Trump greift Grönland erneut an und attackiert NATO nach Iran-Waffenstillstand
US-Präsident Trump verschärft seinen Ton gegenüber der NATO und Grönland – ausgelöst durch den diplomatischen Fallout des Iran-Krieges.

US-Präsident Donald Trump hat Grönland und die NATO erneut scharf attackiert. In einem Post auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump am Mittwochabend in Großbuchstaben: „DIE NATO WAR NICHT DA, ALS WIR SIE BRAUCHTEN, UND SIE WIRD AUCH NICHT DA SEIN, WENN WIR SIE WIEDER BRAUCHEN. ERINNERT EUCH AN GRÖNLAND, DIESES GROSSE, SCHLECHT GEFÜHRTE STÜCK EIS!!!" Die Aussagen kommen kurz nach Trumps Ankündigung eines zweiwöchigen Waffenstillstands mit dem Iran – nach mehr als einem Monat militärischer Auseinandersetzungen.
Trump macht die NATO-Mitglieder dafür verantwortlich, sich nicht am Krieg gegen den Iran beteiligt zu haben. Er bezeichnete den Konflikt als „einen großen Test" für das Bündnis – und drohte gleichzeitig mit dem Austritt aus dem 32 Mitglieder zählenden Verteidigungsbündnis. Bereits vergangene Woche hatte er die NATO als „Papiertiger" bezeichnet und einen Rückzug der USA „absolut" in Erwägung gezogen.
Grönland als geopolitisches Druckmittel
Die Spannungen rund um Grönland sind kein neues Phänomen. Trump hatte das autonome dänische Territorium bereits zu Beginn seiner Amtszeit ins Visier genommen und militärische Maßnahmen zu dessen Erwerb signalisiert. Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus am Montag sagte Trump gegenüber Reportern: „Es begann alles mit Grönland, wenn Sie die Wahrheit wissen wollen. Wir wollen Grönland. Sie wollen es uns nicht geben. Und ich sagte: ‚Bye, bye'."
Im Januar hatte Trump erklärt, er und NATO-Generalsekretär Mark Rutte hätten „den Rahmen für ein künftiges Abkommen in Bezug auf Grönland" erreicht. Nun scheint dieser Rahmen unter dem Druck des Iran-Konflikts zu bröckeln. Flankierend zu Trumps Äußerungen lancierte das Pentagon laut einem Bericht der New York Times gezielte Informationen über eine geplante militärische Expansion in Grönland – konkret sollen sich die USA mit Dänemark über den Zugang zu drei zusätzlichen Stützpunkten in Gesprächen befinden, was die erste US-Expansion dort seit Jahrzehnten wäre.
NATO-Chef Rutte räumt Spannungen ein
Trumps Kommentare am Mittwoch folgten auf ein Treffen mit NATO-Generalsekretär Rutte im Weißen Haus. Rutte räumte die Spannungen in einem CNN-Interview nach dem Treffen offen ein: „Er ist sichtlich enttäuscht von vielen NATO-Verbündeten, und ich kann seinen Standpunkt verstehen." Trumps Sprecherin Karoline Leavitt legte nach und erklärte, die NATO habe „dem amerikanischen Volk den Rücken gekehrt".
Hintergrund der Verstimmung: Mehrere NATO-Mitglieder hatten sich geweigert, den US-israelischen Militärfeldzug gegen den Iran zu unterstützen. Sie verweigerten amerikanischen Militärflugzeugen die Nutzung ihres Luftraums und lehnten es ab, Seestreitkräfte für die Wiedereröffnung der Straße von Hormus für den Energietransport bereitzustellen. Trump argumentiert, die europäischen Mitglieder hätten sich auf US-Sicherheitsgarantien verlassen, ohne ausreichende Gegenleistungen zu erbringen.
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Zur AktienanalyseWaffenstillstand mit dem Iran bereits unter Druck
Weniger als 24 Stunden nach Beginn der Waffenruhe erklärte der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf, Washington habe gegen die Bedingungen des Waffenstillstandsabkommens verstoßen. Israel flog Berichten zufolge seine bisher schwersten Angriffe auf den Libanon, wobei hunderte Menschen getötet wurden. Der Iran drohte daraufhin, es wäre „unangemessen", die Friedensgespräche mit den USA fortzusetzen – was die Fragilität des Abkommens deutlich unterstreicht.
Die Entwicklungen zeigen, wie eng geopolitische Krisen miteinander verknüpft sind: Der Iran-Krieg verschärft die transatlantischen Spannungen, die wiederum Trumps Grönland-Ambitionen neu befeuern. Für europäische Verbündete – und insbesondere für Deutschland als NATO-Mitglied – bedeutet dies eine zunehmend unberechenbare Sicherheitslage, in der Washington die Spielregeln der Allianz offen infrage stellt.


