Transport Canada zertifiziert Gulfstream G500 und G600 Businessjets
Nach monatelangem politischen Druck aus Washington hat die kanadische Luftfahrtbehörde zwei Gulfstream-Modelle offiziell zugelassen.

Transport Canada hat die Businessjets G500 und G600 des US-Herstellers General Dynamics Gulfstream zertifiziert. Dies geht aus einem Typenzertifizierungsdokument der kanadischen Luftfahrtbehörde vom 15. Februar hervor, das bislang nicht öffentlich bekannt war. Die Zulassung erfolgt nach einem ungewöhnlichen politischen Streit zwischen den USA und Kanada über das Zertifizierungsverfahren.
US-Präsident Donald Trump hatte die kanadische Aufsichtsbehörde in einem Social-Media-Post scharf kritisiert, weil sich die Zulassung der Gulfstream-Jets seit Jahren verzögert hatte. Trump drohte zudem damit, die Zertifizierung der in Kanada hergestellten Bombardier Global Express Businessjets zu entziehen und Importzölle von 50 Prozent auf alle in Kanada produzierten Flugzeuge zu erheben. Der Leiter der US-Luftfahrtbehörde FAA hatte Anfang Februar erklärt, er rechne in Kürze mit einer entsprechenden Bekanntmachung aus Kanada.
Politischer Druck auf Aufsichtsbehörden
Der Vorfall löste unter Luftfahrtexperten erhebliche Besorgnis aus. Sie argumentieren, dass Flugzeugzertifizierungen ausschließlich aus Sicherheitsgründen erfolgen müssen und frei von politischer Einflussnahme sein sollten. Die Vermischung von Handelspolitik und Flugsicherheit gilt in der Branche als gefährlicher Präzedenzfall.
Nach den geltenden internationalen Luftfahrtregeln ist das Land, in dem ein Flugzeug entwickelt wurde, für die Erstzertifizierung verantwortlich. Im Fall von Gulfstream sind das die USA, die mit dem sogenannten Typenzertifikat für die Sicherheit der Konstruktion bürgen. Andere Länder wie Kanada validieren in der Regel diese Entscheidung der primären Aufsichtsbehörde, haben jedoch das Recht, sie abzulehnen oder zusätzliche Daten anzufordern.
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Zur AktienanalyseNoch nicht abgeschlossen ist die Zertifizierung der neueren Gulfstream-Modelle G700 und G800 durch Transport Canada. Diese Jets stehen weiterhin aus, sodass der Streit zwischen Washington und Ottawa in diesem Bereich noch nicht vollständig beigelegt ist. Für den kanadischen Flugzeugbauer Bombardier bleibt die Situation angespannt, da Trumps Drohungen bezüglich der Global-Express-Zertifizierung bislang nicht zurückgenommen wurden.


