Trump lockert EV-Vorschriften: Günstigere Autos versprochen
Die US-Regierung dreht die Elektroauto-Politik zurück. Verkehrsminister Sean Duffy verspricht sinkende Preise durch Abschaffung von Emissionsstandards – doch Kritiker warnen vor Mehrkosten.

Die Trump-Administration hat auf der Detroit Auto Show ihre Pläne zur Deregulierung des Automobilsektors bekräftigt. Verkehrsminister Sean Duffy, EPA-Chef Lee Zeldin und Handelsbeauftragter Jamieson Greer besuchten die Messe nach einer zweitägigen Midwest-Tour, die auch Stopps bei Ford und Stellantis umfasste.
Abkehr von Biden-Standards
Die Regierung hat die Elektrofahrzeug-Vorschriften der Vorgängerregierung massiv zurückgefahren. "Diese Maßnahmen werden die Autopreise senken und es den Herstellern ermöglichen, Produkte anzubieten, die Amerikaner kaufen wollen", erklärte Duffy. Er betonte: "Dies ist kein Krieg gegen EVs" – vielmehr solle der Staat nicht länger Elektroautos fördern und gleichzeitig Verbrenner bestrafen.
Die Schritte erfolgen vor den wichtigen Zwischenwahlen im November. Präsident Trump steht unter Druck, sein Versprechen sinkender Verbraucherpreise einzulösen. Laut Cox Automotive erreichten die durchschnittlichen Neuwagenpreise im Dezember einen Rekordwert von 50.326 US-Dollar (rund 48.600 Euro).
Konkrete Gesetzesänderungen
Trump unterzeichnete bereits mehrere Gesetze: Die Abschaffung des 7.500-Dollar-Steuerkredits für Elektroautos, die Aufhebung kalifornischer EV-Vorschriften und die Streichung von Strafen für Hersteller, die Kraftstoffeffizienz-Standards nicht erfüllen. EPA-Leiter Zeldin unterstrich, der Markt dürfe nicht in eine Richtung gezwungen werden, die der Nachfrage widerspreche.
Zölle belasten weiterhin
Parallel bleiben hohe Importzölle auf Fahrzeuge und Teile bestehen. Trotz dieser Belastungen und der Politikwende stiegen die US-Neuwagenverkäufe 2025 um 2,4 Prozent auf 16,2 Millionen Einheiten. Greer argumentierte, die Zollauswirkungen würden sich "nicht wirklich auf den Verbraucher auswirken".
Umstrittene Kostenrechnung
Das Verkehrsministerium schätzt, dass die neuen Regelungen die Fahrzeugkosten um 930 Dollar senken würden. Allerdings könnte der Kraftstoffverbrauch bis 2050 um bis zu 100 Milliarden Gallonen steigen – was amerikanische Verbraucher zusätzliche 185 Milliarden Dollar kosten könnte.
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Zur AktienanalyseKritik von Umweltschützern
Kathy Harris vom NRDC warnte: "Die Ölindustrie wird Milliarden von klammen Amerikanern einstreichen, die sich die höheren Kraftstoffkosten nicht leisten können." Die Demokraten kritisieren, dass Auto-Zölle und die Abschaffung von EV-Anreizen den Verbrauchern letztlich schaden werden.
Die EPA wird voraussichtlich in Kürze eine Regelung zur Abschaffung der Fahrzeug-Emissionsstandards finalisieren. Für die deutschen Automobilhersteller, die stark auf dem US-Markt vertreten sind, bedeutet dies eine grundlegende Neuausrichtung der Produktstrategie.


