde die Familie Ellison TikTok, CBS und CNN kontrollieren. Medienhistoriker Michael Socolow von der University of Maine warnt: "Das Potenzial, Amerikaner zu überzeugen, wenn man CBS News, TikTok und CNN besitzt, ist unglaublich und historisch beispiellos." Der Einfluss könnte sogar die Murdoch-Familie übertreffen.

Trump-Verbindungen sorgen für Kritik

Besonders brisant: Ellisons enge Beziehung zu US-Präsident Donald Trump. Der Oracle-Gründer unterstützt Trump seit Jahren finanziell und veranstaltete 2020 eine hochpreisige Spendengala auf seinem kalifornischen Anwesen.

Nach Trumps Wahlniederlage 2020 nahm Ellison laut Gerichtsakten an Telefonaten teil, bei denen Trump-Verbündete über Strategien zur Anfechtung des Wahlergebnisses diskutierten. Bei der Vorstellung des KI-Projekts "Stargate" im Weißen Haus trat Ellison Anfang 2025 prominent an Trumps Seite auf.

Trump-Anhängerin übernimmt Chefredaktion bei CBS

Die Personalpolitik gibt einen Vorgeschmack auf mögliche Veränderungen: David Ellison hob im Oktober Bari Weiss zur Chefredakteurin von CBS News. Weiss ist Mitgründerin der rechten Webseite "The Free Press", bekennende MAGA-Anhängerin und kritisiert regelmäßig "Wokeness" und "Cancel Culture".

Bereits zweimal soll Weiss die Ausstrahlung Trump-kritischer Ausgaben des Reportageformats "60 Minutes" verhindert haben. Sie berichtet direkt an David Ellison und greift aktiv in redaktionelle Entscheidungen ein.

Chinesische Einflussnahme durch amerikanische ersetzt?

Die zentrale Frage für Investoren und Nutzer: Wird TikTok nun Trump-freundlicher? Die ursprüngliche Begründung für den erzwungenen Verkauf war die Gefahr chinesischer Spionage und Propaganda. Diese Gefahr ist gebannt – doch die Kontrolle liegt nun in den Händen eines Trump-nahen Milliardärs.

Für Oracle-Aktionäre bedeutet der Deal zunächst eine Stärkung der Marktposition im lukrativen Social-Media-Segment. Langfristig bleibt abzuwarten, ob politische Kontroversen um Inhaltsmoderation dem Aktienkurs schaden könnten. Die Medienlandschaft der USA jedenfalls steht vor einem Umbruch historischen Ausmaßes.

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