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Trump reist nach China: Märkte zwischen Iran-Konflikt und Zinsdruck

Während der Nahost-Konflikt die Märkte belastet, sucht US-Präsident Trump in Peking das Gespräch mit Xi Jinping über ein Handelsabkommen.

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Trump reist nach China: Märkte zwischen Iran-Konflikt und Zinsdruck

Donald Trump ist auf dem Weg nach Peking, um mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping über ein mögliches Handelsabkommen zu verhandeln. Der US-Präsident erklärte, er wolle China „öffnen". Begleitet wird er von einer Reihe hochrangiger Unternehmenschefs – darunter Nvidia-Chef Jensen Huang, der kurzfristig zur Delegation stieß.

Im Vorfeld der Gespräche verschärfte Peking jedoch seinen Ton gegenüber Taiwan. Die chinesische Regierung erklärte, ihre Entschlossenheit, der Unabhängigkeit Taiwans entgegenzutreten, sei „felsenfest" und ihre Fähigkeit, den Separatismus zu „zerschmettern", sei „unerschütterlich". Solche Aussagen gelten als diplomatisches Druckmittel vor wichtigen Verhandlungen.

Trotz der harten Rhetorik gibt es auch Zeichen einer Entspannung: China und die USA erwägen eine Verlängerung des Waffenstillstands bei den chinesischen Exportbeschränkungen für Seltene Erden. Allerdings zeigen Zolldaten, dass Peking die Lieferungen dieser für Verteidigung und Fertigung lebenswichtigen Materialien weiterhin drosselt.

Inflation und Zinsdruck belasten die Märkte

Parallel zur Diplomatie sorgen wirtschaftliche Daten für Unruhe an den Finanzmärkten. Die US-Inflationsdaten für April fielen höher als erwartet aus und verstärkten in Kombination mit den wachsenden wirtschaftlichen Kosten des Nahost-Konflikts den Druck auf die Märkte. Händler haben die Chance auf eine Zinssenkung der US-Notenbank Fed in diesem Jahr weitgehend ausgepreist.

Mehr noch: Die Erwartungen für eine Zinserhöhung um mindestens 25 Basispunkte bei der Fed-Sitzung im Dezember sind laut dem FedWatch Tool der CME von unter 22 Prozent zu Beginn der Woche auf über 35 Prozent gestiegen. Diese Aussicht, dass die Fed den Leitzins anheben könnte statt ihn zu senken, löste am Mittwoch eine Schockwelle an den globalen Märkten aus.

Asiatische Börsen mit starken Schwankungen

Die Reaktionen an den asiatischen Börsen waren deutlich spürbar. Koreanische Aktien fielen zunächst um bis zu 3,2 Prozent, bevor sie sich erholten und schließlich um 2,4 Prozent zulegten. Besonders im Fokus stand Samsung Electronics: Die Aktie des Elektronikriesen brach um bis zu 6,1 Prozent ein, bevor sie sich wieder fing und 1,8 Prozent höher notierte.

Auslöser war das Scheitern einer Lohnvereinbarung zwischen Samsung und seiner südkoreanischen Gewerkschaft. Dies bereitet den Boden für einen umfassenden Streik von mehr als 50.000 Arbeitnehmern, der die Produktion von KI- und anderen Chips empfindlich stören könnte – ein Risiko für die globale Halbleiterversorgung.

Die E-Mini-Futures auf den S&P 500 stiegen um 0,1 Prozent, während der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans nach anfänglichen Verlusten ebenfalls um 0,1 Prozent zulegte. Im frühen europäischen Handel notierten die paneuropäischen Futures 0,6 Prozent höher, die deutschen DAX-Futures legten um 0,4 Prozent zu und die FTSE-Futures stiegen um 0,5 Prozent.

Wichtige Wirtschaftsdaten im Tagesverlauf

Für den weiteren Handelstag stehen mehrere marktrelevante Daten auf der Agenda:

  • USA: Erzeugerpreisindex (PPI) für April sowie EIA-Rohölbestände
  • Frankreich: ILO-Arbeitslosenquote für das erste Quartal und Verbraucherpreisindex für April
  • Deutschland: Großhandelspreisindex für April, Leistungsbilanz für März sowie eine Auktion 28-jähriger Staatsanleihen

Auf der Unternehmensseite berichten unter anderem Cisco, Alibaba, Allianz und Siemens ihre Ergebnisse. Die Kombination aus geopolitischen Spannungen, überraschend hoher Inflation und dem unsicheren Ausgang der Trump-Xi-Gespräche dürfte die Märkte weiterhin in Atem halten.

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