Trump verspricht Schutz für Krypto und Prognosemärkte in den USA
US-Präsident Trump betont die CFTC-Zuständigkeit für Prognosemärkte und will Amerika als globale Krypto-Hauptstadt verteidigen.

US-Präsident Donald Trump hat sich am Dienstag auf seiner Plattform Truth Social klar positioniert: Er will die Kryptowährungsbranche schützen und Prognosemärkte in den USA zum Florieren bringen. „Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die exklusive Zuständigkeit der CFTC für Prognosemärkte beibehalten wird und dass diese florieren", schrieb Trump. Damit stellt er sich offen hinter zwei Branchen, zu denen er und seine Familie enge finanzielle Verbindungen unterhalten.
Trump betonte dabei den internationalen Wettbewerb als treibendes Motiv. „Andere Länder haben es auf diese neue Form des Finanzmarktes abgesehen, und wir wollen an der Spitze bleiben", erklärte er. Mit Blick auf Kryptowährungen wie Bitcoin warnte er: „Während wir derzeit die Krypto-Hauptstadt der Welt sind, versuchen andere Länder fleißig, uns in dieser Kapazität zu verdrängen, aber das werden wir nicht zulassen."
Hintergrund: NYT-Enthüllung und Interessenkonflikte
Trumps Aussagen folgen auf eine umfassende Untersuchung der New York Times vom Sonntag. Darin wurde enthüllt, dass die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) Prognosemärkte „bei praktisch jeder Gelegenheit" vorangetrieben hat, während sie gleichzeitig die regulatorische Durchsetzung bei digitalen Währungen lockerte – unter anderem durch Personalabbau und die Kaltstellung von Berufsbeamten.
Besonders brisant: Trump und seine Familie haben direkte finanzielle Verbindungen zu den betroffenen Branchen. Dazu zählt das Krypto-Unternehmen World Liberty Financial. Trumps ältester Sohn, Donald Trump Jr., unterhält zudem Verbindungen zu Kalshi und Polymarket – den beiden prominentesten Plattformen für sogenannte Event Contracts, also Wetten auf den Ausgang realer Ereignisse.
Bundesstaaten gegen Washington: Ein wachsender Rechtsstreit
Im Kern des Konflikts steht die Frage der Zuständigkeit. Trump und seine Verbündeten bei der CFTC argumentieren, dass Prognosemärkte wie klassische Wertpapier- und Rohstoffmärkte auf Bundesebene reguliert werden sollten. Auf der anderen Seite steht eine wachsende Zahl von Gouverneuren und Generalstaatsanwälten beider politischer Parteien, die Wetten auf Ereigniskontrakte als Glücksspiel unter anderem Namen betrachten – und damit als Angelegenheit der Bundesstaaten, ähnlich wie Casinos und Lotterien.
Ein besonders symbolträchtiger Schritt kam zuletzt aus Minnesota: Gouverneur Tim Walz, ein Demokrat, unterzeichnete ein Gesetz, das den Betrieb von Prognosemarkt-Websites im Bundesstaat verbieten würde – ein landesweit bislang einzigartiges Vorhaben. Die Trump-Administration reagierte umgehend mit einer Klage, um die Zuständigkeit der CFTC gegenüber dem Bundesstaat durchzusetzen. Trump griff Walz in seinem Beitrag am Dienstag direkt an.
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Zur AktienanalyseAuch die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James, eine langjährige politische und juristische Gegnerin Trumps, geriet in seinen Fokus. James verklagte kürzlich die Krypto-Unternehmen Coinbase und Gemini mit der Behauptung, sie würden über ihre Prognosemarkt-Plattformen „Glücksspielbetriebe" im Bundesstaat New York betreiben. Die betroffenen Unternehmen bestreiten dies und verweisen auf ihre bundesweite Regulierung.
Was bedeutet das für Anleger?
Für deutsche Privatanleger, die in Kryptowährungen oder verwandte US-Plattformen investiert sind, ist die Entwicklung relevant: Die regulatorische Richtung in den USA unter Trump deutet auf eine deutlich kryptofreundlichere Bundesaufsicht hin. Gleichzeitig schafft der Konflikt zwischen Bundes- und Staatsebene erhebliche Rechtsunsicherheit – insbesondere für Plattformen wie Coinbase und Gemini, die in mehreren US-Bundesstaaten tätig sind. Die Debatte in Washington und den Parlamenten der Bundesstaaten ist laut Beobachtern noch lange nicht entschieden.


